Nach dem "Gschmäckla" ein Maulkorb

Liegt mit Altbürgermeister Hans Dötsch, SPD, im Clinch: Heinersreuths Bürgermeisterin Simone Kirschner, CSU.

Es geht um vier Mitarbeiter im Rathaus, die besser bezahlt werden und um den Vorwurf an Bürgermeisterin Simone Kirschner, sie vermenge gemeindliche Belange und private Interessen. Eine Mixtur, die in der Gemeinderatssitzung überkochte. Mal wieder. Von Stasi-Methoden ist die Rede und von umgehängten Maulkörben. Kirschner, deren jetziger Lebensgefährte im Bauhof arbeitet, will sich das nicht gefallen lassen.

Die Gräben im Heinersreuther Gemeinderat sind inzwischen sehr tief. Die Hintergründe vielfältig und auch sehr privater Natur.

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Jüngster Auslöser ist dritter Bürgermeister Jürgen Weigel, der bei der Jahresversammlung der SPD die Gemeindepolitik kritisiert. Vor allem den Stellenplan, der gegen die Stimmen der SPD beschlossen wurde. Hier sei "eine Vermischung von gemeindlichen Belangen und privaten Interessen nicht zu übersehen", zitiert Kirschner zum Ende der öffentlichen Gemeinderatssitzung aus einem Bericht im Kurier und hält gegen. Sie weist darauf hin, dass es trotz der Mehrausgaben Einsparungen im Personalbereich im Höhe von rund 40 000 Euro gebe. Die Erhöhungen "machen im Geldbeutel, je nach Steuerklasse, im besten Fall geschätzt um die 25 Euro aus", verdeutlicht Kirschner den Umfang für die einzelnen Mitarbeiter.

Private Interessen berührt

Weigel - sichtlich überrascht - betont in seiner Erwiderung, dass er von Leuten angesprochen worden sei, weshalb sich Heinersreuth "den bestbezahlten Bauhof im Landkreis" leiste. Und: "Man weiß ja, dass private Interessen der Bürgermeisterin berührt sind. A weng a Gschmäckla ist schon dabei. Wie jeder Bürger das liest, bleibt ihm selbst überlassen."

Damit beendet Kirschner die Debatte und lässt einen sichtlich erzürnten Hans Dötsch, SPD, nicht mehr zu Wort kommen. Weigels Stellungnahme werde im Gemeindeblatt abgedruckt, verspricht Kirschner. "Darauf haben unsere Bürger ein Recht."

"Er ist nur Gemeinderat"

Warum sie Dötsch nicht mehr zu Wort kommen ließ, begründet Kirschner mit der Gemeindeordnung. Sie habe vorher gefragt, ob es noch Redebeiträge gebe, und das sei nicht der Fall gewesen. Und: "Dötsch vergisst manchmal, wer er ist. Er ist nur Gemeinderat."

"Will nicht daran rütteln"

Den Vorwurf, dass der Bauhofleiter extrem hoch eingestuft sei, räumt auch Kirschner ein. "Aber das ist nicht zu meiner Zeit passiert. Und ich will auch nicht daran rütteln, denn das wäre demotivierend." Die Einsparungen für die Gemeinde seien trotzdem gelungen durch den kompletten Verzicht auf einen Kredit und die Streichung der Stelle des Verwaltungsleiters. "Für mich ist es wichtig, die Leute da einzusetzen, wo es ihnen Spaß macht, dann sind sie motivierter," sagt Kirschner. Und private und dienstliche Interessen könne sie sehr wohl auseinanderhalten. "Das ist alles sehr gut getrennt."

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