Juragruppe sendet Friedenssignal

Werkleiter Hans Hümmer (rechts) erklärt seinem Verbandsvorsitzenden Manfred Thümmler, was da so alles gemacht wurde am Leupser Wasserhaus. Kostenvoranschläge gab es laut Hümmer übrigens schon seit Monaten – bevor die Bürgerinitiative den Zustand des Gebäudes massiv kritisiert hatte. Foto: Stefan Brand

Das ist ein Zugeständnis, kein Eingeständnis. Darauf legen sie Wert, die Verantwortlichen der Juragruppe. Der Zweckverband hat jetzt das Wasserhaus an den Quellen für die Wasserversorgung von Leups aufgehübscht. Dessen Zustand hatten Kritiker mit verantwortlich gemacht für die immer wieder festgestellte Belastung des Wassers mit koliformen Keimen. Völliger Unsinn, sagt die Spitze der Juragruppe. Dennoch habe man gehandelt. Als Zeichen des guten Willens.

Rund 10000 Euro hat der Wasserzweckverband in die Hand genommen. Dafür wurde die Fassade frisch verputzt und gestrichen, wurde ein neues Dach mit Kupferblech gesetzt, wurde der Lüftungskamin mit Edelstahl und Aluminium neu „eingeblecht“, wie Werkleiter Hans Hümmer sagt. All das, obwohl Klaus von Stetten, Leiter der Gesundheitsabteilung am Landratsamt in Bayreuth, wie berichtet mehrfach betont habe: „Das ist nicht erforderlich,“

Betonplatte war absolut dicht

Das wiederholt vorgebrachte Argument der Juragruppen-Kritiker, in das marode Gebäude könnten problemlos Tiere eindringen, die dann durch ihre Fäkalien des Wasser verschmutzen, sei „schon immer“ gegenstandslos gewesen, so Hümmer und der Verbandsvorsitzende Manfred Thümmler. Gut, das Erscheinungsbild des Wasserhauses sei nicht gerade vorteilhaft gewesen. Aber es war dicht, betont Hümmer. Auch mit Blick auf das Dach: „Da war eine 20 Zentimeter dicke Betonplatte drauf, die war absolut dicht, absolut in Ordnung.“

Es existiert keine offene Quelle

Kein Verständnis haben Hümmer und Thümmler für die Aussagen des Geologen Otto Heimbucher, den die Bürgerinitiative Pro Leupser Quellwasser als Gutachter eingeschaltet hat (wir berichteten). Der hatte befürwortet, die Quellen einzuzäunen, um einen besseren Schutz des Rohwassers zu garantieren. Dazu hätte er sich eben mal vor Ort umsehen müssen, so Hümmer. Denn: „Es gibt hier ja keine offenen Quellen, die liegen alle unter der Erde, keiner weiß genau, wo.“ Wenn ein Zaun, dann für das ganze Gebiet.

Auch kein Schutzgebiet möglich

Das funktioniere aber nicht, weil hier ein Wirtschaftsweg durchläuft - als einzige Möglichkeit, zu diversen Grundstücken zu gelangen. Ganz abgesehen von einem privat betriebenen Fischteich in Nachbarschaft des Wasserhauses. Aus diesen Gründen könne hier auch kein Schutzgebiet ausgewiesen werden.

Kommune kann es sich nicht leisten

Hümmer legt nach: „Läge kein Altrecht auf diesem Gelände, wäre eine Wassergewinnung sowieso nicht mehr möglich.“ Weil die Verhältnisse in Leups mit den heutigen Richtlinien zum Trinkwasserschutz nicht mehr vereinbar seien. Und daher werde die Juragruppe auch an den einstimmig getroffenen Beschlüssen des Zweckverbandes festhalten, Leups an eine noch zu bauende Ringleitung anzuschließen, „wir beginnen noch heuer mit dem Bau“. Dahinter stehe auch der Stadtrat. Bei einer Info-Veranstaltung der Juragruppe für das Gremium zum Thema Leups am Dienstag seien sich alle einig gewesen: Es gibt keine Alternative, schon allein aus finanziellen Gründen. Weil es sich die Kommune nicht leisten könne, die Wasserversorgung für den Ort in Eigenregie zu übernehmen.

"Wollen Versorgungssicherheit"

„Unser Ziel ist es, dauerhaft eine Versorgungssicherheit für die Leupser zu gewährleisten“, sagt Manfred Thümmler. Und das sei eben nur über die Ringleitung zu verwirklichen, ohne Wenn und Aber. Und wie sieht die Bürgerinitiative die Sanierungsaktion am Wasserhaus? Der Kurier erhalte „in diesen Tagen“ eine schriftliche Stellungnahme, hieß es auf Anfrage unserer Zeitung vom Mittwoch (18. April).

 

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