Kunstmuseum ist trocken gelegt

Endspurt im Kunstmuseum: Restaurator Uwe Schubert beseitigt die Wasserschäden an der Renaissance-Decke im Kunstmuseum. Es muss schnell gehen, denn ab Dienstag werden die Räume wieder gebraucht. Foto: Eric Waha

Das Kunstmuseum kommt in den Alltag zurück: Im zweiten Stock legen die Restauratoren letzte Hand an, werden die letzten Retuschen an der Renaissance-Holzdecke gemacht, um den Wasserschaden vom 25. Juni, der das ganze Haus betroffen hatte, vergessen zu machen. Ab Mittwoch beginnen die Vorbereitungen für die nächste große Ausstellung, die am 22. Oktober eröffnet werden soll.

Ein defektes Heizregister der komplizierten Heizungs- und Lüftungsanlage im Dachgeschoss des ehemaligen Alten Rathauses am Markt war schuld: Große Mengen Wasser hatten sich über die Decken, die zum Teil mehrschichtig aufgebaut sind, im ganzen Haus verteilt.

Das Wasser lief durch die vor 18 Jahren bei der Restaurierung des Hauses entdeckte Renaissance-Holzdecke im zweiten Stock. Ebenso durch die reich verzierte Stuckdecke im ersten Stock im ehemaligen Dienstzimmer des Oberbürgermeisters. In der Decke des Erdgeschosses kam das Wasser auch an.

Mehrfach Glück gehabt

Jetzt, knapp vier Monate später, sagt Marina von Assel, die Leiterin des Kunstmuseums: "Wir hatten mehrfach Glück, dass es im Grunde genommen doch recht glimpflich abgegangen ist." Zum einen habe man Glück gehabt, dass das Heizregister tagsüber geplatzt sei. "So konnte man den Schaden vergleichsweise schnell entdecken", sagt von Assel.

Zudem sei es glückliche Fügung gewesen, "dass das Wasser nicht in die Depots gelaufen ist. Die hätte man nicht so schnell ausräumen können. Außerdem war es Glück, dass die Ausstellungsräume im zweiten Stock keine Stuckdecke hatten". Die hätte wohl unter dem Druck des Wassers nachgegeben.

Das Museum "hat aufgehört zu existieren"

Dennoch, sagt von Assel, habe der Wasserschaden das Kunstmuseum empfindlich getroffen. "Das Museum hat in dem Moment aufgehört zu existieren." Schließlich passierte der Schaden kurz vor der Festspielzeit, der wichtigsten Zeit des Jahres für das Museum. Zudem hatte die große Paul-Eliasberg-Ausstellung kurz vorher Eröffnung gefeiert.

 

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"Wir hatten in der Festspielzeit viele Besucher hier, die die Ausstellung sehen wollten", sagt Oliver Kaßel, der stellvertretende Leiter des Kunstmuseums. "Die konnten wir glücklicherweise in die Ausstellungshalle des Neuen Rathauses weiter schicken, weil die Eliasberg-Ausstellung eine zweiteilige Ausstellung war." Das war, wie von Assel es formuliert, "der vierte Glücksfall".

Letzte Pinselstriche als Schlussstrich

Am Dienstag hat der Restaurator Uwe Schubert begonnen, die "zahlreichen Fehlstellen an der Renaissance-Decke" im zweiten Stock zu ergänzen. "Die Wasserflecken mussten isoliert werden, anschließend kommt die Strichretusche. Am besten so, dass der Laie hinterher nichts mehr sieht."

Maximal zwei Tage hat Schubert, der vor 18 Jahren schon dabei war, als die Decke freigelegt und restauriert worden war, Zeit, um die letzten Schäden zu beheben. Letzte Pinselstriche als Schlussstrich unter ein verwässertes Ausstellungsjahr für das Kunstmuseum.

Neue Ausstellung wird aufgebaut: Peter F. Piening

Gleich im Anschluss soll schließlich damit begonnen werden, die nächste Ausstellung aufzubauen: Peter F. Piening, "Augenscheinlich". Die Kunstwerke des Künstlers, der in Ahrensburg in Schleswig-Holstein lebt, sind am Dienstag geliefert worden, "nächste Woche kommt Piening, um beim Aufbau dabei zu sein", sagt Marina von Assel. Am 22. Oktober wird die Ausstellung eröffnet.

Schaden: Mindestens 40.000 Euro

Der Schaden, der durch das geplatzte Heizregister entstanden ist, beläuft sich nach ersten Erkenntnissen auf rund 40.000 Euro, sagt Joachim Oppold, der Pressesprecher der Stadt. "Es sind aber noch nicht alle Rechnungen eingelaufen." Den Schaden werde eine Versicherung übernehmen.

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