Kommt Tobias Knoblich? Bayreuths Kulturreferent in Erfurt für Posten gehandelt

Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass Tobias Knoblich seinen Posten als Kulturreferent antritt. Foto: Deutscher Kulturrat

BAYREUTH. Die Nachricht sorgte für gewaltigen Wirbel. Zunächst in Erfurt, dann in Bayreuth. Nach wie vor geht man im Bayreuther Rathaus davon aus, dass Tobias Knoblich ab 1. Januar 2019 das Amt des Kulturreferenten antreten wird. Jedoch: Nun wurde der 46-Jährige vom Erfurter Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) als Kandidat für ein Dezernat in Erfurt benannt.

Im Rathaus in Erfurt steht im November die Wahl der Beigeordneten des Oberbürgermeisters an. Drei Dezernentenposten sind zu vergeben. Drei Namen von Kandidaten hat Rathaus-Chef Bausewein am Dienstag ins Gespräch gebracht. Neben zwei Parteimitgliedern der Linken auch den parteilosen Knoblich.

Merk-Erbe geht davon aus, dass Knoblich kommt

Wie die „Thüringer Allgemeine“ berichtet, sind die Vorschläge des Oberbürgermeisters selbst bei den Parteifreunden in der Erfurter SPD auf Verwunderung gestoßen. Von einer „explosiven Mischung“ ist in dem Bericht die Rede. Sollte es tatsächlich zur Detonation kommen – will sagen: sollte Knoblich Mitte November in Erfurt zum Dezernenten für Wirtschaft, Kultur und Sport bestimmt werden – wären die Erschütterungen vor allem auch in Bayreuth zu spüren.

Doch so weit ist es noch nicht. Die Stellungnahme aus dem Bayreuther Rathaus fällt auf Kurier-Anfrage vom Mittwoch freilich vergleichsweise dürr aus: „Dr. Knoblich hat in einem Telefonat mit Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe am vergangenen Montag noch einmal bestätigt, dass er zu Jahresbeginn die Stelle als Kulturreferent in Bayreuth antreten wird“, heißt es in einer Mitteilung von Pressesprecher Joachim Oppold. Mehr könne man dazu nicht sagen.

Specht fordert Klarstellung von Knoblich

Aufgrund des Reformationstags, der in Thüringen ein gesetzlicher Feiertag ist, konnte man am Mittwoch auch im Erfurter Rathaus nichts dazu sagen. Auch Knoblich selbst ging nicht an sein Handy.

Bayreuths Kulturpfleger Stefan Specht (CSU) kommentiert den Fall so: „Es ist an der Zeit, dass sich Tobias Knoblich zu seinen Präferenzen erklärt.“ An Spekulationen will sich Specht nicht beteiligen.

Dezernentenposition wäre ein Karrieresprung

Aus Erfurter Sicht betrachtet, zeigt die Entwicklung in diesem Fall durchaus eine gewisse Logik. Sollte in Thüringens Landeshauptstadt tatsächlich der Wunsch vorhanden sein, Knoblich zu halten, so hätte man nun eine wichtige Voraussetzung geschaffen. Denn mit der Position des Dezernenten würde der bisherige Kulturdirektor einen Rang nach oben klettern. Dezernentenstellen entsprechen den Referentenstellen in Bayreuth.

Nachdem Knoblich im Sommer unter 130 Bewerbern zum Bayreuther Kulturreferenten gewählt wurde, hatte dieser seine Stelle in Erfurt gekündigt. Und klare Worte über die Erfurter Kulturwelt gefunden, der er „Verzagtheit und Verlustängste“ bescheinigte. Laut dem Bericht der „Thüringer Allgemeine“ beklagte er im Juli einen „überstarken Reflex des Festhaltens um jeden Preis, der nicht meiner Vorstellung von Gestaltung entspricht“.

Klare Worte von Tobias Knoblich. Die sind jetzt vor allem in eigener Sache gefragt.

 

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