LSG fliegt an die Bundesliga-Spitze

Johannes Baier war einer der schnellsten LSG-Piloten. Foto: Archiv/Tobias Köpplinger

Erstmals seit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft 2015 führt die Luftsportgemeinschaft Bayreuth (LSG) wieder die Tabelle der Bundesliga an. Schon die Wettervorhersage für den ersten Flugtag ließ erahnen, dass der Kampf um die Tabellenspitze von Erfolg gekrönt sein könnte. Friedhelm Lotte, Andreas und Johannes Baier nutzten dann tags darauf diese Chance.

Das morgendliche Wetterbriefing zeigte zwei gute Abschnitte. Ein Modell berechnete den Oberpfälzer Wald als bestes Aufwindgebiet, ein anders Verfahren zeigte gute Bedingungen zwischen Untermain und Thüringer Wald. Da war es gut, dass die Bayreuther mit genug Flugzeugen am Start waren, um beide Gebiete zu erkunden.

Miese Thermik in der Oberpfalz

Lothar Schmidt und Heiko Hertrich starteten als Erste und versuchten im Teamflug gegen den Wind an Kemnath vorbei in den Himmel über der Oberpfalz zu gelangen. Beide mussten aber feststellen, dass ab Erbendorf die Aufwinde weniger und schwächer wurden. Hertrich hatte gar Probleme, um bei Weiden überhaupt in der Luft zu bleiben. Auch Schmidt fand über Flossenbürg keine gute Thermik mehr und kehrte frühzeitig um.

Kluge Taktik: Zwei erkunden, die anderen kehren um

Daraufhin kehrten die folgenden Johannes Baier und Martin Brühl ebenfalls um. Alle weiteren Piloten suchten dann den Weg nach Nordwesten. Friedhelm Lotte und Jörg Bachsteffel preschten in diese Richtung voraus, was sich als die beste Taktik heraus stellen sollte. Sie flogen direkt Richtung Kronach und folgten weiter der Kante des Thüringer Waldes. Bachsteffel und Lotte erzielten dabei die höchsten Geschwindigkeiten des LSG-Teams. Leider war Bachsteffels Flugschreiberdatei fehlerhaft und konnte nicht in die Wertung aufgenommen werden.

Lottes schafft über 90 Sachen

So sollten Lottes 90,8 km/h den LSG- Spitzenwert darstellen. Lotte flog dabei zweimal zwischen Meiningen und Kronach hin und her, fand gute Aufwinde und meldete diese über Funk. Alle anderen Bayreuther folgten daraufhin seiner Kurslinie. Am besten gelang dies Johannes Baier mit 88,3 km/h und seinem Bruder Andreas (87,8). Auch Lothar Schmidt war schnell. Er konnte aber aufgrund von Batterieproblemen ebenfalls keinen gültigen Datensatz zur Auswertung abliefern. Martin Brühl, Clemens Pape und Heiko Hertrich gelang auf leicht veränderten Kurslinien keine bessere Wertung. Die Juniorpiloten Johannes Flieger und Manuel Miunske schafften aufgrund der ungleichen Wetterbedingungen keine wertbaren Strecken. Für Miunske war es der allererste Streckenflug – ein Meilenstein auf dem Weg zum Flugschein.

Tabellenführer Königsdorf hat Pech mit dem Wetter

So blieb es bei einer Bayreuther Gesamtleistung von 266,9 km/h in Runde vier aus den Flügen von Friedhelm Lotte, Johannes und Andreas Baier. Damit erzielte die LSG Rundenplatz vier und kann weitere 17 Punkte kassieren. Die bisherigen Tabellenführer aus Königsdorf mussten wegen des schlechten Wetters am Alpenrand Federn lassen und verloren klar den ersten Platz. Damit rückt die LSG Bayreuth mit 52 Punkten auf Tabellenplatz eins vor. Noch besser war der Zweitligist AC Lichtenfels mit 293,9 km/h. Dies hätte für den Rundensieg in der 1. Liga gereicht.

In der World-League kann Lichtenfels als bester deutscher Verein den 5. Rundenplatz absichern und liegt in der Welttabelle schon auf Platz 17. Die LSG steigerte sich mit Rundenplatz 14 auf den vierten Tabellenrang.  dgv

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