Langer Weg zur Rathausbrücke

Der AOK-Steg hinter dem Rathaus in Bad Berneck ist seit Dezember 2016 gesperrt. Für viele Anwohner sind die Wege zum Einkaufen dadurch weiter geworden. Foto: Harald Judas

Seit 14 Monaten ist der Fußgängersteg über die Ölschnitz hinter dem Rathaus in Bad Berneck gesperrt. Seit 14 Monaten müssen Anwohner deshalb Umwege in Kauf nehmen, wenn sie zu Fuß einkaufen gehen. An diesem Donnerstag berät der Stadtrat über den Neubau. Aber eine schnelle Lösung ist immer noch nicht in Sicht.

Hermann Rieß wird auch heute wieder im Stadtrat bei den Beratungen über die Entwurfsplanung dabei sein. So wie bei den letzten Beratungen und bei den vorletzten, die den Steg betrafen. Auch bei der Bürgerversammlung kürzlich hat er sein Anliegen vorgebracht, hatte einen Brief an die Stadt geschrieben und mit Bürgermeister Jürgen Zinnert gesprochen. Für ihn wie für alle Anwohner an der Eisenleithe und am Pfarrer-Kneipp-Weg ist der Weg zum Supermarkt, zum Optiker oder zum Metzger mit der Sperrung der Rathausbrücke, wie der AOK-Steg jetzt auch genannt wird, im Dezember 2016 weiter geworden.

Beschwerlich für ältere Bürger

250 Meter einfach, macht 500 Meter hin und zurück. Gerade für ältere Bürger sei das sehr beschwerlich, sagt der 73-Jährige. Auch er selbst nehme jetzt öfter das Auto, weil er gerade nicht so gut zu Fuß sei. Rieß sagt, er spreche für viele der Betroffenen. Zwar hat der Stadtrat im Juli 2017 den Bau einer neuen Brücke beschlossen, aber immer sei noch nichts passiert. Der alte gesperrte  Steg steht immer noch unverändert dort.  „Es ärgert mich, dass das so lange dauert“, sagt Rieß. Er spricht von einer „Zumutung“ für die Bürger.

Zinnert räumt ein, dass durch die lange Brückensperrung „Unannehmlichkeiten“ entstanden sind. Aus seiner Sicht war das aber unvermeidlich. „Wir mussten den Steg sperren, weil die Statik nicht mehr sicher war“, sagt der Bürgermeister.

Brücke muss barrierefrei sein

Der Weg zu einer neuen Brücke sei langwierig. Zumal die Stadt beschlossen hatte, die Brücke ganz neu zu bauen, weil eine Reparatur nicht reiche. Bei veranschlagten 400.000 Euro Kosten gibt es Zuschüsse in Höhe von 80 Prozent. Dafür muss die neue Brücke aber barrierefrei sein, sie muss breiter werden, damit Fußgänger und Radfahrer aneinander vorbei können, und  sie muss etwas verlegt werden.

„Das ist bei öffentlichen Bauvorhaben nicht so einfach, wie wenn ein Privatmann baut und bestimmen kann, wie’s gemacht wird“, sagt Zinnert. Für den Brückenneubau habe ein Ingenieurbüro Alternativen für den Stadtrat erarbeitet. Stellungnahmen von Denkmalschutz, Wasserwirtschaftsamt, Naturschutzbehörde, Feuerwehr und Landratsamt seien einzuholen und zu berücksichtigen. Dazu Änderungswünsche aus dem Stadtrat. Ständig erfolge  ein Austausch mit der Regierung von Oberfranken, um die hohen Zuschüsse nicht zu gefährden.

Verfahren zieht sich

Rieß sieht ein, dass die neue Brücke besser sein wird als die alte. Die Politik der Stadt, hohe Zuschüsse mitzunehmen, ziehe das Verfahren aber zu sehr in die Länge. „Es hätte gleich am Anfang ein Provisorium gebaut werden müssen“.

Zinnert wendet ein, dieses hätte nur zusätzliche Kosten verursacht. Im Übrigen könne man bei 250 Metern auch nicht von einem „Riesenumweg“ sprechen. Bewohner der Eisenleithe müssten ja auch eine beträchtliche Steigung überwinden. Er hoffe, dass der Stadtrat die vorliegende Entwurfsplanung für eine Stahlbrücke an diesem Donnerstag billige. Dann könnten die Ausschreibungen erfolgen, und danach sei wieder der Stadtrat am Zug.

 Auch bei der nächsten Sitzung des Stadtrats will Hermann Rieß wieder dabei sein. Um zu erfahren, ob es – wie von Zinnert angekündigt – wenigstens noch in diesem Jahr was wird mit dem Bau der neuen Brücke.

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