Menschenmenge erschwert Wiederbelebung

Symbolfoto: Jan Woitas/dpa

Obwohl bis zu 60 Menschen seine Wiederbelebung in Frankfurt erheblich erschwert haben, ist ein 19-Jähriger außer Lebensgefahr.

Der junge Mann war am Montagnachmittag in der Frankfurter Innenstadt in der Nähe eines Fast-Food-Lokals an der Konstablerwache zusammengebrochen. Die herbeigerufenen Sanitäter und der Notarzt wurden bei ihrer Arbeit jedoch von bis zu 60 Menschen „massiv gestört“, wie die Polizei am Mittwoch berichtete.

Die zur Unterstützung herbeigerufene Polizei sei ebenfalls behindert worden. Ein Beamter wurde geschubst, als er versuchte, den Weg für die Rettungskräfte frei zu halten und die Menge zu beruhigen.

Ein ebenfalls 19 Jahre alter Mann habe mit Rufen wie „Die Polizei schlägt immer Leute!“ die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Infolgedessen hätten sich immer mehr Menschen zu der Gruppe gesellt und die Rettungsmaßnahmen erschwert.

Unter den 50 bis 60 Menschen seien einige gewesen, die sich regelmäßig an der Konstablerwache aufhalten und der Polizei bereits bekannt sind. Aber auch Passanten stellten sich zu der Gruppe.

Verstärkung

Erst als weitere Polizisten zur Unterstützung eintrafen, konnte der 19-Jährige ungestört reanimiert und anschließend in ein Krankenhaus gebracht werden.

Zum Milieu machte die Polizei zunächst keine genaueren Angaben. Bei dem 19-Jährigen gebe es aber den noch unbestätigten Verdacht, dass er aufgrund einer Überdosis an Drogen zusammengebrochen sei, sagte eine Sprecherin.

Er soll dessen ungeachtet zuvor aus zunächst unbekannten Gründen ein Schaufenster in der Nähe eingeschlagen haben. Es wird wegen Sachbeschädigung ermittelt.

Die beiden 19-Jährigen - der Zusammengebrochene und der Rufer - kannten sich ersten Ermittlungen zufolge nicht. Der Störer war vorläufig festgenommen worden, der Polizei aber zuvor auch nicht bekannt.

Einsatzkräfte entsetzt

„Es scheint mittlerweile keine Hemmschwellen mehr zu geben, auch Rettungsdienst- und Feuerwehrkräfte anzugreifen oder massiv an ihrer Tätigkeit zu hindern“, kritisierte der Landesverband der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft.

Offensichtlich müssten Einsatzkräfte künftig mit Stich- und Schusswesten ausgerüstet werden, sagte der Landesgruppenvorsitzende Sven Janneck. „Es scheint, dass die Gewaltspirale sich stetig weiter nach oben dreht.“

dpa

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