Meinung Halali im Donndorfer Schlosspark

Hinweisschild im Schlosspark. Foto: Andreas Harbach

KOMMENTAR. Muss das sein? Diese Frage stellten sich Spaziergänger, die im Schlosspark Fantaisie in Donndorf Ruhe und Erholung suchten, aber Zeugen einer Entenjagd wurden. Auf den ersten Blick ist es widersprüchlich: Zelten, Musik machen und Feuer schüren sind verboten, aber Schusswaffengebrauch bei der Jagd ist erlaubt. Was unlogisch erscheint, ist bei genauer Betrachtung nichts Ungewöhnliches: Die Jagdausübung im Schlosspark ist erlaubt, der Park gehört zum Revier Eckersdorf-Donndorf.

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Der Schlosspark ist bei Spaziergängern und Ruhesuchenden sehr beliebt, da kann es leicht zu Unmut „über die Jäger“ kommen. In einem Fall soll ein Besucher sogar die Polizei gerufen haben. Die Menschen reagieren sehr sensibel auf das Thema Jagd, da ist das Handy schnell zur Hand und der Anruf bei den Ordnungshütern gemacht.

Die relativ kleinen Warnschilder an den Eingängen zum Park mit der Überschrift „Achtung Jagd!“ sind schnell übersehen, das Kleingedruckte liest der flinke Spaziergänger ohnehin nicht. Doch riesige Absperrmaßnahmen wie man sie von Drückjagden kennt, sind für eine kleine Entenjagd im Schlosspark viel zu aufwendig und nicht machbar. Und wohl auch nicht notwendig.

Der Außenwirkung bewusst sein

Was erlaubt ist, muss nicht unbedingt mit letzter Konsequenz gemacht werden. Im Endeffekt ist es Sache der Jagdpächter, ob sie im Park auf Entenjagd gehen oder nicht. Die Jagdberechtigten müssen sich bewusst sein, welche Außenwirkung sie hinterlassen.

Es ist nachvollziehbar, dass Ruhe suchende Menschen auf Schüsse mit Schrot irritiert reagieren, vielleicht Angst haben oder auch die Polizei rufen. Das Problem scheint zu sein, dass die Parkbesucher zumindest bis Anfang Dezember nur durch ein allgemeines Warnschild auf Jagdaktivitäten hingewiesen wurden. Erst nach Beschwerden wurden dann Schilder mit konkreten Hinweisen auf die Entenjagd aufgehängt. Und es wurde darauf hingewiesen, dass diese nur im Morgengrauen oder in der Abenddämmerung im südlichen Teil des Parks am Herzogweiher stattfinden.

Wieder Ruhe im Park

Das Thema sollte nüchtern betrachtet werden. Nun die Jäger zu beschuldigen, sie würden herumballern, wäre unfair, denn die Jagd im Park ist legal. Dabei steht ihnen allerdings frei, aus Rücksicht auf Ruhesuchende auf die Ausübung dieses Rechts zu verzichten. Dann könnte im Schlosspark wieder Ruhe einkehren. Und zwar vor dem 15. Januar. Ab dem Tag wäre die Jagdzeit auf Enten ohnehin zu Ende.

peter.engelbrecht@nordbayerischer-kurier.de

 

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