Kulmbacher Straße: Künftig unten durch

Mehr Sicherheit für Radler und Fußgänger, wenn das Abbiegeverbot vom Hohenzollernring in die Straße Am Sendelbach kommt: Die Grünen fordern, die Stadtverwaltung möge prüfen, ob der dritte von vier Brückenbögen (von links) für eine Unterführung der Kulmbacher Straße geeignet ist. Foto: Andreas Harbach

Im Streit um die Frage, wie der Verkehr vom Hohenzollernring in die Straße Am Sendelbach künftig geführt werden soll, melden sich jetzt die Grünen mit einem Vorschlag zu Wort. Der Zeitpunkt kommt nicht von ungefähr. Am Dienstag (17. April) berät der Bauausschuss darüber, wie mit den Unterschriften von 1600 Bürgern gegen ein Abbiegeverbot umgegangen werden soll.

Der Vorschlag sieht vor, dass es bei dem Abbiegeverbot vom Hohenzollernring in die Straße Am Sendelbach zwar bleibt. Dass eine dadurch entstehende zweite Gefahrenstelle für Radfahrer und Fußgänger aber entschärft wird. Denn: Müssen künftig alle Fahrzeuge, die in die Tiefgarage des Rotmaincenters oder auf den Schotterparkplatz der Stadtwerke müssen, einen Umweg über die Kulmbacher Straße nehmen, bedeutet das dort auch mehr Gefahr für Radler und Fußgänger. Statt an der Sandsteinbrücke vorbei sollen Radler und Fußgänger daher künftig unter ihr hindurch können. Gefordert ist also eine Unterführung, wie es sie an der Scheffel- und an der Albrecht-Dürer-Straße auch schon gibt. Tim Pargent, der für die Grünen im Stadtrat sitzt, spricht von einem kleinen Einschnitt in die Natur, der vielen Radfahrern und damit wiederum der Umwelt zugute komme.

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Urte Kelm, die Baureferentin der Stadt, sagt dazu: Einen ähnlichen Vorschlag habe es im Jahr 2011 schon aus einem Jugendsprecherseminar heraus gegeben. Kelm weiß daher: „Es gibt einige Hürden, die zu nehmen sind.“ Allenvoran mit dem Wasserwirtschaftsamt müssten Gespräche geführt werden, da es sich bei der Fläche, auf der die Unterführung gebaut werden solle, um ein Überschwemmungsgebiet und einen Hochwasserrückhaltebereich handle. Falle der an einer Stelle weg, müsse er andernorts geschaffen werden. Nur: Andernorts grenzten meist private Flächen an den Mistelbach.

1600 Bürger unterschreiben gegen die Pläne

Die Stadtverwaltung wird den Mitgliedern des Bauausschusses am Dienstag vorschlagen, das bereits beschlossene Abbiegeverbot vom Hohenzollernring in die Straße Am Sendelbach umzusetzen und bis in den Herbst zu testen. Damit spricht sich die Verwaltung gegen einen Bürgerantrag aus, den die drei Geschäftstreibenden Claus-Dieter Vogel, Tobias Niklas und Georg Fischer im Namen von rund 1600 Bürgern eingereicht haben. Darin fordern die Bürger, der Stadtrat möge das bereits beschlossene Abbiegeverbot vom Hohenzollernring in die Straße Am Sendelbach zurücknehmen. Sie sehen die Gefahr, dass sich die Radfahrer in der Straße künftig in trügerischer Sicherheit wähnen, während Autofahrer nach wie vor in die Tiefgarage des Rotmaincenters ein- und ausführen. Außerdem würde eine Umleitung der Fahrzeuge über die Kulmbacher Straße dort zu Staus, einer höheren Belastung durch Abgase und eine Gefährdung der Fußgänger und Radler beim Überqueren der Straße führen.

Die Stadtverwaltung bleibt dabei

Die Stadtverwaltung will dem Bauausschuss daher auch vorschlagen, während der Testphase eine andere Lösung zu untersuchen. Die könnte so aussehen, dass in der Straße Am Sendelbach künftig ein sogenannter „Shared-Space“ entsteht, also eine „Mischverkehrsfläche“, die von Autofahrern, Radlern und Fußgängern gleichermaßen genutzt werden kann. Solche Bereiche sollen dazu führen, dass die Verkehrsteilnehmer rücksichtsvoll miteinander umgehen und sich der Verkehr quasi von selbst beruhigt. Der dafür nötige Umbau der Straße wäre aber teuer. Die Stadtverwaltung will die Testphase daher dazu nutzen, um mögliche Fördermittel auszuloten.

Ein "Weiter so" gibt es nicht

Warum nicht einfach alles beim Alten bleiben kann, erklärt die Stadt so: Über die Straße Am Sendelbach und den Überweg über den Hohenzollernring an der Glaserei Sturm werden Radfahrer aus den westlichen Stadtteilen und des westlichen Landkreises an die Innenstadt angebunden. Aktuell sei deren Sicherheit nicht garantiert, weil die Aufstellfläche an der Ampel vor der Glaserei zu klein sei und Passanten durch den abbiegenden Verkehr gefährdet würden. Außerdem müssten die Radfahrer auf dem Weg zur Ampel die Straße Am Sendelbach queren und täten das unter anderem dort, wo ihnen der abbiegende Verkehr vom Hohenzollernring entgegen komme.

Entscheidung noch in diesem Monat

Wie die Grünen, hält auch die Stadtverwaltung das Abbiegeverbot vom Hohenzollernring daher trotz Widerstand aus der Bevölkerung für die richtige Entscheidung.

Grundsätzlich hat die Stadtverwaltung drei Monate Zeit um den Antrag der Grünen auf die Tagesordnung des Stadtrat zu setzen. Gespräche, wie die mit dem Wasserwirtschaftsamt, sollen aber zeitnah geführt und der Antrag eventuell schon in der nächsten Sitzung des Stadtrats am 25. April diskutiert werden.

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