Keine Panik bei der Tigers-Führung

Selbstbewusst und zuversichtlich: Margrit und Matthias Wendel zweifeln nicht daran, dass es in der zweiten Saisonhälfte der DEL2 mit den Bayreuth Tigers aufwärts gehen wird. Foto: Rudolf Ziegler

Nach acht Spielen in Folge ohne Punktgewinn in der DEL2 und dem Sturz auf den vorletzten Tabellenplatz wäre eine gewisse Verunsicherung bei den Bayreuth Tigers keine Überraschung. Das Geschäftsführer-Ehepaar Margrit und Matthias Wendel lässt bei seiner Zwischenbilanz unmittelbar vor dem Abschluss der ersten Hälfte der Punkterunde aber überhaupt keine Spur von Panikstimmung erkennen.

„Man muss sich anschauen, warum die Lage so ist“, relativiert Margrit Wendel. „Wir haben gerade einen extrem stark dezimierten Kader mit gerade mal zwei Reihen. Dafür spielen sie sogar großartig! Ich behaupte, das keine andere Mannschaft das so aushalten würde. Da zahlt es sich wieder mal aus, wie Trainer Sergej Waßmiller auf die Kondition der Spieler bedacht ist.“

Auch Ehemann Matthias hat keinen Zweifel daran, dass dieser ungewöhnlichen Krise ein Aufwärtstrend folgen wird: „Ich habe immer gesagt, dass es darum geht, nicht abzusteigen – und dass viel Glück nötig sein wird, um das sogar mit dem Erreichen der Pre-Playoffs zu schaffen. Bei dieser Einschränkung hatte ich schon an die vielen Unwägbarkeiten gedacht, die uns jetzt tatsächlich so hart getroffen haben.“

"Wir werden noch hart um Platz zehn mitkämpfen"

Neben dem Teamgeist vertraue er auf die Verstärkung durch die Besetzung der vierten Ausländerstelle mit dem NHL-erfahrenen Eric Chouinard, der am kommenden Wochenende debütieren wird, die Rückkehr der U-20-Nationalspieler Valentin Busch und Luca Gläser vom WM-Turnier in Frankreich und die allmähliche Genesung der verletzten Spieler: „Das alles zusammen macht mich sicher, dass wir nicht absteigen. Wir werden sogar noch hart um Platz zehn mitkämpfen.“ Wenn man bei der Liste der Ausfälle auch die vier Förderlizenzspieler berücksichtige, die wegen der eigenen Personalsorgen des Kooperationspartners derzeit nicht verfügbar sind, „dann hat man zwölf für uns lizenzierte Spieler, die nicht eingesetzt werden können.“

Eine Konsequenz für die künftige Personalplanung könnte darin bestehen, die Abhängigkeit von Förderlizenzspielern zu reduzieren. „Wir wollen mehr junge Spieler direkt unter Vertrag nehmen“, sagt Matthias Wendel. „Das haben wir bereits unserer Sportlichen Leitung und den Spielervermittlern mitgeteilt.“ Als Standort für junge Spieler habe sich Bayreuth inzwischen einen guten Namen gemacht, „auch weil meine Frau so viel Wert legt auf die Kommunikation mit den Eltern“. Eine aktive Suche während der Transferzeit im Dezember sei aber nicht geplant: „Da werden wir nur tätig, wenn sich etwas Günstiges anbietet.“

Hoffnung auf steigende Zuschauerzahlen

Auch die wirtschaftliche Lage bewerten die Tigers-Geschäftsführer relativ gelassen, obwohl die Zuschauerzahlen als Maßstab durchaus Anlass zur Sorge geben könnten. Der aktuelle Schnitt von 1614 in den bisherigen zwölf Heimspielen bedeutet im Vergleich zum Abschluss der Punkterunde der vergangenen Saison (2021) einen Rückgang um rund 400 oder zwanzig Prozent. Allerdings fehlt in der Zwischenbilanz noch das traditionell am stärksten besuchte Heimspiel gegen die Eispiraten Crimmitschau, das am 3. Januar nachgeholt wird. Mit einem fast vollen Stadion könnte man dann sogar noch den kalkulierten Schnitt von 1800 erreichen.

„Der November war schon immer ein schwacher Monat“, sagt Margrit Wendel. „Und ebenso war der Dezember schon immer besser. Da sind Ferien, und wir haben am 26. und 30. Dezember zwei Heimspiele um 16 Uhr, die für Familien besonders attraktiv sind.“ Die Saisonplanung sehe sie wie ihr Mann durch die aktuellen Zahlen „nicht dramatisch beeinträchtigt“.

Daran ändere es auch nichts, dass die Umbesetzung auf zwei Ausländerstellen im Kader zusätzliche Kosten verursacht habe. „Da sind wir an die Mitgesellschafter herangetreten und haben sozusagen gesammelt“, erklärt Margrit Wendel. „Sogar Trainer und Sportlicher Leiter haben sich beteiligt, Sponsoren und wir selbst natürlich auch. So konnten wir das stemmen. Das war tatsächlich ein Kostenfaktor, aber wir versprechen uns auch viel davon.“ Ähnlich sei schon zu Saisonbeginn die dauerhafte Verpflichtung von Mathias Müller zustande gekommen, der die Saisonvorbereitung erst einmal als Testspieler mitgemacht hatte.

Solche Investitionen sind für Margrit Wendel auch ein Beleg für wirtschaftliche Handlungsfähigkeit: „Das ist nämlich schwieriger als in der Oberliga, weil man sich in der DEL2 so etwas genehmigen lassen muss. Man muss nachweisen, dass man es sich auch leisten kann.“ „Damit hatten wir keinerlei Probleme“, unterstreicht Ehemann Matthias. „Sonst hätten wir eine Bürgschaft hinterlegen müssen, und das war nicht der Fall.“

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