Medi verpflichtet Eric Mika Vertreter für verletzten Martin gefunden

Der beim italienischen Erstligisten Basket Brescia Leonessa in Ungnade gefallene Eric Mika (links, im Zusammenspiel mit seinem ehemaligen Teamkollegen David Moss) verstärkt ab sofort Medi Bayreuth. Foto: imago

BASKETBALL. Als Glücksfall für Medi Bayreuth hat sich ein hitziger Streit zwischen Eric Mika und seinem bisherigen Trainer Andrea Diana erwiesen. Denn am Tag nach dem Disput löste der italienische Erstligist Basket Brescia Leonessa den Vertrag mit seinem Center auf. Die Bayreuther schlugen sofort zu und verpflichteten den US-Amerikaner als Vertreter für dessen verletzten Landsmann Hassan Martin bis zum Saisonende.

Einen Tag nach Mikas 24. Geburtstag war es am Sonntag im Ligaspiel der Serie A beim Bayreuther Champions-League-Gegner Virtus Bologna zu der verbalen Auseinandersetzung gekommen. Vor einer Auszeit im letzten Viertel warf Mika seinem Coach ein „Fuck off“ an den Kopf. Trotzdem durfte er zurück aufs Feld und beendete die Partie, die mit 80:88 verloren ging, mit elf Punkten und drei Rebounds.

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Kurz vor Weihnachten hatte Brescia bereits den Vertrag mit dem ehemaligen Oldenburger Bryon Allen „im gegenseitigen Einvernehmen“ gekündigt. Davor war der Klub aus der Lombardei durch die 80:97-Niederlage gegen Ulm im Endspiel um das Weiterkommen in die Runde der besten 16 aus dem Eurocup ausgeschieden. Allen hatte in 16:34 Minuten Einsatzzeit fünf Punkte gesammelt, Mika durfte nur 4:13 Minuten ran und blieb ohne Zähler. Auch er wurde bereits damals auf dem Transfermarkt angeboten. Weiterhin zum Kader des italienischen Tabellenelften gehören der Ex-Münchner Jared Cunningham und auch der frühere Bonner Gerald Beverly.

Gute erste Saison in Europa

Bis zu seinem vorzeitigen Aus hatte der 2,08 Meter große und 104 Kilogramm schwere Mika in 13 Spielen, in denen er dreimal in der Startformation stand, bei einer durchschnittlichen Einsatzzeit von zwölfeinhalb Minuten 5,5 Punkte und 2,8 Rebounds beigesteuert. Die elf Zähler gegen Bologna waren zugleich sein Saisonbestwert. Im Eurocup waren seine Werte bei ähnlicher Spielzeit etwas schlechter (3,8 / 2,4). In seiner ersten Saison als Profi hatte er für Pesaro noch mehr als doppelt so lange auf dem Parkett gestanden und dabei 14,3 Punkte erzielt und 7,3 Rebounds geholt.

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„Eric war im Sommer ein sehr gefragter Big Man, da er in seinem Rookie-Jahr eine starke Saison in einer sehr guten italienischen Liga gespielt hat. Er hat auf dem Feld hier in Europa sofort funktioniert“, sagt Medi-Trainer Raoul Korner über den neuen Mann unter den Körben. „In dieser Saison ist er jetzt aber in eine Situation geraten, die man durchaus als chaotisch bezeichnen kann. Deshalb hat er einen Weg gesucht, wie er da herauskommen konnte. Und wir haben einen Spieler gesucht, der aus nachvollziehbaren Gründen zu dieser Zeit auf dem Markt ist und eben nicht, weil er verletzt ist oder sonst irgendetwas anderes nicht stimmt.“ Korner beschreibt Mika als einen Spieler mit hoher Energie, der sehr mobil ist. „Er ist ein exzellenter Pick-and-Roll-Spieler, der auch da hingeht, wo es wehtut, beim Rebound zupackt und auch im Low-Post spielen kann.“

Am Mittwoch in Patras noch nicht dabei

Diese Fähigkeiten kann er allerdings noch nicht unter Beweis stellen, wenn nach der dreiwöchigen Pause in der Champions League am Mittwoch mit dem Auswärtsspiel bei Promitheas Patras (18.30 Uhr) die entscheidende Phase im Kampf um die Playoffs beginnt. Den dafür nötigen vierten Platz in der Gruppe D belegt derzeit Besiktas Istanbul, punktgleich mit dem Fünften Bayreuth sowie Neptunas Klaipeda (6.) und dem BC Ostende (7.). Aber auch Patras auf dem dritten Rang ist bei noch fünf ausstehenden Partien nur zwei Siege entfernt.

„Jedes Spiel ist jetzt sehr wichtig, weil es extrem eng zugeht. Mit einem Auswärtssieg mit mehr als fünf Punkten würden wir einen großen Schritt in Richtung unseres Traumziels Playoffs machen“, unterstreicht Korner die Bedeutung des Duells mit dem Tabellenvierten der griechischen Liga. Das Hinspiel in der Oberfrankenhalle hatte seine Mannschaft nämlich mit 70:75 verloren. Entscheidend für die Niederlage waren bei durchweg besseren Trefferquoten die 23 Ballverluste, die sich die Bayreuther leisteten. „Oberstes Gebot ist definitiv, dass wir besser auf den Ball aufpassen und uns von ihrer Aggressivität nicht zu Fehlern zwingen lassen.“

Wiedersehen

Gut unter Kontrolle hatte das Medi-Team Rion Brown. Der Topscorer der Griechen mit durchschnittlich 14,7 Punkten brachte es nur auf zwei Zähler. „Er ist ein sehr wechselhafter Spieler und macht auch mal 20 Punkte und mehr. Dafür hatten wir Probleme mit ihrem Vierer, der die Dreier reingeknallt hat.“ Gemeint ist Tony Meier, der in 17 Minuten auf 17 Zähler kam. Gegen Ostende, als er fast durchspielte, gelangen dem US-Amerikaner vor einem Monat sogar 33 Punkte (8/10 Zweier, 5/8 Dreier). Trotzdem kassierte Patras mit 84:88 überraschend die dritte Niederlage auf internationalem Parkett, wobei sich das Fehlen von Leonidas Kaselakis bemerkbar machte. Der griechische Nationalspieler, der in Bayreuth ebenfalls 17 Punkte erzielt hatte, ist nach seiner Verletzungspause aber wieder mit dabei.

Zuletzt in der griechischen Liga als überzähliger siebter Ausländer pausieren musste Aufbauspieler Jake Odum. Der Ex-Bayreuther (Saison 2015/16), der Mitte November zum Promitheas-Team gestoßen ist, konnte bei seinen drei Einsätzen nur bedingt überzeugen (2,7 Punkte / 3,0 Rebounds / 5,0 Assists). Bei seinen beiden bisherigen Champions-League-Auftritten erzielte er im Schnitt immerhin neun Zähler. „Wegen ihm bekomme ich keine grauen Haare. Man weiß ja, was er kann und wo er nicht so gut ist. Er hat offensive Qualitäten, kann scoren, seine Mitspieler finden und an einem guten Tag vielleicht den Unterschied machen. Er ist aber kein kompletter Gamechanger. Was Patras auszeichnet, ist das Ballmovement und die aggressive Defense. Die Frage ist, wie er da hineinpasst.“ Bei der hohen Qualität von Patras müsse man ohnehin die Spielweise kontrollieren und nicht nur einen oder zwei Spieler ausschalten.

 

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