Ob Hollfeld dem Verein zur Regionalentwicklung langfristig erhalten bleibt ist weiter offen Neubürg: Die nächste letzte Chance

Wird im Stadtrat Hollfeld immer wieder diskutiert:die Mitgliedschaft im Verein für Regionalentwicklung Rund um die Neubürg. Archivfoto: Andreas Harbach

Seit Jahren wird in Hollfeld gestritten. Über den Sinn und Unsinn einer Mitgliedschaft im Verein für Regionalentwicklung Rund um die Neubürg. Vor drei Jahren wurde eine endgültige Entscheidung vertagt. Auf die Haushaltsberatungen in diesem Jahr. Jetzt wurde sie wieder vertagt. Auf das Frühjahr 2020. Die Entscheidung, von dem einige glauben, dass nicht weniger als die Zukunft des Vereins davon abhängt, soll eine der letzten sein, die der amtierende Stadtrat vor der nächsten Kommunalwahl trifft.

Nur zwei Stadträte haben gegen eine erneute Verlängerung der Mitgliedschaft gestimmt: Rudi Arnold (Wg Hollfeld-Land) und Gerhard Thiem (Bürgerforum). Letzterer sagt: „Wir haben in Hollfeld ganz andere Probleme.“ Zuschüsse für Soziales und das Ehrenamt müssten gestrichen werden, damit das Landratsamt der verschuldeten Stadt den Haushalt genehmige und der Freistaat weiter Stabilisierungshilfen überweise. Mit dem wenigen Geld, das man noch ausgeben dürfe, müsste zunächst der eigene Tourismus gestärkt werden. „Wir haben nichts, wo man Gäste zum Essen hinschicken kann“, sagt Thiem. Und weiter: „Es ist mehr als fraglich, ob wir uns den Beitrag für einen externen Verein noch leisten können, auch wenn ich ihn für sinnvoll erachte.“

"Dann ist der Verein tot"

Bürgermeisterin Karin Barwisch (Bürgerforum) dagegen warnt: „Wenn die Stadt austritt, dann ist der Verein tot.“ Neben Hollfeld gehören noch neun weitere Gemeinden aus dem westlichen Landkreis dem Verein für Regionalentwicklung an. Die Gemeinden Heinersreuth und Ahorntal sind bereits ausgetreten.

Hoffen auf Sascha Köpf

Dass die Entscheidung für weitere drei Jahre im Verein relativ deutlich ausfiel, liegt allen voran an einer Personalie. Seit etwa einem Jahr ist Sascha Köpf der neue Regionalmanager des Vereins. Mit ihm sei Bewegung in den Verein gekommen, sagt Markus Seidler (WG Hollfeld-Land), der zuvor die erneute Abstimmung über einen Verbleib Hollfelds in dem Verein eingefordert hatte. Anders als seine Vorgänger habe Köpf sich den Forderungen der Stadt angenommen und jetzt immerhin den ersten von sieben Wünschen der Stadt erfüllt: einen Flyer über die Kletterfelsen der Region. Seidler sagt: „Idealerweise stimmt die Mitgliederversammlung künftig über die eingereichten Vorschläge ab.“

Mitgliedsbeiträge halbiert

Ein zweiter gewichtiger Punkt: Seit einem halben Jahr finanziert das Amt für Ländliche Entwicklung in Bamberg die Stelle des Regionalmanagers mit. Dadurch und weil zuvor die Stelle des Regionalmanagers bald ein halbes Jahr nicht besetzt war, haben sich die Beiträge für die Mitglieder halbiert. Für Hollfeld von 20.000 auf 10.000 Euro. Die Unterstützung aus Bamberg läuft noch eineinhalb Jahre.

Entscheidung 2020

Darüber, ob die Stadt dem Verein auch langfristig als Mitglied erhalten bleibt, will der Stadtrat bei den Haushaltsberatungen im Frühjahr 2020 abstimmen. Wenige Wochen später wird ein neuer Stadtrat gewählt. Natürlich wünsche er sich ein klares Bekenntnis zur Neubürg, sagt Regionalmanager Sascha Köpf. Aber er nennt es legitim, die Mitgliedschaft in regelmäßigen Abständen zu überdenken. Hollfeld, sagt er, sei schließlich ein Sonderfall. Weil die Stadt aufgrund ihrer knappen Kassen etwas für ihr Geld geboten haben wolle. Den Wunsch eines Kletterflyers für das obere Wiesenttal habe Köpf der Stadt daher auch aus taktischen Gründen erfüllt. „Weil ich wusste, dass Hollfeld ein Wackelkandidat ist.“ Über Vorschläge aus den Gemeinden freue er sich immer, viele Mitglieder seien aber auch einfach nur „wunschlos glücklich“.

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Kommentar: Eine feige Entscheidung

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