Lokalmatador im Team der Medi-Gäste

Mit den besten Guards der Gegner möchte sich David Taylor (rechts) auseinandersetzen. Zuletzt gegen Frankfurt gelang das allerdings nicht optimal, denn Philip Scrubb (links) glänzte dabei mit 34 Punkten. Foto: Imago

Für viele Bayreuther Basketball-Anhänger blieb es für lange Zeit ein unerfüllter Wunsch, und jetzt passiert es gleich zum zweiten Mal in Folge: Eine Woche nach Leon Kratzer im Würzburger Trikot präsentiert sich ein weiterer Einheimischer in der Oberfrankenhalle als fester Bestandteil der Wechselrotation in einer Bundesliga-Mannschaft.

Auch diesmal spielt der Lokalmatador allerdings auf der Gegenseite, denn David Taylor feiert seine persönliche BBL-Heimpremiere in den Reihen der Rockets Gotha, die am Sonntag um 18.30 Uhr in der Oberfrankenhalle zu Gast sind. Im Gegensatz zum ebenfalls in Bayreuth geborenen Kratzer, der schon als Jugendlicher seine Ausbildung in Bamberg vorantrieb, hat der Sohn des legendären Bayreuther und Bamberger Aufbauspielers und späteren Trainers Derrick Taylor alle Altersklassen im Nachwuchs des BBC durchlaufen. Am Ende war er Leistungsträger in der U-18-Nationalmannschaft und Allstar der NBBL. Es folgten vier Jahre in der höchsten College-Kategorie (NCAA I) an der University of the Pacific in Stockton (Kalifornien), die nach vielversprechendem Einstand am Ende aber nicht alle Hoffnungen erfüllten.

Auch der Beginn der Bundesliga-Laufbahn war nicht optimal, denn nach drei Spielen wurde David Taylor durch eine Bauchmuskelverletzung außer Gefecht gesetzt. „Fünf Wochen lang war ich raus“, berichtet der 22-jährige Guard. „Zuletzt gegen Frankfurt konnte ich erstmals wieder ein paar Minuten spielen, und jetzt finde ich allmählich wieder meinen Rhythmus. Ich hoffe, das setzt sich in Bayreuth fort.“ Verletzungen prägten ohnehin den Einstieg der erstmals in der BBL vertretenen Rockets. „Am Anfang war das richtig schlimm“, sagt Taylor. „Einmal haben wir mit sieben Leuten gespielt.“

Die Nachverpflichtungen von Nemanja Jaramaz und Ekene Ibekwe konnten zwar ein paar Lücken schließen, aber nicht für eine stetige Entwicklung sorgen: „Da war erst nicht klar, wer von beiden bleiben wird.“ Nachdem Jaramaz nun nach Braunschweig gewechselt ist und die meisten Verletzten zurückkehren, könne der Kampf um den Klassenerhalt mit einem stabilen Kader erst richtig losgehen: „Wir haben eine wirklich starke Mannschaft mit vielen guten jungen deutschen Spielern, auch wenn wir das bisher noch nicht richtig zeigen konnten. Wenn jetzt der Rhythmus kommt, bin ich für die Zukunft sehr zuversichtlich.“

"Den Bayreuthern einen schweren Tag machen"

Von seiner eigenen Rolle hat der Bayreuther dabei eine klare Vorstellung: „Der Trainer erwartet, dass ich mit viel Energie spiele, offensiv wie defensiv. Ich will den besten Guard des Gegners verteidigen und im Angriff attackieren, wenn sich die Möglichkeit bietet.“ Etwas schwerer fällt ihm die Definition, was sich damit in Bayreuth erreichen lässt: „Wie schwer es da für jeden Gegner wird, hat man gerade wieder gegen Würzburg gesehen. Wir wollen mit viel Elan erst mal den Bayreuthern einen schweren Tag machen – und dann möglichst mit einem Sieg heimfahren.“

Freuen kann sich David Taylor in jedem Fall auf seinen persönlichen Fanclub um die in Eckersdorf lebende Familie: „Viele Leute haben mich schon angeschrieben und mir Glück gewünscht. Und viele werden sicher auch in der Halle sein.“

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