Kindermusical "Yakari" Kleine Indianerin auf großer Bühne

BAYREUTH. Eine Stunde lang fiebert Lilly Zimmermann als normale Zuschauerin mit, wie die Indianer auf der Bühne ihre Abenteuer meistern. Bei der Schlussszene aber ist Lillys Stuhl leer – und die Achtjährige steht stattdessen auf der Bühne des Kindermuscials „Yakari 2 – Geheimnis des Lebens“ in der Oberfrankenhalle.

Der Kurier und der Konzertveranstalter Semmel Concerts haben die Statistenrolle für den Yakari-Tourstop in Bayreuth verlost. Lilly bewarb sich mit einem kreativen Video – und dem Hinweis, dass der Gewinn ein schönes nachträgliches Geschenk zu ihrem achten Geburtstag wäre, den sie wenige Tage vor dem Auftritt feierte.

„Es war cool auf der Bühne zu stehen“, sagt die Eckersdorferin am Ende eines langen und ereignisreichen Tages, an dem sie müde und überwältigt zugleich ist. 

Direkt nach der Schule geht es für Lilly und ihre Mutter in die Halle. Drei Stunden bevor der erste Vorhang fällt, steht das Schminken an: Visagistin Gülsün Güngör verwandelt das Schulkind in ein Indianermädchen. „Zuerst hat sie meine Haut dunkler gemacht“, erzählt Lilly. Anschließend arbeitet Güngör mit einem Pinsel an den Augenpartien. Zuletzt werden die Haare zusammen gebunden. Lilly erhält Perücke und Kostüm – und gehört zum Yakari-Team.

Regisseur Marco Krämer-Eis bringt sie zur Bühne. Zur Probe ihres Auftritts. Sein Tipp: „Die Zuschauer können dich sehen, sobald du die Zuschauer siehst.“ Das beherzigt die Achtjährige: „Das hat geholfen. Ich wusste genau, ab wann ich meine Rolle spielen musste“

An die Hand genommen werden Lilly und zwei andere Statistenmädchen von Jasmin Alshaibani, Darstellerin der alten Indianerin Mondschein, die sich im Stamm um die Kinder kümmert. Yakari hat sie aus den hohen Bergen zurückgeholt. Dorthin ging sie, als sie das Gefühl hatte, aufgrund ihres Alters unnütz zu sein. Yakari aber zeigte ihr, dass sie für die Gemeinschaft noch immer wichtig sein kann. 

Überhaupt geht es in dem Musical zentral um Freundschaft, die am Ende auch stärker ist als die Rivalität von Kleiner Dachs und Yakari. Als sich die beiden Konkurrenten versöhnen, feiern der Stamm und die Besucher. 

Die Stimmung in der Halle ist wie bei einem großen Kindergeburtstag. Eltern und Großeltern klatschen, die Kinder schauen überaus gebannt in Richtung Bühne.

Und Lilly Zimmermann ist mittendrin: „Auf der Bühne war es durch die Scheinwerfer sehr hell. Ein paar Zuschauer hat man sehen können, aber nicht viele“, erzählt sie. Mit Mondschein laufen die Kinder auf die Bühne, setzen sich ans Feuer. Es folgt das Indianergeheul – und schon haben es die drei Mädchen fehlerfrei geschafft.

Wobei – noch nicht ganz: Nach der Show kommen sie noch einmal auf die Bühne, verbeugen sich und genießen den Applaus der 800 Zuschauer.

Lilly ist begeistert: „Ich würde das gerne wieder tun. Gerne auch mit Tanz.“

 

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