Mühsamer Haspo-Sieg beim Schlusslicht

Konstantester Faktor im Haspo-Angriff war das Spiel über Sebastian Schmidt. Der Kreisspieler steuerte acht Treffer bei. Foto: Peter Kolb

Die Herren von Haspo Bayreuth sind ihrer Favoritenrolle im Bayernliga-Gastspiel bei TuS Fürstenfeldbruck II nur mit Hängen und Würgen gerecht geworden. Nach einer über weite Strecken dürftigen Vorstellung feierten die Bayreuther einen 27:26 (15:12)-Auswärtssieg beim weit abgeschlagenen Schlusslicht.

„Wir haben uns einfach zu sehr von der Hektik des Spiels anstecken lassen. Hinzu kamen ein paar fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen, und außerdem haben wir die zwei Rückraumspieler der Fürstenfeldbrucker nie in den Griff bekommen“, nannte Gästecoach Mathias Bracher gleich drei Gründe für das lange Zittern, das erst Michael Neumaier mit seinem Wurf aus dem rechten Rückraum 30 Sekunden vor Spielende zum 27:26-Siegtreffer in ein kollektives Aufatmen auflöste. Die von Bracher erwähnten Fürstenfeldbrucker Rückraumspieler Kilian Schweinsteiger (12 Tore) und Alexander Weindl (8) steuerten zusammen 20 Treffer bei und unterstrichen die nicht zu kaschierenden Defensiv-Probleme der Gäste. Zudem leisteten sich die Haspo-Herren zu viele Fehlversuche aus allen Positionen, was auch die nur drei von sieben getroffenen Siebenmetern belegen.

Die Bayreuther starteten konzentriert in die Partie, lagen zunächst mit 4:2 und dann mit 7:4 in Front, ehe sie sich über den 9:9-Ausgleich zur 15:12-Pausenführung mühten. Auch wenn nicht alles Gold war, was glänzte, wenigstens das Spiel auf Kreisläufer Sebastian Schmidt – er war mit acht Treffern herausragender Haspo-Torschütze – war eine offensive Konstante im Gästeteam.

0:5-Serie zum 16:17-Rückstand

Nach der Pause drohten den Bayreuther aber zunächst die Felle in der nun immer zerfahreneren Partie davon zu schwimmen, nachdem Fürstenfeldbruck einen 12:16-Rückstand bis zur 37. Minute in eine 17:16-Führung verwandelt hatte. Erst eine Bayreuther Auszeit und eine klare Ansage von Haspo-Coach Bracher brachten die Gäste zurück in die Spur.

„Das Gute war, dass wir in dieser hektischen Phase nicht komplett durchgedreht sind“, sagte Mathias Bracher. Er sah, wie sein Team das Zepter wieder an sich riss, obgleich es sich nie mehr entscheidend absetzen konnte, auch weil einige Überzahlsituationen nicht gut ausgespielt wurden. So wurden die zwei Punkte erst in der Schlussminute mit Neumaiers Treffer und einer nachfolgend konzentrierten Verteidigung gesichert.

Dennoch sei der Sieg nicht glücklich gewesen. „Ich habe nicht gesehen, dass wir heute irgendwelche Geschenke bekommen haben“, blickte der Bayreuther Trainer zurück und räumt ein: „Fürstenfeldbruck hat auch definitiv nicht wie ein Tabellenletzter gespielt, der erst zwei Punkte auf dem Konto hat.“

Haspo Bayreuth: Wittmann, Lehnard – Herrmannsdörfer (2), Hümpfer (4), Tscheuschner (1), Hauenstein, S. Berghammer (3), Neumaier (4/2), Schmidt (8), Meyer-Siebert, Saborowski (3), Schreibelmayer (2/1).

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