Kontra Geschlechterparität Zum Weltfrauentag: Frauen brauchen mehr Mut

Gudrun Brendel-Fischer ist bayerische Landtagsabgeordnete für die CSU. Foto: Andreas Harbach

GASTKOMMENTAR. An dem Ziel, mehr Frauen in politische Verantwortung zu bringen, arbeite ich seit langem, und ich gebe zu, es ist ein hartes Geschäft. Das beste Rezept sind weibliche Vorbilder, die Nachwuchs fördern. Unser Mentoring-Programm der CSU-Frauenunion ist eine nachhaltige Maßnahme, mit der wir Frauen mit der Arbeit als Mandatsträgerin vertrautmachen.

Frauen brauchen aber vor allem Mut im politischen Geschäft. Noch immer schrecken Frauen insbesondere bei Aufstellungsversammlungen vor Kampfkandidaturen zurück, weil sie sich Ärger ersparen wollen oder eine Niederlage fürchten. Nach einem Misserfolg selbstbewusst weiterzumachen, sei es bei einer innerparteilichen Gremienwahl oder bei einer Kandidatur für ein politisches Mandat, fällt Frauen meiner Erfahrung nach schwerer als männlichen Kollegen. Ich bin selbst je zweimal bei der Kreistagswahl und bei der Landtagswahl durchgerauscht. Das ist wahrlich nicht lustig, und man hat die Spötter auf seiner Seite. Es braucht aber auch ein unterstützendes familiäres Umfeld. Nicht jeder Partner jauchzt, wenn ihm seine Frau stolz berichtet, dass sie in die Politik einsteigen will.

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Eine Wahlgesetzänderung zugunsten einer verordneten Quote lehne ich ab. Die Abschaffung von Direktmandaten kann dazu führen, dass manche Regionen nicht mehr im Parlament vertreten sind, weil ihre Kandidatin oder ihr Kandidat auf einer festgezurrten Liste platziert ist und das Gesamtergebnis der Partei nicht für einen Einzug reicht. Unser aktuelles Wahlrecht ermöglicht es, dass durch unsere Kreuzchen Verschiebungen auf der Liste vorgenommen werden können.

Die Parteien müssen ihre Hausaufgaben machen, und die CSU ist da besonders gefordert, insbesondere bei der Besetzung der Direktmandate für Landtag und Bundestag. Bayreuth steht hier ja frauentechnisch vorbildlich da. In meinem eigenen Parteiumfeld im Ortsverband Heinersreuth und in unseren hiesigen Kreisverbänden sehe ich eine gute Entwicklung. Mal sehen, wie viele Frauen sich für die neu aufzustellende Kreistagsliste zum Mitmachen motivieren lassen!

 

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