Ochsenkopf Neue Seilbahn wird 2020 gebaut

Blick auf die Nordseite: Deren Seilbahn soll als erste erneuert werden. Drohnenfoto: Nils Katzenstein

BAYREUTH. Die Seilbahnen am Ochsenkopf werden erneuert. Dafür nimmt der Zweckverband für Wintersport 21 Millionen Euro in die Hand. An der Bleaml-Alm werden 2,5 Millionen Euro investiert und der Bikepark auf der Südseite des Ochsenkopfes soll auch weiterentwickelt werden. Mit dem Beschluss tat sich die Verbandsversammlung gestern schwer. Drei Stunden hatte es gedauert, bis die örtlichen Befürchtungen ausgeräumt waren, bei den anstehenden Investitionen am Erlebnisberg leer auszugehen. Inzwischen hat das Landratsamt klargestellt, dass die Planung im Frühjahr beginnt. Die Bagger rollen erst 2020.

Das ist geplant: Beide Seilbahnen werden danach mit geschlossenen Gondeln für bis zu zehn Personen ausgestattet. Im ersten Bauabschnitt wird die Nordbahn erneuert. Dafür entsteht eine neue Talstation mit Erdgeschoss und zwei Obergeschossen. Die Nordbahn soll eine Mittelstation bekommen. Sie ermöglicht das Aussteigen bei der Rodelbahn. Diese Bahn soll bis zu 2200 Personen pro Stunde befördern. Dann wird die Südbahn modernisiert. Sie erhält wie die Nordbahn Zehnergondeln, kann aber nur 1200 Personen in der Stunde transportieren. Beide Bahnen sollen im Ganzjahresbetrieb fahren. Die Planung liegt in den Händen des Ingenieurbüros Ropes aus Bozen. Alexander Dorfmann und Stefan Obexer stellten die Entwürfe vor.

Kosten: Die Modernisierung der Nordbahn soll rund 13 Millionen Euro kosten. Die Summe beinhaltet den Abbruch der alten Bahn sowie die Bauarbeiten, die Hochbauarbeiten und den Anlagenbau. Die Südbahn soll nach der Kalkulation des Ingenieurbüros fast acht Millionen Euro kosten. Ergibt insgesamt 21 Millionen Euro. Die Summe soll durch Kredite und Fördermittel aufgebracht werden.

Pläne für die Gipfel: Der Beschluss sieht vor, auch ein Konzept für die Gastronomie auf dem Ochsenkopf zu erarbeiten. Rainer Schreier vom Fichtelgebirgsverein Bischofsgrün drängte darauf, die Verbandsräte sollten eine Absichtserklärung für die Gipfelgaststätte formulieren. Dazu erklärte Landrat Hübner, mit der Gondelbahn ergäben sich neue Perspektiven für die Gastronomie auf dem Ochsenkopf. Die neue Seilbahn werde auch in den Abendstunden fahren.

Warmensteinach: Der Zweckverband beschloss auch den Bikepark an der Südseite des Ochsenkopfes. Einzelne Strecken für verschiedene Mountainbike-Disziplinen sollen nun geplant werden. Das Thema hatte Warmensteinachs Bürgermeister Axel Herrmann angesprochen. Das Vorhaben soll nach Herrmann unabhängig von der Erneuerung der Südbahn umgesetzt werden.

Bleaml-Alm: Karl-Heinz Glaser, der stellvertretende Bürgermeister von Fichtelberg, sprach die Vorhaben an, die an der Bleaml-Alm entstehen sollen. Beabsichtigt ist dort ein Funktionsgebäude für Skifahrer und Rodler. Zudem soll eine Aufstiegshilfe für die Schlittenfahrer installiert werden. Kosten: rund 2,5 Millionen Euro, so Glaser. Dafür gebe es Zuschüsse in der Höhe von 80 Prozent.

So geht’s weiter: Landrat Hübner lobte den nach drei Stunden gefundenen Kompromiss. Wie er sagte, gilt in der Verbandsversammlung bei Entscheidungen das Prinzip der Einstimmigkeit. Der Landrat drängt nun zur Eile. In den nächsten Tagen gehen die ersten Genehmigungsanträge für das weit verzweigte Planungsverfahren raus. Über die neue Seilbahntechnik für den Ochsenkopf entscheidet die Regierung von Oberbayern. Befragt werden müssen auch die Fachbehörden. Eine Schlüsselrolle für die Südbahn spielen die Wasserwirtschaft und die Stadt Bayreuth, die von dort ihr Trinkwasser bezieht. Gestellt werden jetzt auch die Förderanträge. Und zwar für beide Seilbahnen gleichzeitig, weil die Förderrichtlinie Ende 2019 ausläuft. Hübner: „Der Erlebnisberg ist auch Einkommen für alle.“ Der Landrat äußerte sich auch zum Zweckverband. Dessen Eignung als Organisationsform für den Tourismus war in den vergangenen Wochen öfter infrage gestellt worden. Hübner: „Mit dem Zweckverband werden wir leben müssen.“ Wegen der Furcht vor einem technischen Versagen der voll besetzten Nordbahn im Winter, sagte der Landrat noch eingangs der Sitzung: „Jetzt müssen wir noch zwei Winter beten.“

 

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