Organspendegesetz Auf Leben und Tod

Eine Kühlbox mit Spenderorgan: Weil die Zahl der Organspenden zurückgegangen ist, hat die Bundesregierung reagiert. Foto: Archiv/Frank May/dpa

KOMMENTAR. Bei diesem Gesetz geht es um Leben und Tod. 10 000 Menschen warten in Deutschland dringend auf ein Spenderorgan, viele von ihnen vergeblich. Weil es nicht genug Spenderorgane gibt, müssen Menschen sterben. Nicht einmal 800 Organspender wurden im vergangenen Jahr registriert – ein Tiefpunkt.

Es ist gut, dass die Bundesregierung gegensteuert. Der neue Gesetzentwurf, den das Kabinett am Mittwoch beschloss, setzt aber ausschließlich bei den Krankenhäusern an: Effektivere Strukturen, mehr Vergütung – das sind richtige Ansätze. Wenn Krankenhäuser, die sich um Spenderorgane bemühen, am Ende draufzahlen, werden verkehrte finanzielle Anreize gesetzt.

Was sind Umfragen wert?

Aber bei der Organspende geht es nicht nur um Geld. Ein Grund für den Rückgang von Spenderorganen ist auch, dass es weniger Spender gibt. Dank des medizinischen Fortschritts sind zum Beispiel die Überlebenschancen von Schlaganfallpatienten deutlich gestiegen. Und natürlich bleibt auch die Spendenbereitschaft in der Bevölkerung ein Thema. Umfragen zufolge ist sie trotz Skandalen der Vergangenheit hoch. Doch was sind diese Umfragen wert? Wer hat tatsächlich einen Spenderausweis? Das Thema ist hoch emotional, deshalb gibt es Widerstand gegen die vom Gesundheitsminister befürwortete Widerspruchslösung.

Warum greift der Gesetzgeber eigentlich nicht den Vorschlag auf, von jedem Bürger beim Antrag auf einen Personalausweis ein Kreuzchen zu verlangen, ob er/sie zur Organspende bereit ist? Sich nicht um eine Entscheidung zu drücken, ist das Mindeste, was man von Erwachsenen verlangen kann.

 

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