Mehr Störche überwintern in Bayern

Foto: Armin Weigel/dpa

Immer mehr Störche überwintern lieber in Bayern statt im fernen Afrika. In diesem Winter dürfte sich dieser Trend verstärken, sagte Oda Wieding, Storchenexpertin beim Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V., der Deutschen Presse-Agentur.

Hatten im Winter 2015/2016 Schätzungen zufolge rund 240 Störche die kalte Jahreszeit im Freistaat verbracht, waren es im Jahr darauf schon knapp 300. Vor allem im Westen Bayerns, etwa in Schwaben und Mittelfranken, gebe es das Phänomen überwinternder Weißstörche - die bekannteste europäische Storchenart. In Europa ist noch der Schwarzstorch beheimatet.

Für den Verbleib der Tiere im Freistaat gibt es einige Gründe. Seit einigen Jahren wählten Vögel vermehrt lieber Spanien als Westafrika als Winterquartier, machten sich wegen der kürzeren Route daher erst später auf - oder blieben bei günstiger Witterung einfach da, erklärt Wieding. Zudem gebe es Störche aus früheren Zuchtprogrammen, die sich ans Überwintern in Bayern gewöhnt hätten.

Strapazen und Risiken auf dem Weg gen Süden

Das müsse gar nicht schlecht sein, zumal auf dem Vogelflug gen Süden enorme Strapazen und Risiken lauerten, sagte Wieding. So drohten neben Nahrungsknappheit auf dem Weg Gefahren wie Strommasten oder scharfkantige Gegenstände sowie Dürre und Unwetter in Afrika.

Die Sorge vieler Bürger, ob der Storch hierzulande denn nicht friere oder verhungere, kann die Biologin zerstreuen. Solange kein strenger Frost herrsche, fänden Störche auch ausreichend Nahrung wie Mäuse, Regenwürmer, kleine Schnecken und Fische. Und wie alle anderen überwinternden Singvögel habe der Storch «seine Daunenjacke schon an», sagte Wieding in Anlehnung an das Gefieder der Vögel.

dpa

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