Nichts zu verlieren Altstädter bei kleinen Bayern Außenseiter

„Natürlich sind die Bayern Favorit, aber ich habe im Fußball schon Pferde kotzen sehen“, hofft der neue Trainer Timo Rost auf eine Überraschung seines Teams im Gastspiel beim Spitzenreiter FC Bayern München II. Foto: Peter Kolb

FUßBALL. Bemüht man den Duden, ist dort unter der Definition eines Außenseiters im Sport „Wettkampfteilnehmer, dessen Chancen als gering erachtet werden“ zu lesen. Genau diese Rolle spielt die SpVgg Bayreuth am Mittwoch Abend im Grünwalder Stadion in München. Um 19 Uhr gastiert das Schlusslicht der Regionalliga Bayern in einem Nachholspiel bei der zweiten Garnitur des FC Bayern München, der das Klassement mit sieben Siegen und einem Remis ungeschlagen anführt.

„Natürlich sind die Bayern klarer Favorit, aber ich habe im Fußball schon Pferde kotzen sehen“, bringt der neue Altstädter Trainer Timo Rost die Stimmung vor der Fahrt in die Landeshauptstadt auf den Punkt. Der 40-Jährige weiß, dass man beim Spitzenreiter nichts zu verlieren hat. „Für uns geht es darum, uns Schritt für Schritt zu verbessern. Und einen Punkt nehmen wir gerne mit, sollte sich das ergeben. Auf jeden Fall freuen wir uns auf das Spiel.“

Rapps Kreuzbandriss bestätigt

Das man bekanntlich ohne Neuzugang Marco Rapp bestreiten muss, der sich im Treffen mit dem FV Illertissen schwer verletzte: Beim 27-Jährigen wurde ein Riss des vorderen Kreuzbandes diagnostiziert, für den Rest des Jahres fällt der defensive Mittelfeldspieler aus. „Marco hat die Mannschaft in seinem ersten Spiel schon gut angeführt. Eins zu eins ist er aber nicht zu ersetzen. Das müssen und werden die anderen auffangen. Wenn die Abstände klein gehalten werden, ist viel möglich. Dann geht auch nach vorne etwas“, ist Rost überzeugt. Dazu gehört natürlich auch ein großes Maß an Laufbereitschaft.

Um dieses Pensum zu schaffen, muss es aber im konditionellen Bereich nach vorne gehen. „In den letzten Spielen, die ich gesehen habe, hatte die Mannschaft in den letzten 20 Minuten nicht mehr die Kraft, nachzulegen“, kritisierte Rost indirekt die Arbeit seines Vorgängers Josef Albersinger. „Und die Erfahrung zeigt, dass die meisten Spiele in der Regionalliga eben in der Schlussphase entschieden werden.“

"Die Jungs brennen, sie wollen arbeiten."

Eines stellte Rost aber fest: „Die Jungs brennen, sie wollen arbeiten. Unser Ziel muss es sein, bis zur Winterpause den Anschluss zum rettenden Ufer zu halten, um dann in der Vorbereitung auf den entscheidenden Saisonabschnitt die entsprechenden Voraussetzungen zu schaffen.“ Um die Defizite aufzufangen, brachte Rost mit Michael Gehret einen Konditionstrainer mit, der am Montag das Training leitete. „Er war schon unter Bernd Hollerbach bei den Würzburger Kickers tätig und zuletzt im Nachwuchsleistungszentrum der SpVgg Greuther Fürth.“

Anton Makarenko wieder dabei

Personell kann Rost bis auf Rapp aus dem Vollen schöpfen. Wieder mit dabei ist Anton Makarenko nach seiner Gelb-Rot-Sperre. Der zuletzt an muskulären Problemen leidende Kevin Coleman steht ebenfalls wieder zur Disposition. „Im Angriff ist er auf jeden Falle eine eine Option“, sagt Rost.

Im Bayern-Kader taucht ein Name auf, den man in Bayreuth gut kennt. Torhüter Michael Netolitzky (24) verbrachte seine Jugendjahre beim FSV Bayreuth, wechselte dann erst zum 1. FC Nürnberg und dann in die Jugendabteilung des TSV 1860 München. Nach zwei Spielzeiten in der zweiten Garnitur der Löwen veränderte er sich im Sommer 2016 zum Drittligisten Hallescher FC. Seit diesem Sommer trägt der 1,91 m große Schlussmann nun das Bayern-Trikot. Netolitzky stand auch beim letzten Test der kleinen Bayern gegen den Drittliga-Spitzenreiter SpVgg Unterhaching zwischen den Pfosten, den das Team von Trainer Holger Seitz souverän mit 4:2 (3:0) für sich entschied. „Es war ein guter Auftritt. Mit dem Ergebnis gegen einen starken Gegner können wir zufrieden sein“, lobte der Coach.

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