Johnson Matthey investiert weiter

Weltweit feiert der englische Technologiekonzern Johnson Matthey sein 200-jähriges Bestehen, und der größte deutsche Standort in Redwitz an der Rodach feiert mit. Zum Konzernjubiläum sieht sich die Niederlassung im Landkreis Lichtenfels bestens aufgestellt. „Ich bin sehr zuversichtlich, was die weitere Entwicklung in Redwitz angeht“, betont Geschäftsführer Peter Nemmert.

Johnson Matthey produziert in Redwitz in erster Linie Katalysatoren zur Reduzierung von Stickoxiden, die beim Betrieb von schweren Nutzfahrzeugen, Schiffsdieseln und Kraftwerken zum Einsatz kommen. Die Produktion geht in den weltweiten Verkauf.

Peter Nemmerts Zuversicht baut auf die Innovationskraft der mittlerweile rund 600 Mitarbeiter und die Qualität der Produkte. „Wir haben aktuell das beste Katalysatoren-Portfolio auf dem Weltmarkt“, gibt sich Nemmert selbstbewusst. Mit dem in Redwitz gefertigten Wabenkatalysator für Kraftwerke habe das Werk ein Spitzenprodukt am Start. Zudem stärke die Piezo Product GmbH den Standort mit Bauteilen, die in der Medizintechnik, etwa bei Ultraschallzerstäubern, verwendet werden.

Auch die Belegschaft soll wachsen

„Der Standort steht für innovative Produkte in höchster Qualität“, sagt Nemmert. Daher soll er weiter wachsen. Die Einweihung eines neuen Werksgebäudes ist für den Herbst geplant. Auch die Belegschaft soll zulegen. „Wir investieren gern in den Standort Redwitz“, bekräftigt Simon Farrant, Mitglied des Konzernvorstands, der aus der Zentrale in London zur Jubiläumsfeier angereist ist.

Gern hört das der Lichtenfelser Landrat Christian Meißner. Einen internationalen Konzern in Redwitz zu haben, tue dem ganzen Wirtschaftsraum Oberfranken gut. Deutlich wird diese Internationalität, wenn bei der Jubiläumsfeier via Internet-Livestream zwölf Standorte auf der ganzen Welt von ihren Feiern nach Redwitz berichten. Farrants Fazit: „Johnson Matthey ist in der Region angekommen.“

2008 übernommen

Johnson Matthey liefert heute jeden dritten Katalysator, der weltweit in ein Neufahrzeug eingebaut wird. Der Standort Redwitz geht auf ein bereits 1950 gegründetes Siemens-Werk zurück. Auch bei Siemens entstanden Katalysatoren und Piezo-Keramik. 2008 übernahm Johnson Matthey die Fertigung.

Bürgermeister Christian Mrosek erinnert daran, dass Redwitz schon vor dem Zweiten Weltkrieg ein bedeutender Standort für Unternehmen gewesen sei. In den Jahren nach dem Krieg habe sich die Gemeinde zu einem modernen Industriestandort gemausert.

Nach den Worten von Wilhelm Wasikowski, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) für Oberfranken in Bayreuth, hat sich Redwitz zuerst mit Siemens und jetzt mit Johnson Matthey „zu einem besonderen Standort der Industriekeramik“ entwickelt.
Der Konzern beschäftigt rund 13.000 Mitarbeiter in 30 Ländern, von denen nach Unternehmensangaben 13 Prozent in Forschung und Entwicklung tätig sind.

Edelmetall-Recycling

Über 90 Prozent des Umsatzes erziele das Unternehmen mit Produkten, die die Umwelt schonten und damit der Gesundheit der Menschen dienten. Ein Großteil der Produkte werde zur Luftreinhaltung beim Betrieb von Kraftwerken und beim Gütertransport eingesetzt. Zudem sei Johnson Matthey der weltweit größte Recycler von Edelmetallen, insbesondere von Platin. „Wir sehen uns als Weltmarktführer für Technologien, die die Welt sauberer und gesünder machen“, sagt Simon Farrant.

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