Noch einmal schwerer Medi-Team muss ohne Martin nach München

Herber Verlust unter den Körben: Die Bayreuther müssen länger auf ihren besten Punktesammler und Rebounder Hassan Martin (links, hier beim Blockversuch gegen den Crailsheimer Frank Turner) verzichten. Foto: Peter Kolb

BASKETBALL. Der erste Sieg in Bamberg seit knapp 21 Jahren mit 94:84 hatte eine historische Dimension. Nur drei Tage später könnte sich Medi Bayreuth schon den nächsten Eintrag in die Geschichtsbücher sichern, wenn der in der Bundesliga auf Platz vier gekletterten Mannschaft von Trainer Raoul Korner am Sonntag (15 Uhr) beim noch ungeschlagenen Spitzenreiter FC Bayern München ein weiteres Husarenstück gelingen würde.

 

Auch gegen die übermächtig wirkenden Bayern warten die Bayreuther seit dem Aufstieg 2010 auf einen Auswärtserfolg, in 14 Partien konnten sie die Münchner überhaupt erst einmal bezwingen. Das war am 29. April 2017 in der Oberfrankenhalle. Damals verwandelten die Hausherren einen 52:63- Rückstand nach drei Vierteln dank eines mit 22:9 gewonnenen Schlussabschnitts noch in ein 74:72.

Ersatz für Hassan Martin wird gesucht

Doch die Voraussetzungen sind noch einmal schlechter als in Bamberg. Getrübt wird die Stimmung nämlich durch den längerfristigen Ausfall von Hassan Martin wegen einer Fußverletzung. „Wir sprechen hier von Wochen oder Monaten“, sagt Medi-Coach Raoul Korner. Deshalb suchen die Bayreuther derzeit fieberhaft nach einem Ersatz für den Center. „Wir müssen schauen, was etatmäßig machbar ist, weil Big Man noch kostenintensiver sind.“

Bei den Bayern wird Korner das Fehlen seines besten Punktesammlers (13,8) und Rebounders (6,3) aber noch „so wie während des Spiels in Bamberg“ kompensieren müssen: mit „Kampfgeist und kollektiv noch mehr Einsatz“. Der ziemlich einzige Vorteil, weil der Münchner Center Devin Booker ebenfalls langzeitverletzt ist, scheint jetzt aber auch noch dahin zu sein. In Bamberg gelang der Sieg zwar auch ohne Martin, der bereits nach zwei Minuten vom Feld musste, dafür mussten dann aber „einige mehr Minuten gehen, als mir lieb und es vernünftig war. Es war aber notwendig.“ Es sei schon ein spezieller Sieg gewesen, vor allem wie das Team über 40 Minuten die Balance gefunden habe, physisch zu agieren und taktisch diszipliniert.

Reicht die Kraft?

„Jetzt müssen wir ein paar taktische Adaptionen vornehmen, soweit das in ein, zwei Tagen möglich ist, und dann sehen, wie die Kraft reicht. Brooks kann ich eigentlich kaum noch runternehmen“, beschreibt Korner das Problem. „Wir werden wieder munter drauflosspielen und fühlen uns in der Außenseiterrolle wohl. Es wird aber einen Tick schwerer, weil München noch mehr Qualität hat als Bamberg. Es gibt in dieser Saison keine schwierigere Aufgabe, aber wir werden uns dieser Herausforderung mit einem Lächeln im Gesicht stellen.“ Man fahre jedenfalls nicht zu den Bayern, um sich eine Packung abzuholen. Hinsichtlich der Hoffnung, dass der amtierende Meister nicht auf allen Zylindern laufen werde, habe der Bayreuther Sieg in Bamberg aber nicht geholfen.

Den Double-Gewinn aus der vergangenen Saison können die Bayern allerdings nicht mehr wiederholen. Kurz vor Weihnachten mussten sie im Pokal-Viertelfinale gegen Alba Berlin (70:78) ihre bisher einzige Niederlage auf nationaler Ebene einstecken. In der Euroleague ist die Bilanz nach dem 77:92 am Donnerstag bei Anadolu Efes Istanbul mit je acht Siegen und Niederlagen ausgeglichen, wobei der türkische Gastgeber die Partie schon in der ersten Halbzeit dank extrem guter Ballbewegung für sich entschied. „So leid es mir tut, die Euphorie im Keim ersticken zu müssen, mit Istanbul können wir uns aber nicht vergleichen. Wir müssen unseren eigenen Weg finden, wie wir die Bayern schlagen können. Wir haben uns schließlich auch nicht an den Bayern orientiert, wie man Bamberg schlägt.“

 

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