Lokalderby wird ein heißer Tanz

Zu einem Zweikampf zwischen dem Saaser Florian Maßberger (links) und dem Altstädter Ertac Tonka könnte es auch heute Abend kommen. Dieses letzte Punktspiel der beiden Teams im Mai 2016 endete 1:1. Foto: Peter Kolb

Nur acht 800 Meter Luftlinie und eine Spielklasse trennen Landesligist SpVgg Bayreuth II und den Bezirksliga-Vizemeister BSC Bayreuth-Saas voneinander. In wenigen Tagen könnten sich die sportlichen Kräfteverhältnisse allerdings verändert haben. Beide Lokalrivalen treffen in der Relegation zur Landesliga Nordost aufeinander – heute um 18 Uhr beim BSC Saas und am Sonntag im Hans-Walter-Wild-Stadion. Das Problem: Platz in der Landesliga Nordost wird maximal für eine Bayreuther Mannschaft sein, denn nur der Sieger der beiden Partien kommt weiter, um sich dann noch mit dem Gewinner des Duells FC Coburg gegen Vorwärts Röslau herumzuschlagen.

„Ein verdammt, verdammt schwerer Weg.“ Michael Regn weiß, was auf ihn und sein Team zukommt – ein starker Gegner, eine Endspielsituation, „und außerdem wird die Hütte brennen“. Ganze 33 Minuten hätte seine Mannschaft im letzten Saisonspiel beim ATSV Erlangen ohne Gegentreffer überstehen müssen, um dieses Alles-oder-Nichts-Duell zu vermeiden. Ertac Tonka hatte die Altstädter Reserve in Front geschossen und damit das druckvolle, gute Spiel seiner Mannschaft belohnt. „Was dann aber passiert ist, kann ich mir nicht erklären. Wir haben das Fußballspielen komplett eingestellt, keine Zweikämpfe mehr gewonnen. Das war plötzlich ein komplett blutleerer Auftritt.“ Die zwei Gegentore seien folgerichtig gewesen, bedeuteten Niederlage und Relegation.

Mit den Saasern als Relegationsgegner, so sagt Michael Regn, habe er ab dem Zeitpunkt gerechnet, als die Weith-Elf das Spitzenspiel gegen den späteren Meister Friesen verlor. „Wir haben die Saaser natürlich beobachtet, auch zuletzt beim ATS Kulmbach“, sagt der Altstädter Trainer, in die Karten schauen lassen will er sich nicht. „Wir haben ihre Stärken herausgearbeitet, aber auch ein paar Schwächen erkannt.“

Sein Wunschergebnis: „Super wäre es natürlich, wenn wir kein Gegentor bekämen und vorne eins machen. Eine Garantie fürs Weiterkommen ist aber auch das nicht.“ Sein Saaser Pendant gibt sich da zurückhaltender. „Wichtig ist mir, nicht mit einer Niederlage zu starten“, hält Frank Weith den Ball flach, will dieses „Lokalderby mit Endspielcharakter“ aber ganz selbstbewusst angehen.

Das können er und seine Mannschaft auch. Schließlich gehen sie mit einem überaus positiven Gefühl in dieses Relegationsspiel. Zum Saisonfinale gewannen die Saaser beim ATS Kulmbach mit 5:0. „Wir haben uns da phasenweise in einen Rausch gespielt“, erinnert sich der BSC-Trainer und ergänzt: „Das war ungemein wichtig fürs Selbstbewusstsein. Diesen Schwung und die Euphorie wollen wir nun mitnehmen.“

Saaser haben alles an Bord

Ein Plus der Saaser ist auch die Personalsituation. „Alles an Bord, wir haben keinen einzigen Ausfall“, vermeldet Frank Weith. Michael Regn indes versucht fieberhaft, „einige angeschlagene Spieler fit zu bekommen“. Und er wird „definitiv nicht“ auf Spieler aus der ersten Mannschaft zurückgreifen können – wegen Urlaubs und fehlender Spielberechtigungen. „Und wenn doch“, ergänzt der Saaser Trainer, „würde uns das nur noch heißer machen“.

Aufgebote

BSC Bayreuth-Saas: Tscheuschner (Schmidt) – Pütterich, Schatz, Schmidt, Grüner, Maßberger, Vogler, Szepaniak, Füßmann, H. Greef, Viefhaus; Gubitz, Scherm, Sommerer.

SpVgg Bayreuth II: Kormann – Michaelis, Popp, Gezer, Frei, Peeters, Tonka, Küfner, Müller, Reutlinger, Schatz; Lindner, Bär.

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