Kneipenfestival: Bayreuth bebt

Vollgas sofort ab dem ersten Akkord: The Whiskey Foundation in der brüllheißen Brenneri im Liebesbier. Foto: Andreas Harbach

Das 25. Bayreuther Kneipenfestival bricht einmal mehr die Rekorde: Bei den Besuchern gab es wieder eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr, außerdem den besten Vorverkauf aller Zeiten. Und: Die Lust auf handgemachte Musik hat am Samstagabend für eine Trendumkehr gesorgt. Weit mehr als die Hälfte der über 6000 Musikfans war schon vor 22 Uhr in der Stadt unterwegs. Früher als sonst.

Eine ziemlich wichtige Botschaft kommt als Nicht-Meldung verpackt daher: Mehrere 1000 Menschen unterwegs in Bayreuth - und keine polizeirelevanten Vorkommnisse. "Nichts auffälliges - alle brav", sagt ein Sprecher der Polizeiinspektion Bayreuth-Stadt am Sonntagvormittag auf Anfrage unserer Zeitung. Ein Umstand, den auch Manuel Kraus vom Veranstalter des Kneipenfestivals, der Agentur Motion, beim Bilanzgespräch mit dem Kurier am Sonntag herausstreicht: "Wir hatten rund 70 Leute an den Kassen und für die Sicherheit im Einsatz. Wir mir unser Sicherheits-Chef sagte, ist aus seiner Sicht sowohl in den Locations als auch drum herum alles ruhig verlaufen." Kraus sagt, man habe auch "zwischen den einzelnen Läden, die am Kneipenfestival beteiligt sind, Leute im Einsatz, damit es ohne Lärm abgeht in der Nacht".

Mehr als 90 Musiker aus ganz Deutschland, mehr als 6000 Besucher

Ohne Lärm, positiv gesehen, geht es in den Kneipen - 21 Lokale und Bühnen waren es bei der Jubiläumsauflage - beim Kneipenfestival natürlich nicht ab. Etwas mehr als 90 Musiker aus der ganzen Republik und später am Abend sechs bis acht DJs haben die Stimmung in der Stadt bisweilen auf den Siedepunkt gebracht. Für eine Anzahl an Menschen, die das Niveau der Vorjahre wieder übertroffen hat, wie Kraus sagt. "Die Bayreuther halten dem Festival die Treue. Es waren rund 6000 Besucher unterwegs. Eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr."

Rosenau? War da was?

Was die Bayreuther im Mai geschockt hat, hatte auch Auswirkungen aufs Kneipenfestival - zum Glück aber keine großen, denn: "Der Wegfall der Rosenau war schon hart, weil damit eine Magnet vor allem für die Schüler und Studenten weggebrochen ist", sagt Kraus. Aber: "Wir konnten das mit dem Liebesbier, das zum ersten Mal dabei war, sehr gut ausgleichen. Damit haben wir eine sehr gute neue Location dabei gehabt." Gerade das Nebeneinander der beiden Veranstaltungsorte - dem Saal der Brennerei neben der Alten Abfüllerei und dem großen Brausaal oben drüber, habe "mehr als gut funktioniert. Ein guter Austausch des Publikums", sagt Kraus.

Stärkster Vorverkauf

Mit mehr als 2000 Karten im Vorfeld hatte das Kneipenfestival nach Angaben von Matthias Mayer von Motion den stärksten Vorverkauf in der Geschichte des Festivals. Erstaunlich viele davon haben sich die Karten offensichtlich für den Fünferpack an Konzerten im Zentrum gekauft mit den beiden Zugpferden von Jamaram und den Leoniden: "Mit über 800 Eintrittsbändchen war das Zentrum die stärkste Location des Abends. Dort kamen auch die meisten Karten aus dem Vorverkauf an"; sagt Manuel Kraus. Zwei weitere Spitzenreiter: In Lamperium und Mia wurden den Besuchern jeweils rund 600 Eintrittsbändchen um den Arm geklebt.

Heimathafen Spitzenreiter bei den Einlassstopps

Einsamer Spitzenreiter bei den vielen Einlassstopps am Abend des 25. Kneipenfestivals: der Heimathafen. So viele Fans der Band Oporto hatten dort auf den Beginn gewartet, dass "wir dort schon kurz nach 20 Uhr den ersten Einlassstopp hatten", sagt Kraus. Das belegt auch, dass sich der Trend der vergangenen Jahre umkehrt: "Um 22 Uhr hatten wir mehr als 3500 Bändchen verkauft. Das zeigt, dass die Leute wieder früher fortgehen beim Kneipenfestival." Schließlich könne, wer schon um 20 Uhr auf Tour gehe, so rund sechs Stunden Live-Musik hören. Selbst der heftige Regenguss ab etwa 23 Uhr, der über der Stadt niederging, konnte die Musikfans nicht vertreiben: Dann blieben sie eben dort, wo sie waren - oder sich ziemlich nass hingeflüchtet hatten.

Hier sind alle Fotos unserer beiden Fotografen Andreas Harbach und Peter Kolb

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