Linke setzen auf soziale Gerechtigkeit

Stella Prott kandidiert für die Linken für den Bezirkstag, Sebastian Sommerer für den Landtag. Foto: Andreas Harbach

Mit dem Hauptthema soziale Gerechtigkeit werden die Linken in den kommenden Landtags- und Bezirkstagswahlkampf ziehen. Das betonten der Landtagskandidat für den Stimmkreis Bayreuth, Sebastian Sommerer, und Bezirkstagskandidatin Stella Prott.

Beide wurden auf der gestrigen Nominierungsversammlung einstimmig gewählt. „Wenn wir in den Landtag kommen, werden wir die einzige wirkliche Oppositionspartei sein“, zeigt sich Sommerer selbstbewusst. Die CSU setze im Landtag das um, was die AfD fordert. Die Themen soziale Gerechtigkeit und der Abbau des Gefälles zwischen Oberbayern und Oberfranken liegen dem 25-jährigen Studenten besonders am Herzen. Er studiert in Bayreuth Volkswirtschaftslehre und Philosophie. Zudem verfügt er über den Abschluss eines Bankfachwirtes, hat also praktische Erfahrungen in der Wirtschaft gesammelt. Er verweist auf die 6,1 Prozent der Linken in Bayern bei der Bundestagswahl, sieht deshalb gute Chancen, auch in den Landtag einzuziehen. „Uns zu wählen, ist keine verschenkte Stimme“, sagt er.

Genug Geld da

In Deutschland sei genug Geld da für soziale Gerechtigkeit. „Die reichsten 45 Bürger besitzen so viel wie die ärmere Hälfte der Bevölkerung.“ Er spricht sich für eine faire Steuerpolitik aus, um Schulen und Universitäten besser auszustatten. Es dürfe nicht sein, dass heute schon in der vierten Klasse aussortiert werde, welche Kinder aufs Gymnasium gehen. „Kinder aus besseren Schichten habe dabei auch bessere Chancen“, macht Sommerer deutlich. Deshalb fordert er eine flächendeckende Gesamtschule in Bayern. Klare Kante zeigt er gegen Abschiebungen von abgelehnten Asylbewerbern ins „Kriegsland Afghanistan“. „Hier wird auf dem Rücken von Flüchtlingen ein schmutziger Wahlkampf gemacht.“ Bayern habe hier als starkes Rüstungsexportland eine besondere Verantwortung, es sei besser, die Fluchtursachen zu bekämpfen.

Mehr Mitglieder

Sommerer hatte bereits als Direktkandidat in Bayreuth für die Bundestagswahl im September kandidiert und beim Ergebnis zugelegt. „Es geht darum, Gesicht zu zeigen“, beschreibt er sein Motiv für das erneute Antreten. Rückenwind spürt er durch Neueintritte, das Hickhack um die Regierungsbildung erhöhte die Zahl der Mitglieder im Kreisverband von 28 auf nunmehr 42.

Bezirkstag zu unbekannt

Bezirkstagskandidatin Stella Prott will die Arbeit des Gremiums bekannter machen. „Die Bürger bekommen davon zu wenig mit“, sagt die 23-Jährige, die ebenfalls Volkswirtschaft und Philosophie in Bayreuth studiert. Pflege, Jugend und die Ausstattung der Krankenhäuser liegen ihr am Herzen. Der Bezirkstag sollte gegen Abschiebungen nach Afghanistan Flagge zeigen, sollte stärker gegen rechte Tendenzen in der Gesellschaft vorgehen.

Für kostenlosen ÖPNV

„Wenn jemand soziale Politik in Bayern betreibt, dann sind es die Linken“, ist Landesvorstandsmitglied Paul Lehmann überzeugt. Seine Partei hebe sich hier deutlich ab. „Sollten wir in den Landtag einziehen, sind wir die einzige Partei, die nicht mit der CSU koalieren würde“, betonte der Gewerkschaftssekretär. Als Oppositionspartei werde die Linke den Finger in die Wunde legen, Themen gebe es genug: Steigende Mieten, die nach wie vor schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die noch immer nicht kostenfreien Krippenplätze in ganz Bayern. Auch beim Thema Abgasmanipulationen bei Dieselfahrzeugen hat er eine klare Meinung: „Wir müssen die Hersteller, nicht die Autokäufer zur Rechenschaft ziehen.“ Eine Nachrüstung auf Kosten der Kunden oder des Steuerzahlers komme nicht in Frage. Lehrmann forciert zur Luftreinhaltung in den Innenstädten einen kostenlosen Öffentlichen Personennahverkehr: „Das würde eine große ökologische Entlastung bringen.“

Die Oberfranken-Liste der Linken für die Landtags- und Bezirkstagswahl wird Ende März in Kronach aufgestellt, Sommerer und Prott werden einen Platz erhalten.

 

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