Nächste Runde im Wasserstreit

Sie lässt nicht locker, hakt nach und hat sich jetzt auch an den Stadtrat gewandet: Die Bürgerinitiative (BI) „Pro Leupser Quellwasser“ will den Anschluss des Ortes an das Netz der Juragruppe nicht einfach so hinnehmen und hofft dabei auf Unterstützung aus dem Rathaus. Bei Bürgermeister Uwe Raab sei man auf offene Ohren gestoßen, so BI-Sprecherin Anja Lüthje auf Kurier-Anfrage. Der wiederum spricht von einem konstruktiven Dialog.

Vertreter der BI hätten mit Raab ein „gutes und informatives Gespräch“ geführt, sagt Lüthje. Und sie ergänzt: „Es hat ergeben, dass Fakten eben doch mehr zählen als alternative Fakten.“ Raab habe seine Hilfestellung im Rahmen seiner Möglichkeiten angeboten. Aus dem Gespräch heraus entstanden ist zudem ein Fragenkatalog an den Bürgermeister und ein offener Brief an alle Stadträte. Der beinhalte eben jene Fakten, „die für sich sprechen“.

Konstruktive Gespräch geführt

Raab hatte vor einigen Wochen betont, er könne sich nicht vorstellen, dass die Kommune die Wasserversorgung für Leups übernehmen können, schon allein aus finanziellen Gründen. „Ich habe meine Meinung auf der Basis des vorhandenen Wissens nicht geändert, aber halt ein vernünftiges und konstruktives Gespräch mit den Leupsern geführt. Und außerdem deren neu erstellten Fragenkatalog an Vorstand und Werkleitung der Juragruppe mit der Bitte um Beantwortung weitergeleitet.“ Dieser Fragenkatalog ist lang.

Die BI möchte zum Beispiel wissen, wann und wie die Grundstücke an und rund um die Quelle in das Eigentum Juragruppe übergegangen sind und bezweifelt die Rechtmäßigkeit dieses Übertrags mit Blick auf einen Beschluss des Landratsamtes Pegnitz von 1956, nachdem die Grundstücke „ständig im Eigentum der Gemeinde zu halten sind“. Wissen will die BI auch, wie die von der Juragruppe geplante Ringleitung genau verlaufen, welche weiteren Orte an die Leitung angeschlossen sind und wann Baubeginn ist.

BI hat viele Fragen

Es geht außerdem um die Berichte über Wasserproben, „die angeblich nicht der Trinkwasserverordnung entsprechen“. Diese lägen dem Gesundheitsamt Bayreuth nicht vor. Und: „Welche Maßnahmen wurden im Zuge dieser Proben zur Verbesserung der Qualität des Wassers vorgenommen?“ Informationen hätte die BIU gerne auch zur Förderung des Leitungsbaus.

Was sind die Voraussetzungen, wovon hängt sie ab? Auch das brennt den Leupsern unter den Nägeln: „Warum wurde in Trockau, anders zu den Bestrebungen in Leups, eine Insellösung für 1,54 Millionen realisiert? Wurden diese Kosten für die Insellösung auf die Solidargemeinschaft umgelegt? Warum wurde diese Insellösung ab dem Jahr 1998 umgesetzt, obwohl seit 1990 die Planung der Ringleitung bereit beschlossen war?“ Auch eine Darstellung der Verbrauchsmenge in Leups pro Monat ab Dezember 2016 liegt der BI am Herzen. Und sie fragt sich auch, woher die plötzliche Erhöhung des Wasserpreises von 1,80 auf 2,20 Euro komme: „Werden damit Insellösungen finanziert oder der Bau der Ringleitung?“ Die Leupser wollen in diesem Zusammenhang auch eine Aufschlüsselung der Kosten für den Bau der Ringleitung und getrennt davon der Kosten für den Anschluss von Leups sowie der Kosten für die Sanierung des Wasserhauses/Hochbehälters. Weil hier eine enorme Diskrepanz bei bisher genannten Beträgen bestehe.

Quellschüttung ist ausreichend

Im offenen Brief an die Stadträte spricht sich die BI gegen den Beschluss der Verbandsmitglieder der Juragruppe zum Anschluss von Leups an die Ringleitung aus. Und widerspricht ausdrücklich dem 160 Seiten starken Statusbericht des Zweckverbandes zu diesem Thema, der im Dezember an alle Stadträte verteilt wurde. Drei Kriterien stehen dabei im Mittelpunkt, zu denen die Leupser ihre Sichtweise dokumentieren. So sei die Wassermenge der Quellschüttung ausreichend für den aktuellen Verbrauch in Leups „plus für eine Verdreifachung der Bürger“.

Eine Reduzierung des Verbrauchs durch den Brunnenbau eines Aussiedlerhofs sei nicht gegeben. Die Löschwasserversorgung sei ausreichend und nicht von der Quellschüttung abhängig. Dies belege sogar die eigene Broschüre der Juragruppe. Und nicht zuletzt werde die Bezeichnung „krankes“ Wasser, die es gar nicht gebe, vom Landratsamt „als Definition vehement abgelehnt“. Fazit: „Die Qualität und Güte des Leupser Quellwassers ist in einem einwandfreien Zustand.“ Dies belege auch das Gutachten eines Experten vom August 2017, auf das sich die Juragruppe immer wieder beziehe. Für weitere Gespräche stehe die BI den Stadträten jederzeit zur Verfügung.

Alles zum Thema gesagt

Bei der Juragruppe wollte man sich am Wochenende aus terminlichen Gründen nicht weiter dazu äußern. Außerdem sei zu dem Thema so gut wie alles gesagt worden, so Werkleiter Hans Hümmer und Verbandsvorsitzender Manfred Thümmler, die am Montag dennoch kurz Stellung beziehen wollen.

 

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