Medi-Team haushoher Favorit gegen Gotha

Medi-Trainer Raoul Korner (links) verzichtet gegen Gotha noch auf Assem Marei (rechts). "Er könnte vielleicht wieder spielen, wir wollen aber nichts riskieren", sagt der 43-jährige Österreicher. Foto: Peter Kolb

Der Vierte der Bundesliga spielt gegen den Vorletzten, das Team mit den durchschnittlich drittmeisten Punkten gegen das mit den wenigsten. Da sollte am Sonntag um 18.30 Uhr im Duell mit Neuling Rockets Gotha eigentlich nichts gegen einen weiteren Sieg von Medi Bayreuth in der Oberfrankenhalle sprechen.

Trainer Raoul Korner gibt zwar zu, dass die Vorzeichen gut stünden und die Favoritenrolle da sei, ein großer Fan von solchen Dingen sei er aber nicht, wie er sagt. „Das ist alles irrelevant. Wir sind die stärkere Mannschaft, müssen das aber auf dem Spielfeld beweisen. Gegen Gotha genauso wie gegen Athen.“

Gegen die Griechen (80:73) feierte das Team des 43-Jährigen („Durch Unachtsamkeiten und Ballverluste wäre es fast gekippt“) am Mittwoch in der Champions League den wettbewerbsübergreifend sechsten Erfolg im achten Heimspiel, zuvor gegen Würzburg (86:80) den vierten im fünften Bundesligaauftritt vor eigenem Publikum. „Unser Blick geht schon Richtung Pokalqualifikation. Da müssen wir daheim alles mitnehmen. Besonders gegen die Mannschaften, gegen die wir von der Papierform gewinnen müssen, um dann Freiraum für die Spiele zu haben, die wir nicht unbedingt gewinnen müssen“, unterstreicht Korner die Wichtigkeit eines Sieges gegen Gotha vor den schweren Aufgaben in Ludwigsburg und gegen München.

Sein Team werde auf die starken Distanzschützen der Thüringer vorbereitet sein, die mit fast 40-prozentiger Sicherheit von jenseits der 6,75 Meter treffen. „Sie haben nicht die Inside-Präsenz wie andere, sondern stehen und fallen von der Dreipunktelinie. Wir dürfen sie nicht heiß laufen lassen“, weiß der Coach, der noch auf einen Einsatz von Center Assem Marei verzichtet. „Er könnte vielleicht wieder spielen, wird es aber noch nicht. Wir wollen nichts riskieren. Er wird erst am Freitag wieder mit Kontakt trainieren“, erklärte der Österreicher.

Sechs ehemalige Bamberger beim Neuling

Dagegen rechnet er damit, dass beim Gegner Andreas Obst wieder mit dabei sein wird. Der ehemalige Bamberger – wie der Sportliche Leiter Wolfgang Heyder, Trainer Ivan Pavic sowie seine Teamkollegen Daniel Schmidt, Johannes Richter und Dino Dizdarevic – musste zuletzt beim 56:77 gegen Frankfurt pausieren, nachdem er in seinem zweiten Länderspiel gegen Korners Landsleute einen Schlag auf den Oberschenkel bekommen hatte. Zuvor hatte der 21-Jährige den Bundesliganeuling – als Hauptrundensiebter unterlag Gotha erst im ProA-Finale dem Mitteldeutschen BC – mit neuem Karrierebestwert zum zweiten Sieg geführt. Im Kellerduell bei den noch punktlosen Tigers Tübingen (90:83) erzielte Obst 27 Punkte (7/8 Dreier). Insgesamt hat er quasi jeden zweiten seiner 51 Dreierversuche versenkt.

Auch ihren Premierenerfolg landeten die anfangs von fast schon unglaublichem Verletzungspech verfolgten Rockets auswärts. Zu neunt gewannen sie das vierte Saisonspiel in Gießen (96:71), nachdem ihnen zwei Tage zuvor gegen Bamberg (64:92) gar nur sieben Akteure zur Verfügung gestanden hatten. „Sie konnten bisher nie in der Konstellation spielen, die sie sich vorgestellt haben. Deshalb ist es schwer, etwas zu prognostizieren“, antwortet Korner auf die Frage, ob er Gotha den Klassenerhalt zutraut.

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