Mittelstand Wirtschaftsverband will in der Region Fuß fassen

Bettina Angerer ist Verbandsbeauftragte des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) für Oberfranken/Nordbayern in Bayreuth. Foto: red

BAYREUTH. Brauchen die Unternehmen in der Region noch ein Netzwerk, noch ein Sprachrohr? "Auf jeden Fall", sagt Bettina Angerer. Sie baut seit drei Monaten eine Vertretung des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) für Oberfranken auf - mit Sitz in Bayreuth.

Die berühmten 100 Tage Einarbeitungszeit sind so gut wie vorbei, Bettina Angerer hat viele Gespräche geführt - mit Vertretern der Uni und aus der Politik, weil sie "Türöffner" braucht. Vor allem aber hat sie mit Unternehmern geredet. Denn die sollen beim BVMW ja im Mittelpunkt stehen. So hat sie kürzlich einen ersten runden Tisch in Bayreuth veranstaltet: "Auf 15 Anmeldungen hatte ich beim ersten Mal gehofft, bei 30 habe ich die Liste schließen müssen." Interesse scheint also da zu sein.

Weißer Fleck auf der Landkarte

50.000 direkte Mitglieder hat der BVMW in Deutschland, nimmt aber für sich in Anspruch, über die Mittelstandsallianz sogar 600.000 Unternehmen zu vertreten. Da wundert es schon etwas, dass Oberfranken für den Verband bislang ein weißer Fleck auf der Landkarte war, gibt auch Angerer zu. Schließlich sei die Region ausgesprochen mittelständisch geprägt.

Hier jetzt von vorne anzufangen, habe Vor- und Nachteile, sagt Angerer, die in verschiedenen Lehrtätigkeiten unter anderem für die IHK bereits vielfältige Kontakte zu heimischen Unternehmen hatte und hat. Natürlich sei es mühsamer, nicht auf bestehende Verbandsstrukturen vor Ort zurückgreifen zu können. Dafür könne sie eigene Ideen ohne Umweg umsetzen.

Lösungen auch für spezielle Probleme

Aber was hat man von einer Mitgliedschaft? Angerer verweist unter anderem auf Lösungen auch für sehr spezielle Fragen und Probleme, die man direkt aus dem Verbund der 50.000 Mitglieder ziehen könne. Und zwar meist schneller und individueller, als man das vielleicht von anderen Institutionen gewöhnt sei. Außerdem gebe es mehr als 1000 Experten, auf die man Zugriff habe - zu "mittelstandsgerechten Preisen", wie es beim Verband heißt. Solche Experten will Angerer auch zu öffentlichen Vorträgen einladen. BVMW-Mitglieder könnten dann aber zusätzlich ein persönliches Beratungsgespräch mit ihnen bekommen.

100 Mitglieder in zwei Jahren

Als reine "Mitgliedersammelstelle" für den BVMW wolle sie nicht agieren, betont Angerer. In den ersten beiden Jahren rund 100 Mitglieder zu überzeugen, hält sie für realistisch, "wenn man bei Null anfängt". Und wenn man bestehenden Netzwerken und Institutionen nicht in die Quere kommen will: "Wir sehen es vielmehr als eine wichtige Aufgabe, bestehende Netzwerke zu verbinden."

Keimzelle Bayreuth

Bayreuth und Umgebung sollen dabei als Keimzelle dienen, um mittelfristig zumindest ganz Oberfranken zu betreuen. Dann müsse allerdings auch an eine Geschäftsstelle mit Mitarbeitern gedacht werden: "Sonst kann man die Mitgliedsunternehmen nicht ordentlich betreuen."


Info: Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) sieht sich als branchen-unabhängige Vertretung kleiner und mittlerer Unternehmen. Er hat nach eigenen Angaben rund 50.000 direkte Mitglieder. Bezieht man die Fach- und Branchenverbände der Mittelstandsallianz mit ein, spricht der Verband für insgesamt über 600.000 Unternehmen mit rund zwölf Millionen Beschäftigten.

Der Verband sieht es als eine seiner Aufgaben, die Interessen des deutschen Mittelstands gegenüber Politik, Behörden, Gewerkschaften und Großunternehmen zu vertreten. In der Fläche ist er mit rund 300 Beauftragten vertreten. Außerdem betreibt er mehr als 30 deutschsprachige Auslandsbüros.

 

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