Messerangriff offenbar wegen eines Handys

Symbolfoto: dpa

Bluttat an einem Kind: Mit schweren Verletzungen musste ein sechsjähriger Bub in ein Krankenhaus eingeliefert werden. In einem kleinen Ort im östlichen Landkreis Bayreuth soll ein 15-jähriger Nachbarsjunge auf ihn eingestochen haben, berichteten Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Bayreuth. Auslöser war vermutlich der Streit um ein Handy. Der verletzte Junge schwebte offenbar in Lebensgefahr.

Die Lage nach der Tat war zunächst verwirrend. Kurz vor 18 Uhr am Sonntag tauchten der Verletzte und sein 15-jähriger Begleiter in ihrem Heimatort bei einem Anwesen auf und baten um Hilfe. Umgehend setzte der Bewohner einen Notruf ab. Während der Sechsjährige von Ersthelfern und dem Rettungsdienst versorgt wurde, äußerte der Jugendliche, dass ein Unbekannter dem Kind die Verletzungen am Rücken und am Hals zugefügt habe.

Aussage des 15-Jährigen offenbar eine Ausrede

Dies war nach ersten Erkenntnissen der Polizei eine Ausrede, denn erste umfangreiche Fahndungsmaßnahmen erbrachten keine entsprechenden Erkenntnisse, teilten das Polizeipräsidium Oberfranken und die Staatsanwaltschaft auf Anfrage unserer Zeitung in einer gemeinsamen Presseerklärung am Donnerstag mit. Auch ein Tatort konnte zunächst nicht lokalisiert werden. Deshalb kam ein Polizeihund zum Einsatz, der auf einer Wiese entsprechende Spuren feststellen konnte.

Nach Kurier-Informationen wurde der Sechsjährige im Krankenhaus notoperiert. Möglicherweise schwebte das Kind sogar in Lebensgefahr. Es soll bei dem Messerangriff schwere Verletzungen am Hals und im Brustkorb erlitten haben. Auch die Lunge könnte verletzt worden sein.

Verletztes Kind auf dem Weg der Besserung

Noch am Abend nahmen Beamte der Kriminalpolizei Bayreuth die Ermittlungen wegen eines Gewaltdelikts auf. Wie sich dabei herauskristallisierte, war wohl der 15-Jährige selbst für die Verletzungen des Kindes verantwortlich. Er wurde deshalb vorläufig festgenommen.

Die Klärung aller weiteren Umstände ist Gegenstand der auf Hochtouren laufenden Ermittlungen von Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Bayreuth. Der Sechsjährige befindet sich nach der Operation auf dem Weg der Besserung. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bayreuth wurde der 15-Jährige in eine Jugendhilfeeinrichtung gebracht.

Anwohner registrieren verwundert den Großeinsatz der Polizei

Weder Polizeipräsidium noch Staatsanwaltschaft wollten auf Kurier-Anfrage weitere Einzelheiten zu der Bluttat mitteilen. Man müsse zunächst die weiteren Ermittlungen abwarten, sagte Leitender Oberstaatsanwalt Herbert Potzel in Bayreuth.

Die Messerattacke sorgte in dem beschaulichen Ort im östlichen Bayreuther Landkreis, in dem jeder jeden kennt, für große Aufregung. Die Einwohner registrierten an dem betreffenden Tag verwundert einen größeren Einsatz von Rettungskräften und Polizeibeamten, der zunächst nicht zu erklären war und für reichlich Gesprächsstoff sorgte.

Unklar, ob die Tatwaffe bereits gefunden wurde

Dem Vernehmen nach gab es zwischen dem Kind und dem Jugendlichen einen Streit um ein Handy, das der Sechsjährige dabeihatte. Der Streit eskalierte dann in mehreren Messerstichen. Wie es zu diesem massiven Gewaltausbruch kommen konnte, darüber herrschte Rätselraten.

Ein größeres Polizeiaufgebot suchte bis zum Sonntagabend das Messer und das Handy. Ob das Tatwerkzeug und das Mobiltelefon gefunden wurden, blieb zunächst unklar. Ein Anwohner berichtete, im Ort habe nach den Messerstichen regelrechte Angst geherrscht, zumal anfangs von einem Unbekannten die Rede war, der den Angriff ausgeführt haben soll.

Der Gesprächsbedarf im Ort ist groß. Um das Geschehen aufzuarbeiten, fand ein paar Tage später eine Sitzung des Kirchenvorstandes statt. Über die Ergebnisse ist nichts bekannt.

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