Kickers Würzburg: „Haben alles versucht“

Sie tanzten nur einen Sommer: Die Kickers aus Würzburg mit ihrem Trainer Bernd Hollerbach müssen die Zweite Liga wieder verlassen. Foto: Nicolas Armer/dpa

Nach nur einem Jahr in der 2. Liga müssen die Würzburger Kickers wieder runter. Bei der Aufstiegsparty des VfB Stuttgart glückt die Sensation nicht. Die katastrophale Rückrunde endet mit einem 1:4.

Die Würzburger Kickers steigen nach nur einer Saison direkt wieder aus der 2. Bundesliga ab. Gleich nach dem Spiel versuchte Trainer Bernd Hollerbach seine Fußball-Profis in der Kabine zumindest wieder ein bisschen aufzubauen. «Das ist kein schöner Moment für uns, aber zum Leben gehören solche Momente dazu», sagte der 47-Jährige in den Stadionkatakomben. «Wir haben alles versucht.»

Das 1:4 (0:1) am Sonntag bei der Aufstiegsparty des VfB Stuttgart besiegelte die schnelle Rückkehr der Unterfranken in die 3. Liga. Der Treffer von Tobias Schröck (78. Minute) war bei den Gegentoren von Matthias Zimmermann (32.), Simon Terodde (59./80.) und Daniel Ginczek (89.) vor 60 000 Zuschauern zu wenig für ein Fußballwunder.

Die Kickers müssen nach dem gefeierten Durchmarsch von der Regionalliga bis in die 2. Liga nun einen schmerzhaften Abstieg wegstecken. «Wir haben die letzten Jahre gezeigt, was mit einem ganz kleinen Etat und viel Herzblut möglich ist», sagte Hollerbach, der seinem Verein eine «Riesenentwicklung» bescheinigt.

Schlagkräftige Truppe in Liga drei?

Nach der starken Hinrunde und Platz sechs stürzten die Würzburger in der komplett sieglosen Rückrunde ab. Jetzt müssen sich die Franken wieder fangen und für die neue Saison in Liga drei eine neue Mannschaft formieren.

«Eigentlich mache ich mir da keine Sorgen. Wir sind solide aufgestellt, ich habe ein tolles Vertrauensverhältnis mit den Entscheidern», sagte Hollerbach im TV-Sender Sky. «Ich bin mir sicher, dass die Kickers in der dritten Liga eine schlagkräftige Mannschaft zusammen bekommen.»

Nach den von Hollerbach vor dem Anpfiff gepriesenen «Sensationen» der vergangenen Jahre glückte der nächste Coup nicht. Seine Profis stemmten sich aber laufstark und mit viel Einsatz gegen den K.o.

Terodde vergibt Großchancen

Viel fehlte auch nicht zur Führung. Doch VfB-Torwart Mitch Langerak verhinderte bei einer Doppelchance von Peter Kurzweg und Nejmeddin Daghfous (11.) einen Rückstand. Nachdem der schwächste Rückrunden-Angriff wieder einmal gescheitert war, stimmte sich der VfB dank eines fulminanten 25-Meter-Schusses von Zimmermann auf seine große Party ein. Jörg Siebenhandl im Kickers-Tor war ohne Chance.

Würzburg steckte nicht auf. Aber anders als beim 3:0 im Hinspiel und dem letzten Kickers-Sieg in der 2. Liga wollte lange kein Treffer gelingen. Gleich zu Beginn der zweiten Hälfte versäumte es Stuttgart früh für klare Verhältnisse zu sorgen. Binnen einer Minute vergab Terodde gleich drei Großchancen (49./50.).

Besser machte es Terodde, der zum zweiten Mal in Serie beste Stürmer der Liga, später nach uneigennützigem Zuspiel von Ginczek. Schröck ließ die Franken nach einem Distanzschuss noch einmal hoffen - bis Terodde und Ginczek alles klar machten.

dpa

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