Medi Bayreuth vor schwerer Auswärtsaufgabe

Äußerst zufrieden zeigte sich Medi-Trainer Raoul Korner mit dem Comeback von Center Assem Marei (rechts). „Es war, als wäre er nie weg gewesen.“ Foto: Peter Kolb

Nach den vier Heimsiegen innerhalb von zwölf Tagen muss Medi Bayreuth mal wieder auswärts antreten. Und der Gegner am Samstag um 20.30 Uhr ist ein hochkarätiger: Die Riesen Ludwigsburg haben in der Bundesliga nach Spitzenreiter FC Bayern München die wenigsten Minuspunkte.

Der Halbfinalist von 2007 und Vizepokalsieger von 2008 blieb als Vorletzter der Saison 2012/13 nur dank einer Wildcard in der höchsten Spielklasse, schaffte danach aber jedes Jahr den Sprung in die Playoffs, in denen jeweils in der ersten Runde das Aus kam. Dass die Schwaben aktuell nur auf dem fünften Rang und damit hinter den drittplatzierten Bayreuthern stehen, liegt unter anderem am verspäteten Saisonstart durch die Champions-League-Qualifikation, in der sie alle drei Runden souverän überstanden. Die Gruppe B führen sie derzeit mit 7:1 Siegen an.

„Sie sind sehr stark einzuschätzen und spielen sowohl in der Champions League als auch national eine herausragende Saison“, sagt Medi-Trainer Raoul Korner. „Sie sind extrem athletisch und wollen einen mit ihrer Full-Court-Presse und ihrem physischen Intensitätslevel zermürben. Jede Minute kommt ein anderer und hält diesen hoch.“ Für seine kleinen Aufstellungen und aggressive Verteidigung war der Ludwigsburger Coach John Patrick schon in seiner Göttinger Zeit (mit Ausnahme der Saison 2005/06 von 2003 bis 2011) bekannt, in der er zweimal hintereinander (2009 und 2010) als Trainer des Jahres ausgezeichnet wurde. „Dieses Jahr hat er in Ludwigsburg eine Mannschaft zusammen, die das mehr verinnerlicht als in den Jahren davor“, meint Korner.

Ludwigsburg fünfmal mit mehr als 90 Punkten

Ein Beleg dafür sind die durchschnittlich 8,5 Steals und die 17,5 Turnover der Gegner. „Wir müssen versuchen, in der Offensive unseren Rhythmus zu finden, und gut auf den Ball aufpassen. Wir dürfen uns nicht zu Fehlern zwingen lassen“, erklärt der Medi-Coach, der eher kein Offensivspektakel erwartet, obwohl seine Mannschaft in dieser Kategorie – auch in den anderen Statistiken liegen beide Teams nicht weit auseinander – mittlerweile Erster ist und Ludwigsburg Dritter. Bevor die Riesen am vergangenen Samstag im Spitzenspiel in München chancenlos waren und mit 71:91 die zweite Saisonniederlage kassierten, hatten sie dreimal in Folge über 90 Punkte erzielt. Insgesamt gelang ihnen das bereits fünfmal, so auch beim 91:74 gegen Meister Bamberg. „Der Schlüssel liegt in der Defensive“, weiß Korner, dessen Team am Mittwoch beim 90:85-Sieg in der Champions League gegen Radom im zweiten Viertel 32 Punkte zuließ. „Da waren ein paar ominöse Pfiffe, schwierige Dreier und Ballverluste mit Layups dabei“, relativiert der Österreicher. Zudem habe sich Andreas Seiferth aufgrund früher Foulprobleme zurückhalten müssen.

Das galt aber auch für Korner, wie er verrät, in Sachen Assem Marei, der sein Comeback gab: „Ich musste aufpassen, ihn nicht zu viel zu bringen. Es war aber so, als wäre er nie weg gewesen. Das war kein Tag zu früh. Sonst hätten wir Riesenprobleme gehabt.“ Dem als Ersatz geholten Javon McCrea bleibt als überzähliger Ausländer nur die Zuschauerrolle.

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Passwort vergessen?
  2. * = Pflichtfeld
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!

Wenn Sie einen Kommentar verfassen, so wird dieser unter Ihrem Klarnamen, also dem von Ihnen angegebenen Vor- und Nachnamen veröffentlicht. Sollte Ihr Kommentar nicht sofort erscheinen, bitten wir Sie um etwas Geduld. Wir behalten uns vor, Kommentare vor der Veröffentlichung zu prüfen. Bitte beachten Sie hierzu auch unsere Netiquette.

loading