Neuer Geschäftsführer ein Pflege-Profi

War acht Jahre Pflegedirektor in Bayreuth: Christoph Hodes ist der neue Geschäftsführer des Diakonievereins Pegnitz-Creußen. Foto: Klaus Trenz

Der Mann hat Erfahrung. Viel Erfahrung. Und ist damit der ideale Kandidat, sagt Dekan Gerhard Schoenauer. Er meint damit Christoph Hodes, den neuen Geschäftsführer des Diakonievereins Pegnitz-Creußen. Hier spielt das Thema Pflege eine zentrale Rolle. Und auf diesem Gebiet ist Hodes ein echter Routinier.

Der gebürtige Hesse ist im Krankenhausmanagement zu Hause. So war er unter anderem Pflegedirektor im Lahn-Dill-Kreis, danach acht Jahre im Klinikum Bayreuth, zu dem auch das Krankenhaus Hohe Warte gehört. „Da hatte er an die 1500 Leute unter sich, das spricht für sich, für jede Menge Kenntnisse in Sachen Personalführung“. Auch das habe dem Vorstand des Diakonievereins gefallen.

Groko-Beschluss "ein Witz"

Weil es so einen Mann brauche in Zeiten des Pflegenotstands. Den erkennt auch Hodes selbst als eines seiner wichtigsten Betätigungsfelder. Dass bei den Koalitionsverhandlungen für die neue „Groko“ beschlossen wurde, 8000 neue Stellen in der Pflege zu schaffen, hält der 55-Jährige „für einen Witz“. Nach aktuellen Prognosen fehlen bis 2025 rund 300 000 Pflegekräfte. Mal ganz abgesehen davon: Es dauere ja auch eine gewisse Zeit, bis man sie so ausgebildet habe, dass sie vollumfänglich eingesetzt werden können. „Wäre ich Politiker, hätte ich von 50 000 gesprochen“, so Hodes. Was auch nichts bringen würde, weil es nicht um Zahlen gehe – sondern darum, dass es einfach kaum Nachwuchskräfte gebe.

Ausfälle kaum zu verkraften

Im Pegnitzer Brigittenheim hat man das Problem noch so halbwegs im Griff, sagt Dekan Schoenauer. Er ist froh, dass der Diakonieausschuss beschlossen habe, jederzeit zwei, drei Vollzeitkräfte mehr einzustellen, als es der Pflegeschlüssel nach den gesetzlichen Vorgaben erfordert. „Aber natürlich müssen auch wir diese Leute erst einmal finden. Es passt gerade so im Moment, aber mehrere Ausfälle von Schwestern könnten wir auch nicht so ohne Weiteres kompensieren“, so Schoenauer.

Mitarbeiter "maximal motiviert"

Und so müssen dann die übrigen Mitarbeiter ran. Der gesamten Belegschaft attestiert der neue Geschäftsführer, „maximal motiviert“ zu sein. Und ein Engagement an den Tag zu legen, das auch in die Freizeit hineinreiche. „Sie leben das Brigittenheim, für sie ist das nicht einfach nur ein Job“, sagt Hodes.

Wunsch nach mehr Verantwortung

Warum der Wechsel von Bayreuth nach Pegnitz? Von der Zuständigkeit für 1500 Beschäftigte auf jetzt „nur“ noch 200? Für Hodes war es wie der Wechsel nach Oberfranken vor acht Jahren „ein weiterer Schritt meiner beruflichen Entwicklung“. Weil er eben noch mehr Verantwortung übernehmen könne. Und weil er in Pegnitz auf ideale Voraussetzungen treffe. Denn: „Hier sind alle Bereiche der Pflege beheimatet. Vom Krankenhaus über ambulante und Kurzzeitpflege bis zur Diakoniestation und zum Seniorenheim.“ Damit sei eine „Betreuung aus einer Hand“ gewährleistet, so der gelernte Krankenpfleger, der auch eine Ausbildung zum Pflegedienstleiter absolviert hat. Und damit genau jenes Profil erfüllte, das dem Diakonieverein am Herzen lag, fügt Dekan Schoenauer hinzu.

Menschen immer begleiten je nach Bedarf

Hodes spricht von einer zukunftsträchtigen Ausrichtung, die Pegnitz vorweisen könne. Das biete den Nährboden dafür, die „Kunden“ dieser Dienstleistung, also in erster Linie ältere und alte Menschen, bedarfsorientiert zu betreuen. Und sie als „ganzheitliche Person“ zu betrachten. Das habe auch mit dem Aufbau von Vertrauen zu tun. Und damit mit einer Steigerung der Qualität. Weil man sich durchgängig um die Menschen kümmern könne, je nachdem, welchen Pflegebedarf sie haben. Da sei der Patient, der nach einem Krankenhausaufenthalt nicht gleich nach Hause könne und Pflege für einen kurzen Zeitraum brauche. Der dann vielleicht in seiner Wohnung gepflegt werden kann. Und der dann vielleicht irgendwann im Heim selbst eine Bleibe findet, wenn es nicht mehr anders geht.

Mancher will ins Heim, obwohl er gar nicht müsste

Wobei das oft schneller kommt, als vermutet, ergänzt Gerhard Schoenauer: „So mancher, der in Kurzzeitpflege zu uns gelangt, will dann ganz ins Brigittenheim.“ Auch wenn das noch gar nicht zwangsläufig erforderlich ist. Aber: „Viele sitzen alleine in ihren vier Wänden, haben keinerlei Ansprache, sind isoliert.“ Sie suchten dann ganz bewusst ein Umfeld, das ihnen soziale Kontakte garantiert. Was auch durch ein tägliches Veranstaltungsprogramm gefördert werde.

Ja, er hat auch Visionen

Hat Christoph Hodes Visionen? Ja, durchaus, sagt er. Was ihm als Krankenhausfachmann besonders wichtig ist: eine bessere Vernetzung zwischen Pflegeeinrichtungen und den Kliniken. Da lasse sich viel ändern zum Guten. Auch mit Blick auf Ziel, das sich der Diakonieverein auf die Fahnen geschrieben hat: „Dafür sorgen, dass Menschen so selten wie irgend möglich ins Krankenhaus müssen.“

Wunsch nach Palliativstation

Dazu gehört für Schoenauer wie für Hodes auch eine stationäre Palliativversorgung. Die es auf ambulanter Basis schon gibt. Vom Klinikum Bayreuth aus, wo Hodes sie mit aufgebaut hat. Ein Grund mehr aus Sicht des Dekans, „dass wir hier den richtigen Mann nach Pegnitz geholt haben“.

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