Mistelbach 2019 Ein Jahr der Planungen

Eine Umgehungsstraße soll die Ortsdurchfahrt von Mistelbach entschärfen. Foto: Andreas Harbach

MISTELBACH. Bürgermeister Matthis Mann könnte sich entspannt zurücklehnen: Seine Gemeinde ist schuldenfrei, Kreditaufnahmen mussten seit 2002 nicht mehr getätigt werden und die Rücklagen betragen rund 2,8 Millionen Euro. Größere Projekte in diesem noch neuen Jahr: Fehlanzeige. Und doch gibt es ein Thema, „das uns in diesem Jahr verstärkt beschäftigen wird“, sagt Mann: Die geplante Umgehungsstraße.

Dass es nach einer längeren, juristisch bedingten Unterbrechung in diesem Jahr weitergehen wird mit der Planung der Umgehungsstraße, ist auf die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes in Leipzig zurückzuführen. Dieses hatte den Planfeststellungsbeschluss für die Umgehungsstraße als rechtskräftig befunden. „Wir haben jetzt wieder Baurecht“, sagt Mann. Das Staatliche Bauamt in Bayreuth würde derzeit eine Kostenanalyse durchführen.

Die alles entscheidende Frage sei, sagt Mann: „Wie sind die Kosten zu handeln?“ Soll heißen: Wie verteilen sich die von der Gemeinde zu tragenden Kosten über die nächsten Jahre? Zurückgelegt hat die Gemeinde rund 2,7 Millionen Euro. Die Sorge mancher Bürger, dass damit die Rücklagen nahezu aufgebraucht würden, konnte Mann schon in der Bürgerversammlung im Dezember des vergangenen Jahres zerstreuen. Es käme ja auch in den nächsten Jahren Geld in die Kasse der Gemeinde. 

Es sind jedoch nicht die Kosten für den Bau der Umgehung, die Mann Sorgen bereiten. Es ist der Umgang der Befürworter und Gegner miteinander. Er hoffe inständig, sagt er im Gespräch mit dieser Zeitung, dass man respektvoll mit dem Thema und miteinander umgehe. Er wisse, dass es keinen Mittelweg, dass es nur schwarz oder weiß gebe, dass man für oder gegen die Umgehung sei.

Vielleicht könne man einen Konsens finden, mit dem Gegner und Befürworter leben können. 2019 werde auf jeden Fall ein „spannendes Jahr“, sagt Mann. Besonders was den Grunderwerb betreffe. „Das wird mit Sicherheit Probleme bringen“, ist Mann überzeugt. Er hoffe, dass es nicht zum Äußersten, zu Enteignungsmaßnahmen komme. Mit dem Bau der Umgehung rechnet Mann nicht vor 2021.

Eine wichtige Maßnahme soll auf jeden Fall noch in diesem Jahr umgesetzt werden: Nach dem Bau des Kinderhortes gelte es nun, den Schulgarten anzulegen und jene Fläche zu pflastern, auf der die vom Hort genutzten Container standen. Straßensanierungen? Wasserleitungsbau? Fehlanzeige. In den nächsten beiden Jahre stünden keine Straßensanierungen an, sagt Mann. Und die Wasserversorgung, in die die Gemeinde zwischen 2010 und 2014 rund 1,1 Millionen Euro investiert habe, funktioniere problemlos.

Wenn er etwas verbessern könnte, dann wäre es das Angebot an Bauplätzen. Mistelbach sei eine sehr gefragte Gemeinde, sagt Mann. Bis auf einige wenige private Baugrundstücke seien alle Baugebiete voll belegt. Er kämpfe nun schon seit drei Jahren dafür, ein neues Baugebiet auszuweisen, betont Mann, beiße bei den Grundstücksbesitzern jedoch auf Granit. „Es will keiner verkaufen.“

Was die Gemeinde so attraktiv macht, ist zum einen die Nähe zur Stadt Bayreuth und zum anderen die gute Infrastrukturen. Zwei Ärzte, Apotheke, Schule, Hort, Kindergarten, Krippe und vier Gaststätten sowie Einkaufsmöglichkeiten stehen den 1600 Einwohnern zur Verfügung. Vielleicht trug auch dieses im Landkreis einmalige Angebot der Gemeinde dazu, Neubürger anzulocken: Seit 2008 mussten Eltern keine Gebühren mehr für das letzte Kindergartenjahr zahlen. Die Kosten trug die Gemeinde, bevor der Freistaat das „Modell Mistelbach“ übernahm.

Trotz der tollen Situation, in der sich die Gemeinde Mistelbach befindet – ausruhen können sich die Gemeinderäte nicht. In diesem Jahr werden sie sich Gedanken über die Zukunft ihrer Gemeinde machen müssen. „Es schadet nichts, wenn man Überlegungen anstellt darüber, wie sich die Gemeinde in Zukunft entwickeln soll“, sagt Mann und nennt Themen wie Bau- und Gewerbegebiete, Kauf von Brachflächen und Seniorenheim.

An den finanziellen Mitteln, das eine oder andere Projekt umzusetzen, wird es auch in Zukunft nicht mangeln. Mann: „Wir haben lange und treue Gewerbesteuerzahler, die Kasse ist immer gut gefüllt.“

 

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