Millioneninvestition Altstädter bauen neues Trainingsgelände

Stellt zum Saisonende sein Amt zur Verfügung: SpVgg-Geschäftsführer Mathias Fleischmann. Foto: Peter Kolb

FUßBALL. Es ging zwar (ausnahmsweise) einmal nicht turbulent bei der Jahresversammlung der SpVgg Bayreuth im Becher-Saal zu, dennoch hatten die Verantwortlichen den 58 anwesenden Mitgliedern einiges zu bieten: ein Millionenprojekt, einen geplanten Rücktritt – und dann machte noch ein Gerücht die Runde.

"Was ist eigentlich dran, dass unsere Zweite Mannschaft abgemeldet wird?“ So beendete der Spielleiter der Regionalliga-Reserve, Karsten Kamper, seine Ausführungen über die vergangene und derzeit laufende Spielzeit und richtete die Frage direkt an Vorsitzenden Christian Wedlich.

Der blieb in seinen Ausführungen eher kryptisch. Man brauche die zweite Mannschaft und auch die A-Junioren, schließlich wolle man Talente in die „Erste“ integrieren. Aber es gebe insgesamt finanzielle Defizite, die hohen Kosten für den allgemeinen Spielbetrieb werden nicht gedeckt. „Es ist noch nichts beschlossen. Aber wir haben keine Abmeldung vor“, beruhigte der 51-jährige die Gemüter.

25.000 Quadratmeter für neue Spielfelder

Die vorgesehene Erweiterung des Trainingsgeländes wird einen weiteren Batzen verschlingen. Dank des Tauschs mehrerer Grundstücke steht den Altstädtern „nach vier Jahren Diskurs mit der Stadt“ (Wedlich) nun in Richtung Kreislehrgut eine zusätzliche Fläche von rund 25.000 Quadratmetern zur Verfügung, die für neue Spielfelder genutzt werden soll.

Zudem sollen die vorhandenen Plätze saniert und auch mit Kunstrasen versehen werden und ein neues Sportheim entstehen. Rund vier Millionen Euro sind dafür veranschlagt, für die maximale Fördermittel von 30 Prozent (20 vom Verband, zehn von der Stadt, sofern es die Haushaltslage zulässt) zur Verfügung stehen.

Fertigstellung in fünf bis zehn Jahren

Fertig sein soll das neue Altstädter Zuhause, „sofern kein weißer Ritter kommt und sich finanziell beteiligt“ (Wedlich), in fünf bis zehn Jahren. „Wir sind noch auf der Suche nach weiteren Ideen, wie das zu finanzieren ist“, sagte der Vorsitzende. Die von der Versammlung mit zwei Gegenstimmen und drei Enthaltungen beschlossene Neuordnung der Mitgliederbeiträge, nach der passive Mitglieder etwas weniger, dafür aktive etwas mehr zahlen müssen, wird dazu sicherlich nicht ausreichen. Freilich soll der finanzielle Zuwachs zu einem Großteil auch in die Ausbildung gesteckt werden. Derzeit haben die Altstädter 620 Mitglieder, davon sind 363 in 16 Mannschaften im Einsatz.

In Sachen Spielbetriebs-GmbH fand Geschäftsführer Mathias Fleischmann klare Worte: „Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind nicht die besten. Was die Zuschauerzahlen angeht, hat die Spielvereinigung in Relation zur Einwohnerzahl anderer Regionalliga-Konkurrenten die niedrigste Besucherzahl.“ Mit dem jetzigen Schnitt sei die Liga nicht zu stemmen. „Ich hoffe nun auf einen Schub durch die neue Tribüne und auf das Flutlicht im nächsten Jahr.“

Und dann kam Fleischmann auf den Punkt: „Eine GmbH ist ein Wirtschaftsbetrieb und braucht eine professionelle Struktur.“ Ehrenamtlich sei die Geschäftsführung – zumal alleine – nicht mehr zu stemmen. Seine bisherigen Kollegen in dieser Position, Wolfgang Gruber, und der für das Marketing zuständige Christian Höreth, stehen aus beruflichen, beziehungsweise persönlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung.

Fleischmanns Vorwurf in Richtung Höreth, „Fahnenflucht“ begangen zu haben, die beim Militär eine Erschießung nach sich ziehen würde, wollte dieser auf Anfrage nicht stehen lassen: „Mein eigentlicher Grund für den Rücktritt lässt sich an diesem Statement von Herrn Fleischmann ablesen. Doch ändert das nichts an meiner Liebe zum Verein.“

Fleischmann tritt zum Saisonende zurück

Fleischmann wird zum Saisonende seine Position aufgeben: „Wir müssen einen professionellen Geschäftsführer finden, der die Spielvereinigung für die Dritte Liga fit macht. Und daher müssen wir für die kommende Saison einen Etat zusammenstellen, der professionelle Strukturen erlaubt.“ Der Haushaltsansatz für die Regionalliga liegt derzeit bei 600.000 Euro.

 

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