Medi-Team reist zum slowenischen Meister

Erfahrung auf allerhöchstem Niveau bringt Domen Lorbek (rechts) bei Olimpia Ljubljana ein. Unser Bild zeigt ihn bei der Weltmeisterschaft 2014 in Spanien im Duell mit NBA-Superstar James Harden. Foto: dpa

Auf welchem Niveau sich Medi Bayreuth als Neuling in der Champions League bewegt, wird deutlich beim zweiten Auswärtsspiel in der Gruppe C: Bei Olimpia Ljubljana in Slowenien trifft der Bundesligist am Mittwoch um 18.30 Uhr auf den amtierenden Meister und Pokalsieger im Land des amtierenden Europameisters.

Der slowenische Traditionsverein war seit 1992 immer in einem europäischen Wettbewerb vertreten. Lange spielte er auf höchster Ebene in der Euroleague, seit 2013 dann im Eurocup, wo er zuletzt als Tabellenfünfter die erste Gruppenphase nicht überstand. Internationale Auftritte sind für Sloweniens Meister ohnehin alltägliche Routine, denn wichtiger als die kleine heimische Liga mit nur zehn Mannschaften sind für ihn die Begegnungen in der Adriatic-League mit 23 Konkurrenten aus den anderen ehemaligen jugoslawischen Teilrepubliken. Dort belegte Olimpia Ljubljana in der vergangenen Saison den elften Platz.

Gastgeber nach zwei Niederlagen unter Druck

Es spricht für die Qualität der Champions League, dass ein Verein mit diesen Referenzen in den ersten beiden Spielen sieglos geblieben ist. Beim französischen Vizemeister SIG Straßburg, gegen den Medi Bayreuth in Bamberg mit 82:80 nach Verlängerung den zweiten Sieg errungen hat, konnte er zunächst mit 69:83 nicht viel ausrichten. Bei Banvit Bandirma in der Türkei hatten die Slowenen dann aber Pech, dass eine mit 46:32 gewonnene zweite Halbzeit die Niederlage nach Verlängerung mit 83:87 nicht abwenden konnte. Da sämtliche Heimspiele noch ausstehen, darf man sie sicher noch nicht von der Liste der Kandidaten für die vier Playoff-Plätze streichen. Allerdings stehen die Gastgeber in dieser Hinsicht nun auch schon ein wenig unter Erfolgsdruck.

Auch Medi-Trainer Raoul Korner beurteilt den Gegner nicht anhand des Tabellenstands: „Man sieht dieser Mannschaft an, dass sie aus dem Land des Europameisters kommt. Die heimischen Spieler sind sehr gut ausgebildet. Sie spielen einen gepflegten Basketball, diszipliniert und taktisch klug.“ Folglich hänge die Tagesform nicht von einzelnen dominierenden Starts ab: „Das Aufgebot ist gut ausbalanciert.“

Drei Amerikaner im Kader

Drei Amerikaner stehen im Kader von Olimpia-Trainer Gasper Okorn, von denen sich Jordan Morgan in den beiden Champions-League-Spielen mit durchschnittlich 17 Punkten als Topscorer hervorgetan hat. Der 26-jährige Center, der in Europa schon für Rom, Nantes, Paris und zuletzt Kymis in Griechenland spielte, hat mit 203 cm nicht die ganz optimale Größe für seine Position, macht das aber mit Athletik wett. Power Forward Devin Oliver (25; 204 cm; früher Limburg/BEL, Kiryat Gat/Isr und Rouen/FRA) sammelte bisher 10,5 Punkte pro Spiel und die meisten Rebounds (5,5), während US-Guard Talor Battle (29; 188 cm; Saison 2011/12 in Bonn; danach Capo d’Orlando/ITA, Mons/BEL, Tel Aviv/ISR) mit 9,0 Punkten im Schnitt, aber auch vier Ballverlusten notiert ist.

Die längste Einsatzzeit verzeichnet allerdings kein Ausländer, sondern der slowenische Flügelspieler Gregor Hrovat (23; 196 cm), der bisher über 34 Minuten pro Spiel auf dem Feld stand und dabei 11,5 Punkte erzielte. Dabei dürfte er nicht einmal der international bekannteste Olimpia-Akteur sein, denn diesen Status kann immer noch Domen Lorbek beanspruchen. Der 32-jährige Flügelspieler (199 cm) war Nationalspieler und sammelte viel internationale Erfahrung auf hohem Niveau unter anderem bei Estudiantes Madrid und Sevilla in Spanien sowie Treviso und Avellino in Italien. Er trug bisher insgesamt 16 Punkte bei

Über 650 Kilometer und zwei Grenzen mit dem Bus

Mit dem Bus machte sich das Medi-Team am Dienstagmorgen auf den rund 650 Kilometer langen Weg und wollte dann am Abend noch dort trainieren. Viel kürzer ist die Strecke innerhalb der Bundesliga nach Bremerhaven zwar auch nicht, „aber da muss man nicht zwei Grenzen überqueren“, gibt Raoul Korner zu bedenken. Daher wird heute wieder John Cox fehlen, der seine Rückenbeschwerden noch nicht hundertprozentig überwunden hat: „Ihm wollen wir die Fahrt nicht zumuten.“

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