Medi-Team will Ausgangsposition verbessern

Ein Schlüsselduell sieht Medi-Trainer Raoul Korner zwischen Nate Linhart (rechts) und Estudiantes-Topscorer Sylven Landesberg. Beide Spieler kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit bei Maccabi Tel Aviv (Saison 2014/15). Foto: Peter Kolb

In Madrid, zu Hause gegen Venedig und zum Abschluss in Athen – Medi Bayreuth wird wohl zwei seiner verbleibenden drei Aufgaben in der Champions League gewinnen müssen, um einen der ersten vier Plätze in Gruppe C zu ergattern, die zur Teilnahme an den Playoffs berechtigen. Die erste Gelegenheit dazu bietet sich heute Abend (20.30 Uhr) beim Tabellenzweiten Estudiantes Madrid.

Vor allem durch die nicht einkalkulierte 78:79-Heimniederlage vor zwei Wochen gegen den Vorletzten Olimpija Ljubljana haben sich die Bayreuther selbst in diese ungünstige Ausgangsposition manövriert. In der Vorwoche gelang es ihnen nicht, den verlorenen Punkt mit einem Überraschungssieg gegen Tabellenführer Ban-vit Bandirma (76:88) zurückzuholen.

In der Gruppe von vier punktgleichen Mannschaften auf den Plätzen drei bis sechs sind die Bayreuther neben SIG Straßburg die einzigen, die noch zwei Auswärtsspiele bestreiten müssen. Reyer Venedig und AEK Athen dürfen indes noch zweimal zu Hause ran. Entsprechend nüchtern sah Medi-Coach Raoul Korner die Ausgangsposition vor der Abreise in die spanische Hauptstadt am Montagvormittag: „Alles ist eng beisammen, alles ist möglich. Man muss jedoch auch sehen: Wir haben das wohl schwierigste Restprogramm aller Playoff-Kandidaten.“

Im Hinspiel Niederlage nach Verlängerung

Im Hinspiel gegen Estudiantes Anfang November machte Bayreuth mit einem Kraftakt einen zwischenzeitlichen 23-Punkte-Rückstand wett, musste sich nach Verlängerung jedoch mit 84:90 (82:82, 33:50) geschlagen geben. Assem Marei und Robin Amaize fehlten damals verletzt, Aushilfscenter Javon McCrea stellte keine große Unterstützung dar. Beste Korbschützen waren Nate Linhart (21), Gabe York (20) und Andreas Seiferth (14) bei Medi sowie der israelische Swingman Sylven Landesberg (22), der kroatische Flügelspieler Goran Suton (14) und US-Center Alec Brown (13) bei Estudiantes.

Als Marschrichtung für den heutigen Auftritt gibt Trainer Korner vor: „Estudiantes ist eine Mannschaft, die sehr schnell spielt. Wir müssen es vermeiden, dass wir zu Beginn überlaufen werden, wie dies im Hinspiel der Fall war. Vielmehr wollen wir das Tempo des Spiels selbst bestimmen – und Estudiantes quasi mit den eigenen Waffen schlagen.“

Auffällig bei den Spaniern waren im Hinspiel neben dem Tempo vor allem die vielen Dreipunktewürfe. „Sie nehmen viele Würfe aus der Transition heraus, zudem haben sie große Spieler, die viele Dreier werfen“, berichtet Korner. 36 Mal suchten die Gäste in der Oberfrankenhalle das Glück von jenseits der 6,75-Meter-Linie, zwölfmal netzten sie dabei ein (Medi 8 von 19).

Nach elf Spieltagen zeigt die Statistik: Kein anderes der 32 Champions-League-Teams wirft so viele Dreier wie Estudiantes (30,9 pro Partie). Die Trefferquote ist mit 32,9 Prozent jedoch allenfalls Mittelmaß und deutlich schlechter als die von Medi (36,4). Landesberg (5,6 Versuche pro Spiel) und Center Brown (4,6) tun sich als fleißige Distanzschützen hervor, herausragend ist aber auch ihre Trefferquote mit 35,8 bzw. 33,33 Prozent nicht.

Ein besonderes Auge gilt es heute neben Topscorer Landesberg (17,0 Punkte pro Spiel) vor allem auf den NBA-erfahrenen US-Spielmacher Omar-Sharif Cook (22 Spiele für Portland und Toronto) zu werfen. Mit 7,2 Assists pro Partie ist der 35-Jährige der beste Vorlagengeber der gesamten Champions League. James Robinson soll Cook kontrollieren, Nate Linhart soll Landesberg nicht zur Entfaltung kommen lassen. „Aus der gemeinsamen Zeit bei Maccabi Tel Aviv und gemeinsamen Trainingseinheiten in den USA kennen sich beide sehr gut“, weiß Korner.

Im internationalen Wettbewerb konnten die „Studenten“ zuletzt drei Siege in Folge einfahren und haben gute Chancen auf die Playoffs. Weniger gut läuft es in der nationalen Liga ACB. Dort belegt die Mannschaft von Trainer Salvador Maldonado, einem 58-jährigen Katalanen, mit einer Bilanz von 7:10 Siegen lediglich einen enttäuschenden 13. Platz. Am Sonntag musste sie sich beim Siebten Iberostar Teneriffa, dem letztjährigen Gewinner der Champions League, 59:77 geschlagen geben. Bester Korbschütze war der serbische Shooting Guard Aleksandar Cvetkovic mit zehn Punkten.

INFO: Anders als in der nationalen Liga ACB trägt Estudiantes seine Champions-League-Heimspiele nicht im 15 000 Zuschauer fassenden Wizink Center inmitten der spanischen Hauptstadt aus, das man sich mit dem großen Lokalrivalen Real teilt, sondern im Pabellon Jorge Garbajosa (3136 Zuschauer) im Vorort Torrejon de Ardoz in unmittelbarer Nähe des internationalen Flughafens.

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