Macher der Gartenschau 2018 auf Einkaufstour in der Wilhelminenaue: Vor allem die Junge Gartenschau gefällt Gartenschau: Würzburg spickt in Bayreuth

Claudia Knoll und Klaus Heuberger waren in Bayreuth auf der Landesgartenschau unterwegs. Eine Art Einkaufstour, wie die beiden es nennen. Sie haben sich Anregungen geholt und auch Ausstellungsbeiträge für die Landesgartenschau in Würzburg in zwei Jahren verpflichtet. Foto: Eric Waha

Abschauen ist erlaubt. Denn warum sollen so manche Dinge 2018 nicht bei den Würzburgern ankommen, wenn sie 2016 in Bayreuth funktioniert haben? Deshalb sind die Macher der Landesgartenschau in Würzburg jetzt in Bayreuth unterwegs gewesen. Mit dem symbolischen, großen Einkaufswagen. Obwohl die beiden Gartenschauen alles andere als vergleichbar sind.

Die Delegation war groß. Und sie hat sich langsam, sehr langsam vorgearbeitet in der Wilhelminenaue. Die Würzburger kamen mit den beiden Geschäftsführern Claudia Knoll (für die Fördergesellschaft der bayerischen Landesgartenschauen) und Klaus Heuberger (für die städtische Seite) an der Spitze, um sich Anregungen zu holen. "Und das eine oder andere Angebot gleich für uns einzukaufen", wie es Claudia Knoll formuliert. Lange Gespräche mit der Bayreuther Geschäftsführung gingen dem Einkaufsbummel voran. Was funktioniert gut? Was nicht? Was kann man übertragen?

Bayreuth und Würzburg verbindet das Thema Konversion

"Eine Wertung abzugeben, wie die Kollegen es hier vor Ort machen, ist schwer", sagt Klaus Heuberger. "Denn wenn man die Bayreuther Gartenschau in der Gesamtschau aller Gartenschauen betrachtet, dann ist das hier eine ganz andere Schau. Von der Größe, der räumlichen Einordnung." Was Bayreuth und Würzburg verbinde, ist das Thema Konversionsfläche: Bayreuth habe aus einer landwirtschaftlichen Fläche einen neuen Stadtpark geschaffen. In Würzburg wird aus einer ehemaligen Kasernenfläche ein neues Stück Stadt geschaffen. Mit rund 30 Hektar Fläche für den neuen Stadtpark, der 2018 Landesgartenschau ist. Ähnlich, wenn auch in Würzburg etwas länger, ist der Weg: "In Bayreuth rund zweieinhalb Kilometer, bei uns rund dreieinhalb Kilometer."

Spannungsbogen am Auenbogen

Die Aufteilung, die man in Bayreuth gewählt hat, "macht Sinn", sagt Heuberger. Ausstellungsbeiträge am Auenbogenweg aufgereiht wie an der Perlenkette, das nehme man mit in die Planung auf. "Denn man muss ja eine gewisse Dramaturgie reinbringen. Das ist unsere Aufgabe, damit es spannend bleibt für die Leute." Seine Geschäftsführerkollegin Claudia Knoll sagt, sie habe schon einiges gesehen, was sie unbedingt haben wolle in Würzburg. Was sie schon eingepackt habe in ihren virtuellen Einkaufswagen: "Den Pavillon des Landwirtschaftsministeriums haben wir schon an Land gezogen. Der wird von Bayreuth nach Würzburg versetzt. Wahnsinnig gut gefällt mir auch die Bühne. Die möchte ich gerne haben. Wobei das in Bayreuth natürlich die Traumsituation ist mit der Seebühne. Da können wir nur neidvoll draufblicken." Denn das Würzburger Areal ist das Gegenteil der Bayreuther Flussaue: "Ein Plateau. Sonnig. trocken. Staubig." Was Claudia Knoll noch gut gefällt: "Die Junge Landesgartenschau. Das ist richtig pfiffig gemacht. Das werden wir uns in jedem Fall abgucken. Darf man ja"; sagt sie und lacht.

Zukunft statt Geschichte

Was sicher nicht Eingang in die Planung finden werde, das sind Bauten, die sich an die Geschichte anlehnen. Einen Mainauenhof, beispielsweise, könne man sich im Würzburger Konzept nicht vorstellen. Denn aus den ehemals 130 Hektar Fläche, die sich die Gartenschau - der künftige neue Stadtpark - aufteilt mit der Universität und einem neuen Wohngebiet, in dem einmal rund 4500 Menschen wohnen werden, soll eine zukunftsweisende, eine urbane Fläche werden. Soll Antworten darauf geben, "wie wir in ein paar Jahrzehnten leben. Das wird anders als der Naturraum hier", sagt Knoll.

Der Park kostet 18 Millionen Euro

18 Millionen Euro werden in den Park investiert. 13 Millionen Euro stehen für die Durchführung bereit. "Geld, das man im Idealfall wieder erwirtschaften will", sagt Heuberger. Dazu erwartet die Würzburger Landesgartenschau mit rund einer Million Besuchern. Dass in Bayreuth zur Halbzeit Besucher Nummer 500.000 begrüßt wurde, nennt Claudia Knoll "eine super Ergebnis".

Knackpunkte waren Thema

Natürlich haben Knoll und Heuberger mit der Bayreuther Geschäftsführerin Dagmar Voß und ihrem Kollegen Ulrich Meyer zu Helligen auch die Knackpunkte angesprochen. Gastronomie war einer. "Die Tage mit großem Besucherandrang. Und die Frage, ob man sich darauf überhaupt vorbereiten kann. Eigentlich lieben die Besucher kleine Einheiten, in denen man kuschelig sitzen kann. Wir müssen uns die Frage stellen, wie groß eine große Gastronomie sein darf. Und wie klein eine kleine", sagt Claudia Knoll. "Doch vom Grundsatz ist eine Gartenschau auf rund 10.000 Besucher am Tag ausgelegt. Die Frage ist: wie kriegt man das hin, wenn 16.000 kommen. Gibt es dann nicht selbst am Klo Warteschlangen?"

Würzburger haben Erfahrung mit der Gartenschau

Würzburg habe Erfahrung mit der Gartenschau. Habe 1990 schon eine gestemmt, die heute noch nachwirke. "Die Menschen sind in freudiger Erwartung." Man müsse, das ist die Aufgabe der kommenden Monate, einen roten Faden spinnen, der die Menschen begeistert. "Ein Thema, ein Motto, das die Brücke schlägt von der Geschichte in die Zukunft. Denn das Gelände hat Geschichte. Nicht nur durch die 60 Jahre, in denen die Amerikaner hier waren. Vorher war das ein Flugplatz, da waren die Flugpioniere drauf", sagt Heuberger.

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