Ortskern Gesees: Die neue Mitte

Hier soll der neue Dorfplatz von Gesees entstehen. Das alte Haus in der Mitte, das der Gemeinde gehört, müsste dazu abgerissen werden. Foto: Nils Katzensteiner

GESEES. Der Ortskern von Gesees wird sich verändern. Das wurde in der Sitzung des Gemeinderats am Dienstag deutlich. Die Frage, wie der Platz eines Tages aussehen wird, dürfte das Gremium aber noch längere Zeit beschäftigen. Am Dienstag ging es um die Verkehrsführung.

Es geht um die Stelle im Kessel von Gesees, wo Pettendorfer und Pottensteiner Straße sowie die von Bayreuth kommende Hauptstraße aufeinandertreffen. Um diesem Platz den Charakter eines Dorfmittelpunktes zu verleihen, wären freilich gravierende Eingriffe nötig. Am sichtbarsten an dem Backsteinhaus, das derzeit das Dorflädle beherbergt, denn das alte Gemäuer müsste abgerissen werden.

Die Gemeinde hatte die Immobilie bereits vor einiger Zeit erworben, so dass diesem Vorhaben – ein Beschluss des Gemeinderats vorausgesetzt – nichts im Wege stünde.

So weit ist es aber noch nicht. In der Sitzung am Dienstag ging es vor allem um die Verkehrsführung. Wie breit müssen die Gehwege sein? Wie wird sich dadurch der Verlauf der Straße ändern? Soll es eine Bushaltestelle samt Wartehäuschen geben? Wie verläuft die Anbindung ans bestehende Wegenetz? Wie verhindert man, dass aus Spänfleck kommende Autofahrer zu schnell in den Kessel hinunterrasen?

Drei Varianten

Josef-Christian Wolf vom Ingenieurbüro Wolf-Schneider aus Bindlach präsentierte den Mitgliedern des Gemeinderats drei Planungsvarianten. Er referierte, dass sich an der Fahrbahnbreite von 6,50 Metern nichts ändern werde. Die zu errichtenden Gehwege sollten 2,50 Meter breit sein.

Eine Bushaltestelle könnte allein durch die Markierung auf der Straße kenntlich gemacht werden, eine Haltebucht ist nicht vorgesehen.

Ausführlich beschäftigte sich das Gremium mit der Frage nach Querungshilfen. „Eine Querungshilfe wird den Verkehr etwas bremsen“, sagte Wolf, der bereits Erfahrung mit einem vergleichbaren Projekt in Goldkronach hat. Der Nachteil sei der Platzbedarf, den diese benötige. Schließlich müssen dort auch Rollstuhlfahrer und Personen mit Rollator beim Überqueren der Straße sicher ausharren können. Als Alternative wurde auch das Anbringen einer Bedarfsampel diskutiert. Letztendlich entschieden die Mitglieder des Gemeinderats, dass der Planer vom Ingenieurbüro aus Bindlach zwei Varianten weiter präzisieren möge: eine mit und eine ohne Querungshilfe.

Tempo der Autofahrer

Was das Gremium ebenfalls beschäftigte, war die Frage nach dem Tempo der Autofahrer. Josef-Christian Wolf geht nicht von einer Verschlechterung der Situation aus, auch dann nicht, wenn das alte Backsteinhaus nicht mehr stehen sollte. Schließlich ließe sich an der von Spänfleck herabführenden Straße mithilfe von hohen Gehwegkanten eine Engstelle errichten. Andere Möglichkeiten des Einwirkens auf die Geschwindigkeit der Autofahrer erläuterte Maximilian Köckritz vom Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz. Der Zweckverband übernimmt Geschwindigkeitsüberwachungen, die Gemeinden stundenweise buchen können. „Über 70 Gemeinden nehmen unsere Dienstleistungen in Anspruch“, sagte Köckritz. Hauptsächlich in der Oberpfalz. Aber auch in Franken sei man bereits vertreten. Der Leiter des Zweckverbands führte aus, dass sich durch gezielte Verkehrsüberwachung Unfallschwerpunkte entschärfen ließen. Überdies betonte Köckritz, dass sein Zweckverband eine Behörde sei und daher keine Gewinnerzielungsabsicht verfolge. „Verwarnungs- und Bußgelder gehen an die Gemeinde.“ Und: „Was man an Stunden bestellt, müssen Sie bezahlen.“

Manfred Barchtenbreiter (CSU) sagte es so: „Wir sollten das machen.“ Dem schlossen sich die übrigen Gemeinderäte samt Bürgermeister Harald Feulner (FW) an.

 

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