Nachbarn der Gießerei Trompetter im Landratsamt – Erörterungstermin am 16. November Unterschriften gegen Staub und Lärm

Unterschriftenübergabe im Landratsamt in Bayreuth. Ingo Grädtke, Dagmar Wahler, Andrea Thater und Ronny Thater bei Landrat Hermann Hübner. Foto: Andreas Harbach

479 Bindlacher Bürger sprechen sich dagegen aus, dass der Gießerei Trompetter die Produktionserweiterung gestattet wird. Gestern übergaben Andrea Thater und Ingo Grädtke, Sprecher der Anwohner, die Unterschriftenliste an Landrat Hermann Hübner in Bayreuth.

Mit den Unterschriften erhielt Landrat Hübner auch einen weiteren Ordner. Darin hatten die Anwohner ihre Einwendungen gegen die Produktionserweiterung gesammelt. 22 Gegenargumente tragen sie vor. Die werden nun vom Landratsamt geprüft. „Es ist gut, dass Sie sich äußern“, sagte der Landrat mit den Ordnern in der Hand. „Wir nehmen das sehr ernst“.

Im Sommer 2011 hatte das Landratsamt die Firma Trompetter dazu bewegen können, auf ihrem Betriebsgelände umzuräumen. Damals waren Lärm verursachende Abläufe vom dem an Stöckig grenzenden Teil des Betriebsgeländes verlagert worden.

Betrieb beschäftigt fast 100 Mitarbeiter

Dennoch kommt es offenbar immer noch zu Beeinträchtigungen für die Anwohner. „Der Lärm ist unerträglich“, sagte Dagmar Wahler während der Unterschriftenübergabe. Ihr Haus steht gegenüber der Gießerei auf der anderen Seite der Bahnstrecke.

Die Eisengießerei Trompetter produziert seit fast 50 Jahren an der St.-Georgen-Straße und beschäftigt dort fast 100 Mitarbeiter. Das Unternehmen will nun seine Betriebszeiten von 16 auf 24 Stunden erweitern und beabsichtigt, in drei Schichten zu arbeiten. Die Gießerei will ihre Schmelzleistung von 57 Tonnen auf 88 Tonnen erhöhen, und zudem will Trompetter einen neuen Schornstein mit einer Höhe von 25 Metern statt bislang 15 Meter bauen. Dafür nennt das Unternehmen wirtschaftliche Gründe. Angeblich gibt es einen großen Auftrag, zudem sollen Produktionsspitzen aufgefangen werden.

Dicke Luft hatte es in Stöckig bereits vor sechs Jahren gegeben. Im Juli und August 2011 beschwerten sich die Anlieger über Lärm, Geruch und Staub. Schon damals forderten sie das Landratsamt mit Unterschriften dazu auf, für Abhilfe zu sorgen. 40 Unterzeichner hatten sich an der Aktion beteiligt.

Die Bürger pochten schon damals auf Auflagen

Die Anwohner waren schon damals der Ansicht, die Firma Trompetter halte sich nicht an die Auflagen. Das Landratsamt müsse dafür sorgen, dass alles rechtens zugehe und niemand belästigt werde.

Der Gemeinderat hatte jüngst gegen die Produktionserweiterung gestimmt. 30 Bürger waren zu der öffentlichen Sitzung gekommen.

So geht es weiter: Wie der Landrat gestern sagte, können noch bis Montag, 4. September, Einwendungen dagegen vorgetragen, dass Trompetter seine Produktion ausweitet. Die Vorschriften für das Genehmigungsverfahren sähen im Anschluss daran einen Erörterungstermin mit den Betroffenen und den beteiligten Behörden vor. Dieser Termin werde am 16. November stattfinden. Wie Hübner erläuterte, werde an der mehrstündigen Veranstaltung ein größerer Personenkreis teilnehmen. Der Erörterungstermin würde deshalb im großen Sitzungssaal des Landratsamtes stattfinden.

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