Nach 0:2-Rückstand Tigers bezwingen EHC Freiburg mit 4:2

Nicht nur eifrig und kampfstark wie immer präsentierte sich Kevin Kunz (rechts), sondern auch spielstark. Das erste Tor bereitete er mitentscheidend vor, das zweite erzielte er selbst. Foto: Peter Kolb

EISHOCKEY. Zum vierten Mal in dieser Saison der DEL2 haben die Bayreuth Tigers ein Spiel in der regulären Spielzeit gewonnen. Gegen den EHC Freiburg setzte sich das Schlusslicht am Freitagabend mit 4:2 (0:1, 1:1, 3:0) durch und punktete damit zum fünften Mal innerhalb der letzten sieben Spiele.

Dass man den Aufwärtstrend als beständig bezeichnen darf, belegt auch der Spielverlauf. Schließlich lagen die Bayreuther gegen einen als defensivstark bekannten Gegner mit 0:2 zurück, ließen sich aber nicht beirren und siegten letztlich völlig verdient.

„Es war eine turbulente Woche für uns, die ja mit einem 0:7 begonnen hatte“, sagte Tigers-Trainer Petri Kujala. „Jetzt darf man aber sehr zufrieden sein, wie die Jungs derzeit spielen. Heute sind sie sogar nach einem 0:2 zurückgekommen. Zudem hatten wir einen Gegner, gegen den wir mehr selbst das Spiel machen mussten als gegen die Spitzenteams. Das war eine neue Rolle für uns, aber ab dem zweiten Drittel haben wir das gut gemacht.“

Durchaus erwartungsgemäß boten zwei der vier Mannschaften mit den wenigsten Saisontoren kein Offensivspektakel. Vielmehr neutralisierten sie sich zunächst über weite Strecken – auch wenn der erste zwingende Angriff gleich zum 0:1 führte: Ryon Moser traf im Nachschuss. Danach hatten die Freiburger ein wenig mehr Scheibenkontrolle in der Angriffszone, dafür kamen die Bayreuther ein wenig häufiger zum Schuss (verfehlten dabei aber auch häufiger das Tor). Typisch dafür: Die längste Phase mit Feldvorteilen der Gäste endete mit der größten Chance der Tigers, als Luca Gläser einen Konter nach guter Vorarbeit von Sebastian Busch mit einem Lattentreffer abschloss (15.). Wenig später folgte beim Spiel mit vier gegen vier die längste und stärkste Druckphase der Bayreuther, in der sie mehrfach knapp das Ziel verfehlten. Ähnlich verlief auch das erste Überzahlspiel in den letzten 94 Sekunden des ersten Abschnitts, aber trotz einiger Schüsse musste Freiburgs Torhüter Matthias Nemec keine Wunderdinge vollbringen.

Vom 0:2 nicht aus der Bahn geworfen

Das zweite Drittel eröffneten die Bayreuther mit sichtlichem Bemühen um mehr Angriffsdruck und Tempo. Schon in der ersten Minute benötigte Nemec eine Portion Glück, als er einen Schuss von Gläser mit der Schulter nach oben abwehrte und die Scheibe hinter ihm auf die Latte fiel. Auch das 0:2 durch einen von Freiburgs Topscorer Nikolas Linsenmaier glänzend abgeschlossenen Konter, warf die Gastgeber nicht aus der Bahn. Obwohl sich die Wölfe nun auf ihre defensiven Qualitäten konzentrieren konnten, verdienten sich die Tigers den Anschlusstreffer. Großen Anteil daran hatte das hartnäckige Forechecking des gewohnt eifrigen und kampfstarken Kevin Kunz, der die Scheibe im Angriffsdrittel hielt, als sich die Freiburger schon nach vorne orientiert hatten. Die dadurch entstehende kurzzeitige Überzahl spielte Michal Bartosch mit seinem Querpass zu Martin Heider optimal aus. Wie deutlich sich das Geschehen in dieser Phase zugunsten der Gastgeber entwickelte, zeigte die Auszeit von Freiburgs Trainer Leos Sulak (31.). Danach wirkten die Gäste defensiv geordneter und erzwangen wieder ein ausgeglichenes Spiel mit verteilten Chancen (aber abwechslungsreicher als in den ersten 20 Minuten).

Den letzten Abschnitt eröffneten die Tigers mit 1:53 Minuten in Überzahl. Einzige Ausbeute blieb jedoch der dritte Treffer ans Torgestänge, als ein Weitschuss von Jozef Potac den Pfosten traf. Die Bayreuther setzten aber nach und verdienten sich den Ausgleich durch den mehr und mehr auffälligen Kunz per Direktabnahme nach erneut starkem Querpass von Bartosch. Das 3:2 resultierte aus einem sehenswerten Angriff des gesamten Tigers-Teams, den Mark Heatley abschloss (auch wenn der entscheidende Pass vielleicht eher für Ville Järveläinen gedacht war).

Danach begingen die Gastgeber nicht den Fehler, den Vorsprung in der eigenen Zone verteidigen zu wollen. Sie behielten die Initiative und hielten damit nicht nur das Geschehen vom eigenen Tor fern, sondern erspielten sich auch weitere Chancen. Erst eine Minute vor dem Ende bekamen die Freiburger eine Gelegenheit, den Torwart vom Feld zu nehmen, und das ermöglichte drei Sekunden vor dem Ende zum 4:2.

Statistik

Bayreuth Tigers: Jaeger – Potac, Heider; Newton, Mannes; Mayr, Martens; Linden – K. Kunz, Kolozvary, Bartosch; Järveläinen, Heatley, Bosas; Richter, Busch, Gläser; Gams, Kirchhofer, Kronawitter.

EHC Freiburg: Nemec – Miner-Barron, Rießle; Seeger, Brückmann; Havel, Bednar – Neuert, Baptista, Stas; Moser, Linsenmaier, T. Kunz; Herm, Mikyska, Wittfoth; Bauhof, Bräuner, Cihak.

SR: Engelmann, Oswald; Strafminuten: Bayreuth 6, Freiburg 6; Zuschauer: 1225.

Tore: 0:1 (6.) Moser (Linsenmaier, T. Kunz), 0:2 (25.) Linsenmaier (Miner-Barron, Rießle), 1:2 (29.) Heider (Bar-tosch, K. Kunz), 2:2 (45.) Kunz (Bar-tosch, Heider), 3:2 (52.) Heatley (Järveläinen, Newton), 4:2 (60.) Busch (Gläser, Richter – leeres Tor).

 

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