Katze befreit - und adoptiert Tierdrama hat doppeltes Happy End

BAD BERNECK. Wenn die Feuerwehr Bad Berneck wegen eines Tieres ausrücken muss, dann ist am ehesten ein Pferd oder ein Kalb in eine Grube geraten. Oder es handelt sich um „die klassische Katze auf dem Baum“, wie Kommandant Stefan Kießling sagt. Doch vergangenen Freitag war alles anders. Protokoll eines Tierdramas mit doppeltem Happy End.

Am Freitag um acht Uhr abends wurde der Verein Tierrettung Bayreuth von der Polizei nach Bad Berneck an die Hofer Straße gebeten. Eine Frau hatte eine Katze gemeldet, die unter einem Gartenhaus eingeklemmt sei. „Wir haben die Tierhilfe Weidenberg um Unterstützung gebeten, da zwei Mitglieder direkt in der Nähe wohnen und schneller an der Einsatzstelle eintreffen konnten“, schildert der Verein auf seiner Facebookseite. Gemeinsam mit den Polizisten versuchte man, mit Schaufeln Raum zu schaffen, um das jämmerlich weinende Kätzchen aus seiner misslichen Lage zu befreien.

Ohne Wehr wird das nichts

Doch das Tier befand sich in einem Hohlraum zwischen zwei leitplankenähnlichen Eisenprofilen, die das in den Hang gebaute Gartenhaus nach unten absicherten. Schnell war klar: Hier muss die Feuerwehr ran. Mit neun Mann rückte die Bernecker Wehr unter Leitung von zweitem Kommandanten Mathias Müller an. Mit einer Flex wurden etwa anderthalb Meter des Eisenprofils rausgeschnitten. Bei der Bemessung spielte auch eine Rolle, dass sich das Metall beim Flexen erhitzt und dass man das kleine Tier nicht noch zusätzlich quälen wollte, erläutert Stefan Kießling: „Prinzipiell versuchen wir, den Schaden so klein wie möglich zu halten.“ Das Gartenhaus steht übrigens noch. Es musste nicht, wie am Sonntag von der Polizei gemeldet, „Stück für Stück abgebaut“ werden.

Beim Tierarzt aufgepeppelt

Nach rund einer Stunde war der Rettungseinsatz erfolgreich beendet. Die Tierrettung Bayreuth übernahm das kleine, wenige Wochen alte Tier, das bereits ausgetrocknet und unterkühlt gewesen sei, so dass die Tierretter befürchteten, dass das Kätzchen doch noch verendet. In der Tierarztpraxis Frankenpfalz in Zeulenreuth wurde es stationär betreut und aufgepäppelt.

Einer der Feuerwehrleute, die am Freitag im Einsatz waren, ist Andreas Hübner (27): „Mir hat das Tier leidgetan. Ich wollte nicht, dass es ins Tierheim kommt.“ Und da sich auch kein Eigentümer gemeldet hatte, nahm Hübner nach Rücksprache mit seiner Frau das kleine Kätzchen bei sich auf. Die zwei Kinder der Hübners, vier und fünf Jahre alt, sind „überglücklich“, so Andreas Hübner. Nur die andere Katze der Hübners muss sich noch an den Familienzuwachs gewöhnen, deswegen wohnt Luna – so heißt das neue Kätzchen – nun erst mal im Schlafzimmer der Hübners, wo es sich schon prächtig erholt hat.

2017 genau 76 Mal ausgerückt

Den nächsten Einsatz nach der Katzenrettung hatte die Feuerwehr Bad Berneck bereits zwei Tage später: Bei Micheldorf brannte am Sonntag ein zwei Hektar großes Feld. 2017 mussten die Brandschützer insgesamt 76-mal ausrücken.

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