Leupser Wasser: Menge und Qualität gut

Die Initiative zum Erhalt des Leupser Quellwassers hat sich jetzt wieder im Feuerwehrhaus von Leups getroffen. Sie wollen jetzt einen Verein gründen. Die Gründung steht kurz bevor. Foto: red

Der Kampf um das Leupser Wasser geht weiter. Unterstützung bekommen die Einwohner von Leups durch einen Geologen aus Nürnberg, der sich die Anlagen der von der Juragruppe betriebenen Wasserversorgung angesehen hat. Er sieht die Quelle und die dezentrale Wasserversorgung als in jedem Fall erhaltenswert an. Und er sagt: Die Juragruppe verletze die Vorgaben. Seit Jahrzehnten.

Die Leupser, die sich zusammengeschlossen haben, um ihr Quellwasser zu behalten – und nicht an das Wasser der Juragruppe angeschlossen zu werden – haben sich jetzt zu einer weiteren Versammlung getroffen. Zusammen mit Experten ging es um die Geschichte des  Wassers, der Quelle. Und um die Zukunft. Eine Zukunft, die sich die Leupser mit ihrem Wasser wünschen. Und nicht mit einem Anschluss ihres Ortes an die Ringleitung, die von Bodendorf über Leups Richtung Troschenreuth gelegt werden soll. „Wir wären ein Bauernopfer, das notwendig ist, um die Förderung für die Ringleitung zu bekommen“, sagten Anja Lüthje und Franc Marx von der Bürgerinitiative zum Erhalt des Leupser Quellwassers im Gespräch mit unserer Zeitung.

"Nicht Leups braucht die Ringleitung. Die Ringleitung braucht Leups."

Die Juragruppe, die die Leitung bauen wolle, rechne „seit 2010 fest mit dem Zuschuss“, sagt Marx. Das sei bei einem Gespräch mit den Verantwortlichen der Juragruppe deutlich geworden: „Nicht Leups braucht die Ringleitung. Die Ringleitung braucht Leups.“ Was bei der Versammlung, bei der ein Großteil der Einwohner des Ortes dabei war, deutlich geworden sei: Man sei enttäuscht darüber, dass die Leupser „auf sich allein gestellt sind“, sagt Lüthje. Aus der lokalen Politik habe man keine Reaktion bekommen bislang. „Bis auf die Grünen hat sich keiner  der Stadträte, die wir angeschrieben haben, bei uns gemeldet. Bürgermeister Uwe Raab hat seit gut acht Wochen einen Fragebogen. Antworten haben wir noch keine. Wir werden immer wieder vertröstet“, sagt Marx im Gespräch mit dem Kurier.

"Das Wasser hat eine hervorragende Qualität"

Entscheidende Argumente für einen Erhalt der Wasserversorgung liefert neben Andreas Will von der Schutzgemeinschaft der Hollfelder Mulde der Geologe Otto Heimbucher aus Nürnberg, der sich vor Ort umgesehen hat. Er müsse sich „natürlich auf das stützen, was die Bürger mir gegeben haben. Aber ich gehe davon aus, dass die Unterlagen vollständig sind“, sagt Heimbucher auf Anfrage unserer Zeitung. Was er vor Ort in Leups gesehen habe, lasse ihn zu mehreren Schlüssen kommen: „Das Wasser hat eine hervorragende Qualität. Und die Menge der Quellschüttung reicht in jedem Fall aus“, sagt Heimbucher. Beides Argumente, die die Juragruppe in der Vergangenheit immer wieder angezweifelt hatte. In unserer Region werde, sagt Marx, nach Aussage des Geologen die Quellschüttung auf lange Sicht eher steigen als abnehmen. "Zudem, sagt uns der Geologe, werde auch die Quellschüttung nach oben gehen, wenn der Fichtenbestand nahe der Quellfassung entfernt werde. Denn Fichten sind Wasserzieher."

Einrichungen in katastrophalem Zustand

Allerdings: „Der Zustand der Einrichtungen ist katastrophal“, sagt Heimbucher im Gespräch mit dem Kurier. Weder die Quellfassung, die unbedingt eingezäunt gehöre, noch die Gebäude  entsprächen „den Vorgaben des Wasserhaushaltsgesetzes, des bayerischen Wassergesetzes und den Hygienevorgaben“, sagt Heimbucher.  „Die Fassung ist frei zugänglich, das geht gar nicht.“ Er habe, sagt Heimbucher, den Leupsern die „dringende Empfehlung gegeben, durchzusetzen, dass die Vorgaben endlich umgesetzt werden“. Zudem, sagt der Diplomgeologe, hätte die Leupser Wasserversorgung „mit zwei Quellen zwei Standbeine. Ein drittes brauchen sie nicht“.

Quellen: Erhaltenswert

Die Quellen, die den Pegnitzer Ortsteil versorgten, seien „auf jeden Fall erhaltenswert“, sagt Heimbucher.“Es gibt auch keine rechtlichen Vorgaben für einen Anschluss“ an die Ringleitung der Juragruppe. Und keine gesetzliche Notwendigkeit, die dezentrale Wasserversorgung aufzugeben. Im Gegenteil: Wasserhaushaltsgesetz und das bayerische Wassergesetz förderten den Erhalt „kleiner, dezentraler Anlagen“. Werte und – eine entsprechende Sanierung der vernachlässigten Gebäude vorausgesetzt – die Anlage entsprächen den „Vorgaben der Trinkwasserverordnung. Das Wasser ist von den Werten her besser als das Wasser der Juragruppe.“

Leupser gründen einen Verein

Wie Marx sagt, habe Heimbucher das Wasser "einen Schatz genannt". Um den zu schützen, bereiten die Leupser Bürger gerade die Gründung eines Vereins vor, „um juristisch tätig werden zu können“. Das haben sie bei der Versammlung beschlossen.    

 

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