Ochsenkopf Seilbahn-Nord steht wegen Wartungsarbeiten

Seilbahn, Ochsenkopf Nord am 28.10.2013. Foto: Ronald Wittek

BISCHOFSGRÜN/BAYREUTH. Bischofsgrün/Bayreuth Von Udo Bartsch Auf Nummer sicher: Seit Montag wird die Nordseilbahn am Ochsenkopf gewartet. Im Mittelpunkt steht der drei Tonnen schwere Elektroantrieb. Der Motor befindet sich auf dem Gipfel in einem Kellerraum unter der Erde. Das bereitet einige Umstände.

Betagter Antrieb: "Wir wollen kein Risiko eingehen", sagt der Betriebsleiter Andreas Schreyer. Der Motor habe seit der Inbetriebnahme 1991 inzwischen über 60000 Betriebsstunden auf dem Buckel. Er müsse überprüft werden. Dass dies jetzt geschehe, habe seinen Grund, so Schreyer. Um den betagten Antrieb aus dem vier Meter tiefen Keller zu heben, fährt ein 40-Tonnen-Kran den Ochsenkopf hinauf. Das soll am heutigen Mittwoch geschehen, wie der Betriebsleiter sagt. Derzeit seien die Wege zum Gipfel für das schwere Gefährt noch tragfähig genug. Der Kran wird den Motor herausheben. Doch vorher muss eine schwere Betonplatte auf die Seite gehoben werden. Zudem muss der Antrieb in dem vier Meter tiefen Betriebsraum in eine Position gebracht werden, in der er gehoben werden kann. Dann kommt der Motor in die Werkstatt. Nach seiner Überprüfung wird er wieder eingebaut. Die Arbeiten dauern zwei Wochen. Das seien vorbeugende Maßnahmen, betont Schreyer. "Wir hoffen, den Betrieb am 24. September wieder aufnehmen zu können." Die planmäßigen Revisionsarbeiten an der Seilbahn fanden sonst in der Zeit von Ende Oktober bis Mitte Dezember statt.

Rückblick: Im Juli hat der Zweckverband zur Förderung des Wintersports im Fichtelgebirge beschlossen, die störungsanfällige Nordseilbahn zu ersetzen. Für rund zehn Millionen Euro soll eine Kabinenseilbahn mit Mittelstation und doppelter Kapazität entstehen. Schon im August sollte das beauftragte Ingenieurbüro Planentwürfe vorstellen. Angedachter Baubeginn: Ende der Skisaison im Frühjahr 2019, Fertigstellung Beginn der Skisaison 2019. Beschlossen hat der Zweckverband auch, die funktionsfähige Südseilbahn in den nächsten Jahren zu erneuern. Da bleibt es bei der Absicht, der Baubeginn ist offen.

Ministerbesuch: Kurz darauf kündigte Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer beim Kurier-Besuch an, sein Ministerium werde die Höchstförderung für den Neubau gewähren. Und zwar für den Bau zweier Seilbahnen. Dafür müsse der Landkreis nur die rechtlichen Voraussetzungen schaffen, um der Förderrichtlinie zu entsprechen. Das bedeutet wiederum, die Struktur der Beteiligungen innerhalb des Zweckverbands für Wintersport muss verändert werden. Darin hat der Landkreis mit seinem 83-prozentigen Anteil zu viel Gewicht. Auf Bischofsgrün und Warmensteinach entfallen jeweils sieben Prozent, auf Fichtelberg nur drei. Wegen der Zahl seiner Beschäftigten wird der Landkreis nach dem Förderrecht als großes Unternehmen eingestuft. Eben das bedingt gegenwärtig nur die Niedrigstförderung für den Seilbahnbau. Die Anstrengungen von Landrat Hermann Hübner waren in den vergangenen Monaten darauf gerichtet, das zu ändern.

Es geht um Millionen: Für den Landkreis und die Ochsenkopfgemeinden geht es um einige Millionen. Bei geschätzten Baukosten von 20 Millionen Euro für beide Seilbahnen ergibt sich mit der gegenwärtigen Gesellschafterstruktur im Zweckverband ein Zuschuss von drei Millionen. Im Fall der Höchstförderung nach geänderter Gesellschaftsstruktur wären es sieben Millionen Euro.

Der Stand der Dinge: Landrat Hermann Hübner wird am kommenden Montag im Ausschuss für Fragen der Wirtschaftsförderung, des Fremdenverkehrs und der Landwirtschaft über den Sachstand berichten.

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