Neudrossenfeld vor dem Landesliga-Start Vorsitzender Gerald Weinrich stapelt tief

FUßBALL. Erst einmal Tiefstapeln ist angesagt beim Nordost-Landesligisten TSV Neudrossenfeld: Vor dem Saisonstart der Grün-Weißen am Samstag um 16 Uhr beim SV Friesen legt der Vorsitzende Gerald Weinrich die Latte nicht allzu hoch: „Wir sind im Vorjahr zwar Vierter geworden, und man erwartet sicherlich eine Verbesserung. Doch meine ich, dass es eine gewisse Gefahr in sich birgt, den Blick nur nach oben zu richten.“

Im Gespräch mit dem Kurier äußerte der 51-Jährige die Befürchtung, dass das Team die Gegner auf die leichte Schulter nehmen könnte. „Im Gegensatz zu den letzten Jahren, in denen sich die Mannschaft erst gefunden hatte, als schon viele Punkte weg waren und das Thema vordere Plätze durch war, hatten wir diesmal kaum Veränderungen beim Personal.“ Dieser vermeintliche Vorteil könnte sich, glaubt Weinrich, aber auch ins Negative wenden. „Da brauche ich nur einmal an das Auftreten der deutschen Mannschaft bei der Weltmeisterschaft erinnern, die ihre Gegner auch zu leicht genommen hat. Wenn jeder in unserer Team nur fünf Prozent seiner Leistung weniger abruft, haben wir ein Riesenproblem.“

Dass es in der Vorbereitung etwas holperte, hat für den Ex-Profi der SpVgg Bayreuth keine Bedeutung. „Das darf man nicht überbewerten.“ Wichtig sei es, in den ersten vier Saisonspielen zu bestehen. Nach dem Auftritt in Friesen geht es gleich am darauf folgenden Mittwoch gegen den Bayernliga-Absteiger TSV Kornburg, drei Tage später geben die Grün-Weißen ihre Visitenkarte bei der SG Quelle Fürth ab, ehe dann das Duell mit dem SC Feucht folgt. Allesamt Gegner, die TSV-Trainer Werner Thomas im vorderen Tabellenfeld erwartet. „Spätestens nach dem Spiel gegen Feucht am 27. September wissen wir, wo wir stehen“, sagt Weinrich, der insgeheim hofft, dass er mit seinen Befürchtungen daneben liegt.

"Unser Kader ist in der Breite gut aufgestellt"

„Sollte ich nicht Recht haben, scheint alles möglich“, sagt Weinrich. „Unser Kader ist in der Breite gut aufgestellt.“ Und wenn doch noch Nachbesserungen erforderlich sind? „Das müsste dann schon ein außergewöhnlicher Spieler auf einer außergewöhnlichen Position sein. Doch meist sind diese Spieler nicht zu bezahlen.“

Im Vorfeld dieser Saison habe man sich schon mit ein, zwei Spielern unterhalten, die Regionalliga-Niveau mitbrachten. „Aber die waren nicht bereit, eine Saison zu Landesliga-Bedingungen zu absolvieren. Beim Thema Geld gingen die Meinungen weit auseinander und die Verhandlungen waren schnell beendet.“

Einen Spitzenplatz hat man beim TSV freilich nicht abgehakt. „Wenn wir es schaffen, bis zur Winterpause unter den ersten Vier zu sein, ist das nicht auszuschließen“, glaubt Weinrich. Denn in den letzten Spielzeiten haben die Neudrossenfelder immer eine starke Rückrunde gespielt. „Was auch an der guten Wintervorbereitung lag, die wir dank unseres Hartplatzes durchziehen konnten. Zudem mussten wir kaum Nachholspiele bestreiten.“

Dennoch: „Wir haben keinen Plan und sehen auch nicht unbedingt die Notwendigkeit, aufzusteigen. Aber wenn uns der Teufel reitet...“, gibt Weinrich mit einem Schmunzeln zu verstehen. „Es wäre schon schön, wenn ich in meiner Amtszeit noch einmal einen Bayernliga-Aufstieg mitmachen könnte. Dann würden wir allerdings die Fehler nicht mehr machen, die wir damals gemacht haben.“

 

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