Mainwelle-Zahlen 48.000 Hörer am Tag

Geschäftsleiter Bernd Rasser moderiert den Mainwecker meist selber. Er ist mit regelmäßig mehr als 25 000 Hörern die meistgehörte Sendung des Lokalsenders. Foto: Andreas Harbach

BAYREUTH. Eigentlich ist Radio immer noch wie früher, sinniert Bernd Rasser. Und trotzdem hat sich jede Menge verändert in den letzten Jahren, ergänzt der Geschäftsleiter und Programmchef der Mainwelle. Veränderungen, die sie beim Bayreuther Lokalsender ganz gut gemeistert haben müssen, denn die Hörerzahlen sind laut der aktuellen Funkanalyse Bayern richtig gut.

Demnach werden im Schnitt 48.000 Hörer am Tag erreicht, das sind 7000 mehr als 2017. Noch besser gefällt Rasser aber eine andere Zahl - die so genannte Stunden-Nettoreichweite. 15.000 Hörer im Schnitt in jeder Stunde von Montag bis Samstag zwischen 6 und 18 Uhr: "Das ist der beste Wert in der Geschichte der Mainwelle." Und die gibt es schon seit 1987.

Auch für Pendler

Macht einen Marktanteil von 26 Prozent im UKW-Sendegebiet, das vor allem Stadt und Landkreis Bayreuth umfasst, aber natürlich rein technisch auch noch etwas darüber hinaus reicht. Seit diesem Jahr ist die Mainwelle auch bei DAB+ dabei, digital ist sie seither sogar in fast ganz Franken zu hören. "Jetzt können uns Pendler zum Beispiel morgens im Auto auf dem Weg zur Arbeit in Nürnberg auch hören", freut sich Rasser.

Lokale Karte

Nennenswert neue Hörer außerhalb des Stammgebiets verspricht er sich dagegen nicht. Schließlich setze er mit seinem Team fast ausschließlich auf die lokale Karte. "Nachrichten aus der Stadt und der Region können wir halt sehr schnell verbreiten", sagt Rasser. Den Unfall in der Stadt, den Stau auf der Autobahn, den Blitzer auf der Umgehungsstraße könne man nahezu in Echtzeit an den Hörer bringen. Dafür bleibe man bei anderen Themen eher an der Oberfläche.

Hauptzielgruppe 30 bis 59

Mittlerweile seien die sozialen Medien sehr wichtig. "Wenn uns jemand per Whatsapp mitteilt, wo gerade ein Blitzer aufgebaut wird, können wir das sofort melden und im besten Fall auch noch eine Art persönliche Beziehung zum Hörer herstellen, indem wir ihn direkt ansprechen", sagt Rasser. Außerdem würden so auch jüngere Hörer angesprochen, nicht zuletzt auch durch die vielen jungen Mitarbeiter im Team. Die Hauptzielgruppe definiert er mit 30 bis 59 Jahren.

"Keiner will hören, dass er alt ist"

Über die Jahre ist diese jünger geworden. Wurden in den Anfangsjahren noch vor allem Oldies und Schlager gespielt, sei die Musik heute moderner. Mainstream nennt Rasser die Mischung aus aktuellen und schon etwas älteren Hits, "die die Leute aber auf jeden Fall kennen". Während sich viele Lokalradios die Musikauswahl heute zuliefern ließen, mache er das noch selber. Wobei Rasser in eine Falle auf keinen Fall tappen will: "Wenn du die Beatles spielst, darfst du auf keinen Fall sagen, dass das jetzt mal was für die Älteren ist. Keiner will hören, dass er alt ist."

Knapp 20 Mitarbeiter

Von 6 bis 20 Uhr sendet die Mainwelle selbst, nur die überregionalen Nachrichten werden von der Dienstleistungsgesellschaft für Bayerische Lokal-Radioprogramme in München zugeliefert, die dann auch das Programm für die Nacht übernimmt. Dafür sind die Bayreuther mit knapp 20 Mitarbeitern, davon zwölf redaktionellen, schlank aufgestellt. Eine gute und eingespielte Mischung aus jung und erfahren, sagt Rasser.

Zugpferde und verrückte Ideen

Wobei Zugpferde ganz wichtig seien. Das trifft wohl auf Rasser selber und seinen Mainwecker am Morgen, Christian Höreth mit seiner Show am Nachmittag oder auch Chefreporter Horst Mayer zu. Zudem brauche es verrückte Ideen, um die Hörer einzufangen, persönlichen Kontakt zu ihnen herzustellen. Etwa die "größte Radiowette aller Zeiten", als 2011 mehr als 500 Mainwelle-Hörer auf die Bayreuther Hütte ins Alpbachtal kamen. Oder die Bad-Boys, bei denen Höreth und Co. an wildfremden Türen klingelten und fragten, ob sie mal aus dem Badezimmer senden dürfen. Ein Format, das ab Oktober mit den Küchen-Boys fortgesetzt werden soll.

Individualisierte Musik

Mit den guten alten Radiozeiten hat das wirklich nicht mehr viel zu tun. Und die Veränderungen werden weitergehen, ist Rasser sicher. So werde es die Digitalisierung möglich machen, dass in einer Sendung zwar alle die gleichen Moderationen und Einspieler hören, aber unterschiedliche Musik. "Der Schlager-Liebhaber bekommt dann Helene Fischer und der Rockfan AC/DC. Hauptsache, sie schalten morgens das Radio ein."

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