Netrebko-Wirren: Das sagt Katharina Wagner

Anna Netrebko als Manon Lescaut) und Yusif Eyvazov als Renato des Grieux sind derzeit in einer Aufführung von Giacomo Puccinis Oper "Manon Lescaut" bei den Salzburger Festpsielen zu erleben. Foto: Marco Borrelli/Salzburger Festspiele

Bisher beinhalteten die Gerüchte um die zukünftigen Planungen für die Bayreuther Festspiele, die man so vernahm, ein Engagement von Anna Netrebko. Genauer: 2018. Das wird wohl nie so kommen. Das heißt: Die Online-Ausgabe der FAZ sagte am Montag nein, die Print-Variante "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" sagte vielleicht. Es waren unterschiedliche Zitate von Anna Netrebko, die Online und in Print geschrieben standen. Wie konnte das passieren? Und was stimmt denn nun? Dienstagvormittag äußerte sich auch Katharina Wagner dazu.

In der Print-Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 7. August sagt die russische Sopranistin auf die Feststellung, 2018 werden sie ja bei den Bayreuther Festspielen singen: "Nein. Das heißt: Wir sind noch im Gespräch."

Auf nochmalige Nachfrage der Redakteurin Eleonore Büning, ob sie wirklich nicht in Bayreuth singen wolle, antwortet Anna Netrebko:

 

"Ich verrate Ihnen jetzt mal ein Geheimnis: Ich kann keinen deutschen Text memorieren. Mein Gehirn ist vielleicht doch zu Russisch organisiert, es ist dazu einfach nicht in der Lage. Französisch, italienisch, das kann ich alles singen, aber deutsche Texte sind zu schwer für mich. "Einsam in trüben Tagen", okay, bis dahin. Silenzio, Schluss, wie es weitergeht, kann ich mir nicht merken. Ich bekam einen Teleprompter für die Elsa in Dresden. Christian Thielemann hatte es mir eingebleut, dass es auf die Worte ankommt. Er sagte, er wolle keine musikalischen Linien von mir hören, er wolle Tttexssssttt hören! Vokale! Konsonanten! Elsa war wirklich hart. Jetzt singe ich erst einmal Puccini."

 

Nach dieser Version bleibt es aber also offen, ob ein Engagement in Bayreuth ausgeschlossen ist. Je nachdem wohl, ob ihre Beeinträchtigung, keinen deutschen Text memorieren zu können, für sie persönlich ein Ausschluss-Kriterium wäre.

In der Online-Variante des Interviews hört sich das allerdings anders an. Da ist es ein klares Nein in Richtung Bayreuther Festspiele. Denn auf die erste Feststellung, sie werde also 2018 erstmals bei den Bayreuther Festspielen auftreten, antwortet Netrebko:

 

"Stimmt nicht. Das ist Gossip."

 

Und nennt die Schwierigkeit mit dem deutschen Text als Grund, genau wie in Print formuliert.

Auch die Isolde wird's nicht in Bayreuth

Allerdings kommt dann später noch mal eine Frage mit Bayreuth-Bezug. Ob sie vielleicht nicht doch Lust habe, einfach später mal die Isolde in Bayreuth zu singen, antwortete Netrebko:

 

"Ich bin jetzt 45 Jahre alt. Ich habe eine mehr als zwanzigjährige Karriere als aktive Sängerin hinter mir. Und ich finde, ich sollte es mir aussuchen dürfen, ob ich mich zwei Monate oder länger in eine Rolle reinschraube und hart arbeite, um etwas zu erobern, was nicht für mich gemacht ist. Oder ob ich lieber mit meiner Familie zwei Monate in Ferien fahre, was auch wundervoll ist. Oder ob ich etwas ganz anderes mache."

 

Also was stimmt denn jetzt? Welches Zitat zählt? Kommt Anna Netrebko 2018 nach Bayreuth oder nicht?

"Fataler Fehler"

Wir haben die Autorin des Interviews, Eleonore Büning, gefragt. Wie es passieren konnte, dass die Online-Version anders ist als die autorisierte Print-Version, das kann sie sich auch nicht erklären. Offensichtlich war der Text noch nicht freigegeben, aber die Online-Redakteure der FAZ hatten ihn bereits kopiert und für die Online-Veröffentlichung angelegt.

"Das ist fatal, der Sache gehen wir intern gerade nach", erklärt Büning in einer Mail gegenüber dem Nordbayerischen Kurier. "Und natürlich wird jetzt die Onlinefassung auch korrigiert." Das geschah Dienstagmorgen erst nach 10 Uhr.

Eine Behauptung, die außerdem in dem FAS-Interview aufgestellt wurde, stimmt auf jeden Fall nicht: dass Netrebkos Engagement 2018 schon offiziell verkündet worden sei. Das dementierte die Bayreuther Festspiele GmbH am Montag.

Jetzt spricht Katharina Wagner

Am Dienstagmittag sagte Katharina Wagner dem Kurier:

"Wir stehen seit längerem in Kontakt, aber es gab noch keine Verhandlungen, auch nicht für einen Vorvertrag. Anna Netrebko hat sich absolut korrekt verhalten. Und von Anfang an hatte sie gesagt, dass sie auch erst einmal Dresden abwarten und schauen will, wie ihr die Rolle liegt. Das ist doch legitim. Wir stehen weiterhin in Gesprächen."

Das Management von Anna Netrebko bestätigte genau dies.

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