Medi-Team beim Berlin-Bezwinger Göttingen

Trey Lewis (Mitte) und Alex Ruoff (rechts) lieferten sich im Hinspiel ein tolles Duell und werden das wohl auch diesmal tun. Hier konnte dem Göttinger auch die Unterstützung von Mathis Mönninghoff (links) nicht helfen. Foto: Peter Kolb

Man muss es nicht zur unlösbaren Prüfung hochstilisieren, wenn der Tabellenvierte der Bundesliga beim Zwölften zu Gast ist. Aber unbequem dürfte die Aufgabe schon sein, auf die sich Medi Bayreuth am Sonntag um 15.30 Uhr bei der BG Göttingen einstellen muss.

Das beste Argument dafür haben die Gastgeber gerade am vergangenen Sonntag geliefert, als sie den Bayreuther Tabellennachbarn Alba Berlin mit 81:76 bezwangen. Dabei bewiesen sie mit dem Rückhalt ihrer begeisterungsfähigen Anhänger nicht nur den nötigen Kampfgeist für einen Favoritensturz, sondern auch die nötige Nervenstärke. In einer vollkommen ausgeglichenen Partie mit nie mehr als sechs Punkten Vorsprung für Göttingen und vier Punkten für Berlin drehten die Göttinger in den letzten 45 Sekunden einen 74:76-Rückstand durch sieben fehlerfreie Freiwürfe (die letzten fünf durch Alex Ruoff).

Neben dem Selbstvertrauen dürfte dieses Ergebnis auch den Ehrgeiz der ursprünglich mit relativ bescheidenen Zielen in die Saison gestarteten Niedersachsen gestärkt haben. Schließlich markierte es für sie einen weiteren Fortschritt nach dem 77:68 in Bremerhaven, nachdem sie zuvor nur eines von acht Spielen gewonnen hatten. „Jetzt kann ich mir schon vorstellen, dass sie im Hinterkopf schon noch einen kleinen Gedanken an die Playoffs haben“, sagt Medi-Trainer Raoul Korner. „Das Problem dabei: Dafür müssen sie gegen uns gewinnen.“

"Überragender Einzelspieler": Alex Ruoff

Bei der Beschreibung des Gegners sieht der Bayreuther Coach einige Parallelen zu seiner eigenen Mannschaft: „Auch die Göttinger spielen mit viel Energie-Einsatz und haben ein funktionierendes Team mit klar definierten Rollen.“ Auffälligste Stärke sei die „extrem starke“ Reboundarbeit: Die 35,5 Abpraller, die der Tabellenzwölfte im Schnitt pro Spiel einsammelt, werden nur vom Spitzenreiter Ulm mit 37,5 noch übertroffen. Schlüsselfigur ist dabei BG-Center Scott Eatherton, der allein 7,5 Rebounds pro Spiel erobert. Das bedeutet Platz zwei in der Ligastatistik mit nur minimalem Rückstand auf den Ludwigsburger Jack Cooley (7,6).

Den größten Unterschied im Vergleich zum Medi-Team sieht Korner aber auf einer anderen Position: „Sie haben einen alles überragenden Einzelspieler, und zwar Alex Ruoff.“ Somit sei es kein Geheimnis, dass die Bewachung des Topscorers zu den wichtigsten Aufgaben der Defensive gehören werde: „Nur sind wir eben nicht die einzigen, die mit so einem Plan antreten. Das sind die Göttinger gewohnt und natürlich entsprechend gut darauf vorbereitet.“ Auch beim lange Zeit ausgeglichenen Hinspiel in Bayreuth, das die Bayreuther mit 84:76 gewannen, war Ruoff der auffälligste Spieler und erzielte 20 Punkte in einem hochklassigen direkten Duell der Topscorer mit Trey Lewis (22).

Robin Amaize noch nicht im Mannschaftstraining

Das Medi-Team wird in unveränderter Besetzung antreten. Das heißt auch, dass eine Rückkehr von Robin Amaize nach seiner Fußverletzung noch kein Thema ist. „Er ist so weit, dass er leicht laufen und werfen kann“, erklärt Korner. An eine Rückkehr ins Mannschaftstraining sei aber bestenfalls Ende nächster Woche zu denken.

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