Kulturreferent: Es bleibt bei Juni

Der Name ist weg. Die weiße Fläche muss mit einem neuen Namen gefüllt werden. Keine leichte Aufgabe für die Personalverwaltung, und in der Folge dann für den Stadtrat: 130 Bewerbungen sind bis Stichtag 23. April, 12 Uhr, bei der Stadtverwaltung eingegangen. Der Stadtrat sagt: Vor Juni wird nicht festgelegt, wie viele Bewerber sich vorstellen dürfen. Foto: Eric Waha

Das Rennen um einen offensichtlich sehr begehrten Posten hat begonnen. Die Stelle des Kulturreferenten in Bayreuth, der berufsmäßiges Stadtratsmitglied werden soll, soll noch im Sommer neu besetzt werden. Der Stadtrat hat das Votum des Ältestenausschusses bestätigt: Es mache zum jetzigen Zeitpunkt noch keinen Sinn, die Zahl der Kandidaten, die sich vorstellen sollen, festzulegen.

Die Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe hatte am Mittwochnachmittag noch einmal dafür geworben, eine Zahl zumindest halbwegs festzulegen: "Mindestens zehn" Kandidaten solle der Stadtrat begutachten. Schließlich gehe es "um eine für eine Kulturstadt wie Bayreuth wichtige Personalie", sagte Merk-Erbe. "Es wäre gut, wenn die Stelle schnellstmöglich wieder besetzt wird." Deshalb sei es aus ihrer Sicht folgerichtig, dass man sich "über die Anzahl der Persönlichkeiten, die zu laden ist", klar werde. "Es geht nicht darum, wer geladen wird, sondern wie viele." Sie würde gerne, sagte Merk-Erbe, von der Vorgabe "des Ältestenausschusses abweichen" - und "angesichts vieler Bewerber mit hoher Qualifikation mindestens zehn Bewerber" sich vorstellen lassen.

Keine Chance auf eine Festlegung

Altoberbürgermeister Michael Hohl (CSU), hielt, wie bereits im Ältestenausschuss, dagegen. "Wir fühlen uns als CSU-Fraktion heute nicht in der Lage", eine Zahl festzulegen. Man habe - die Möglichkeit bestehe schließlich erst seit Montag - auch noch keine Akteneinsicht nehmen und sich über die Bewerbungen einen Überblick verschaffen können. "Mangels hinreichenden Wissens", sagte Hohl, könne man auch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, wie viele Bewerber man sehen möchte.

Erst Akteneinsicht, dann Entscheidung

Ganz ähnlich argumentiert Thomas Bauske, der Fraktionsvorsitzende der SPD. Erst wenn man Akteneinsicht genommen und sich ein Bild von den Bewerbern gemacht habe, könne man sagen, wie viele Bewerber sich vor dem Stadtrat vorstellen sollten. Seine Fraktion hatte ebenso noch nicht die Gelegenheit, die 130 Bewerbungen durchzuarbeiten. Bauskes Befürchtung: "Zehn Bewerber - das kann ganz viel sein. Wir müssen aufpassen, dass man dem letzten Bewerber ganuso viel Aufmerksamkeit schenkt wie dem ersten." Seine Fraktion könne noch nicht sagen, ob sie "zehn, elf oder nur neun Bewerber" sehen wolle. "Wir würden die Entscheidung gerne um einen Monat verschieben."

Merk-Erbe: Zwei Sondersitzungen möglich

Bauskes Bedenken sieht auch Merk-Erbe. "Wir können auch zwei Sondersitzungen machen, kein Problem." Dann könne man sich auf die einzelnen Bewerber auch entsprechend konzentrieren. Aber: Aus Sicht Merk-Erbes seien "mindestens zehn Bewerber relativ wenig", angesichts der 130 Bewerber unter denen "sehr herausragende Bewerbungen" zu finden seien.

Zeichen setzen

Man solle mit einer Festlegung auf einen Kandidatenkreis von "mindestens zehn" Bewerbern, die eine Chance bekommen sollten, sich vor dem Stadtrat vorzustellen, "ein Zeichen setzen", warb Karsten Schieseck (BG) für eine Entscheidung. Er habe bereits Akteneinsicht genommen: Es werde alles andere als einfach sein, die Zahl von zehn möglichen Kandidaten zu unterschreiten. Sollte wider Erwarten ein engerer Kandidatenkreis herauskommen, "könnte man den Beschluss ja abändern", riet Schieseck.

Stadtrat bestätigt Votum des Ältestenausschusses

Der Stadtrat jedoch entschied anders: Mit der Stimme der Oberbürgermeisterin wollten nur zehn Stadträte die Empfehlung des Ältestenausschusses kippen. 25 Stadträte sagen damit: Eine Festlegung im Juni auf die Anzahl der Kandidaten, die eingeladen werden sollen zu den möglichen Sondersitzungen wohl im Juli reiche völlig aus.

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