Medi-Team gegen formstarken Korner-Ex-Klub

Im Hinspiel in Braunschweig versenkte Gabe York (rechts) auf dem Weg zum persönlichen Bestwert von 32 Punkten sechs von acht Dreierversuchen. Zuletzt war der Bayreuther Topscorer jedoch wenig treffsicher. Foto: Peter Mularczyk

In der Champions League hat Medi Bayreuth bereits die passende Antwort auf das 68:100 bei Alba Berlin vor knapp einer Woche gegeben. Am Freitag soll eine solche auch in der Bundesliga folgen. Doch mit Trainer Raoul Korners Ex-Team Löwen Braunschweig hat der Tabellenvierte um 19 Uhr die derzeit drittstärkste Mannschaft in der Oberfrankenhalle zu Gast.

Moment mal: Braunschweig die drittstärkste Mannschaft, werden sich jetzt viele fragen. Zumindest, wenn man die aktuelle Form zurate zieht. Denn hinter dem souveränen Spitzenreiter FC Bayern München (18 Siege am Stück) und dem Zweiten aus Berlin (acht) gehört die nächstbeste Serie schon dem Tabellenzwölften aus Niedersachsen.

Zwar wurden vor der Länderspielpause „nur“ die Rockets Gotha (82:68), Jena (85:83), Frankfurt (77:74) und der Mitteldeutsche BC (71:63) bezwungen. Aber auch zuvor bei der knappen Niederlage im Nordderby in Oldenburg (84:86) hatten die Löwen Siegchancen, konnten diese nur nicht nutzen. In Berlin hatten sie kurz vor dem Jahreswechsel lediglich mit sieben Punkten Unterschied (81:88) verloren.

„Sie hatten auch die richtigen Gegner, nicht Bayern oder Bamberg“, erklärt Raoul Korner den Lauf. „Vor allem daheim sind sie sehr gefährlich und können munter drauflosspielen, weil nach unten keine Gefahr besteht und sie keine großen Ambitionen haben.“ Zudem verfüge Braunschweig über ein funktionierendes Kollektiv, aus dem Center Scott Eatherton und Guard DeAndre Lansdowne herausragen. „Es gibt genügend Teams mit Problemen, gegen die sie dann regelmäßig gewinnen.“

Über die vergangenen zehn Spiele gesehen weisen die Löwen mit sechs Siegen und vier Niederlagen die gleiche Bilanz wie Bayreuth auf und haben plötzlich sogar wieder Chancen auf die Playoffs. Platz acht, den Brose Bamberg einnimmt, ist nur zwei Punkte entfernt.

Den ersten Einzug seit sechs Jahren traut Korner seinem Ex-Klub trotzdem nicht zu. Einerseits eben genau wegen der so niedrig geschraubten Ambitionen und andererseits „wüsste ich nicht, wen sie hinter sich lassen sollen. Vor Bamberg, Frankfurt, Ulm oder Oldenburg sehe ich sie nicht. Es ist aber vor allem für die Fans wichtig, dass zumindest die Chance da ist.“

Kürzlich zusätzlich befeuert wurde die Euphorie durch die Nachricht über den Einstieg von NBA-Star Dennis Schröder bei seinem Heimatklub zur kommenden Saison als Gesellschafter. „Es ist dem Verein zu wünschen, dass sich dadurch im Umfeld und der Sponsorenlandschaft etwas tut“, sagt Korner. An einen Push für die Spieler glaubt er hingegen eher nicht. „Ein Eatherton wird wohl kaum bleiben.“

Der 26-jährige US-Amerikaner ist mit im Schnitt 17,7 Punkten drittbester Scorer und zweitbester Rebounder (9,4) der BBL. Im Hinspiel blieb er mit zwölf Zählern und sechs Rebounds jedoch deutlich unter seinen Saisonwerten. Auf Bayreuther Seite stellte damals Gabe York mit 32 Punkten eine persönliche Bestleistung auf.

Dass der 24-Jährige vor zwei Tagen gegen Besiktas Istanbul fast durchspielte, sieht Korner grundsätzlich nicht als Problem. „Er ist ein junger Spieler. Wenn einer das aushält, dann er.“ Zudem geht der Medi-Coach davon aus, dass der zuletzt wegen eines Nasenbeinbruchs fehlende John Cox dem Bayreuther Topscorer morgen wieder ein paar Minuten Verschnaufpause verschaffen kann.

Deutlicher Sieg im Hinspiel

Trotzdem erwartet der Trainer ein härteres Stück Arbeit als am zweiten Weihnachtsfeiertag, als seine Mannschaft in Braunschweig selbst ohne den verletzten Nate Linhart nach knapper erster Halbzeit (43:39) noch zu einem deutlichen 100:75-Sieg kam. „Das war eines unserer souveräneren Auswärtsspiele“, erinnert sich Korner. „Da hatten wir aber auch nicht 46 Stunden vorher Besiktas. Braunschweig hatte jetzt drei Wochen Zeit, sich vorzubereiten.“

Die Bayreuther verpassten beim 81:76-Heimerfolg im Achtelfinale der Champions League eine sogar noch bessere Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Dienstag in der türkischen Hauptstadt. „Wir hätten auch mit 40 Punkten gewinnen können, aber nicht gegen so ein Team. Es war unrealistisch, dass wir sie aus der Halle hauen“, sagt Korner. „Zum Schluss haben sie begonnen, zu treffen. Das war am Anfang nicht so, was auch mit unserer Defensive zusammenhing. Wir nehmen den Sieg jedenfalls gerne mit. Ich weiß nicht, ob es reichen wird, es war aber eine sehr gute Leistung.“

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