Mängelbeseitigung Gebäude der Technologie-Allianz Oberfranken: Einzug bis Herbst?

Noch immer ungenutzt: das TAO-Gebäude. Bis zum Ende des Sommers sollen die Mängel im Rohrleitungsnetz für die Reinstgas-Versorgung behoben sein. Fotos: Eric Waha

BAYREUTH. Ein ähnlich komplexes Gebäude gibt es in Bayreuth kein zweites Mal. Das Gebäude der Technologie-Allianz-Oberfranken (TAO) an der Prof.-Rüdiger-Bormann-Straße soll Heimat für fünf Lehrstühle der Bayreuther Uni sein. Besser: werden. Denn obwohl das Gebäude eigentlich fertig ist, wird es wohl erst im Spätsommer bezogen werden können. Mehr als ein Jahr nach dem geplanten Einweihungstermin. Jetzt zeichnet sich eine Lösung für das Problem in der Reinstgas-Versorgung ab.

Statt der Professoren und Studenten, die interdisziplinär in dem Gebäude arbeiten sollen, haben mehr als ein halbes Jahr lang die Gutachter und die Juristen gearbeitet, um einen gangbaren Weg zu finden, wie die entscheidenden Probleme behoben werden können: "Es ist noch vieles im Fluss", sagt Christof Präg, der Leiter des Hochbaubereichs des Staatlichen Bauamts, am Montag auf Anfrage unserer Zeitung.

Aber noch im Januar soll geklärt sein, ob die Lösung umgesetzt werden kann, die nach einigen Gutachten und dem Einsatz "einer Task-Force, die wir im Bauamt aus sechs Leuten gebildet haben unter Einbeziehung der Fachrichtungen einschließlich der Vergabe- und der Rechtsabteilung und zusätzlich externer Juristen" jetzt feststeht. Eine favorisierte Lösung unter insgesamt vier möglichen Varianten.

Einweihung eigentlich im vergangenen Juli geplant

Das Gebäude hätte eigentlich im Juli eingeweiht werden sollen. "Da war es faktisch fertig", sagt Präg. Allerdings gibt es einen entscheidenden Mangel in dem tausende Meter langen Rohrnetz der Reinstgas-Versorgung, die für die Arbeit eines Teils der Lehrstühle des künftigen Zentrums für Materialwissenschaft und Werkstofftechnik und des Zentrums für Energietechnik unabdingbar ist.

"Es gibt Verschmutzungen der Rohrleitungen und der Armaturen, es wurde untersucht, um welche Verunreinigungen es sich handelt und woher die stammen", sagt Präg. "Man hat drei Typologien gefunden: Feuchtigkeit in Form von Wasser, schwarze Partikelchen, die von Verzunderung kommen, die beim Löten und Schweißen der Rohre entstehen. Sowie fettige, ölartige Substanz - alles im Mikrobereich. Aber für eine Reinstgast-Versorgung nicht tragbar."

Strikte Trennung zwischen juristischer und technischer Aufarbeitung

Wie Präg sagt, seien zwei Planungsbüros und zwei Fachfirmen an den Arbeiten an dem betroffenen Rohrnetz beteiligt gewesen, "wobei eine einen Subunternehmer hatte, wir aber nur zu zwei Firmen ein vertragliches Verhältnis haben". Und: "Wir trennen sehr strikt die technische Lösung und die juristische Aufarbeitung." Man wolle "im Einvernehmen mit den beteiligten Firmen" jetzt die favorisierte Variante, die in den vergangenen Monaten herausgearbeitet wurde, "bis Ende des Monats glatt ziehen", sagt Präg. "Das würde bedeuten, dass wir bis Ende des Sommers fertig sein könnten."

Diese Lösung würde beinhalten: Man behalte das Rohrnetz bei, spüle die Leitungen, baue Zwischenfilter ein und tausche die kompletten Entnahme-Armaturen aus, "um das Problem in den Griff zu bekommen". Die anderen drei Varianten würden einen - teilweisen - Austausch des Rohrnetzes "in unterschiedlicher Dimensionierung bedeuten. Wir setzen auf die schnellste und kostengünstigste Lösung", sagt Präg.

Die Kosten? "Sind Gegenstand der juristischen Aufarbeitung." Das technische Lösungskonzept, sagt Präg, sei "mit der Uni und den beiden zuständigen Ministerien, dem Bau- und dem Wissenschaftsministerium, abgestimmt".

Räumlich und wissenschaftlich problematisch für die Uni

Dass das TAO-Gebäude noch nicht nutzbar ist - und ein bereits eingezogener Lehrstuhl wieder ausziehen musste -, trifft die Uni Bayreuth hart. Räumlich auf der einen Seite, wissenschaftlich auf der anderen. Nicht nur deshalb, weil die interdisziplinäre Nutzung und Forschung noch nicht wie geplant stattfinden könne. Wie der Kanzler der Uni Bayreuth, Markus Zanner, im Kurier-Gespräch sagt, muss man immer noch den Lehrstuhl für Biomaterialien von Prof. Thomas Scheibel in Räumen in der Ludwig-Thoma-Straße unterbringen, "die eigentlich für das Zentrum für Batterietechnik vorgesehen sind. Außerdem geht es um Forschungsaufträge, die noch nicht umgesetzt werden können". Außerdem stünden teure Geräte, finanziert aus TAO-Mitteln und anderen Fördertöpfen, ungenutzt herum. Damit entstehe dem Freistaat, der die Kosten übernehme, in mehrfacher Hinsicht Schaden.

Keine Einweihung, so lange das Gebäude nicht fertig ist

Gleichwohl werde es, sagt Zanner, "keine Einweihung geben, so lange das TAO-Gebäude seinen Sinn" nicht erfülle. In dem Punkt jedoch sei man sich mit dem Staatlichen Bauamt auch einig - und in enger Abstimmung. "Die favorisierte Lösung ist mit uns und den Nutzern abgestimmt" sagt Zanner. Die Hoffnung der Uni: "Dass es zum Wintersemester 2019/20 endlich läuft." Schön, sagt Zanner, sei "das alles nicht. Aber es ist gut zu sehen, dass die Sache beim Bauamt in höchster Priorität erkannt wird".

 

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